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Jahrtausende hat der Bialowieza-Urwald ohne Eingriffe des Menschen überstanden. Nun will ihn die polnische Regierung zu Geld machen.

„Der Wald ist wirklich einzigartig“

Etwa die Hälfte des Forsts gilt noch als solch unberührtes Gebiet. Seit der Entstehung des Waldes vor 8000 bis 9000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit griff der Mensch dort nie in größerem Maß ein. Dadurch entwickelte sich eine komplexe Vielfalt von Spezies, die es in anderen europäischen Wäldern längst nicht mehr gibt. Erst in den vergangenen 100 Jahren begann die wirtschaftliche Nutzung.
Mit fadenscheinigen Gründen wird jetzt versucht, durch Abholzung vieler Bäume Profite zu erzielen und den Lebensraum für viele geschützte Pflanzenarten und Wölfen, Luchsen und Wisenten zu zerstören! Und damit soll auch die Einheit von Natur und Mensch zerstört werden! Unsere Pflicht ist es, über Grenzen hinweg, gegen die Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen gemeinsam zu Kämpfen!

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Angepinnter Eintrag
Neuer Bericht von AFP vom 13. Juli 2017

Die EU-Kommission hat Polen wegen der verstärkten Abholzung im Bialowieza-Wald vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Weil Polen bereits mit dem Holzeinschlag in geschütztem Gebiet begonnen hat, forderte die Kommission am Donnerstag in Brüssel eine einstweilige Verfügung des EuGH. Diese wird nur in außerordentlich dringenden und schwerwiegenden Fällen verhängt, bis ein endgültiges Urteil ergangen ist.
Die Klage folgte einer Aufforderung der Kommission vom April, in der die Behörde Polen zur Einstellung des großflächigen Holzeinschlags in dem als einer der letzten Urwälder Europas geltenden Gebiet aufforderte. Polens rechtskonservative Regierung hatte im März 2016 beschlossen, eine Verdreifachung der bisher zugestandenen Abholzung zu erlauben, auch in Gebieten des Waldes, die bisher von Eingriffen jeglicher Art ausgenommen waren.
Polen hätte die angekündigten Maßnahmen innerhalb eines Monats zurücknehmen müssen. Stattdessen setzte das Land den Beschluss um. Polens Umweltminister Jan Szyszko forderte im Juni, den Wald von der Unesco-Welterbeliste zu streichen. In der vergangenen Woche demonstrierten Umweltschützer in Krakau, wo das Unesco-Welterbekomitee tagte, gegen die Abholzung.
Der Wald von Bialowieza erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Ein Teil des Waldes ist Schutzgebiet und zählt zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Menschliche Eingriffe sind dort nur sehr eingeschränkt erlaubt, Besucher dürfen sich nur auf bestimmten Routen bewegen.
Polen hatte die Abholzung zuvor mit der Bekämpfung des Borkenkäfers gerechtfertigt. Dies widerspreche aber den Naturschutzzielen für das Gebiet, das Teil des Natura-2000-Netzes der EU ist. Das Netz verbindet Schutzgebiete in der gesamten Europäischen Union und macht mehr als 18 Prozent der Landfläche der EU sowie sechs Prozent der Meeresfläche aus.

Aber wir dürfen uns nicht alleine auf Gerichte und Kommissionen verlassen! Weiteren grenzübergreifenden Kampf organisieren!