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Tödliches Überholmanöver: Vier Menschen sterben schuldlos bei Autounfall

Tödliches Überholmanöver: Vier Menschen sterben schuldlos bei Autounfall

News Team
26.05.2016, 10:08 Uhr
Beitrag von News Team

Diese Woche steht für Autofahrer unter keinem guten Stern. Mehrere Menschen, darunter viele Kinder, verloren ihr Leben. Schuld an diesen unsinnigen Toden haben meist Fahrer, die entweder viel zu schnell unterwegs sind oder an unübersichtlichen Stellen überholen. Erst gestern Abend passierte wieder so ein Unfall. Die traurige Bilanz: vier Tote.

Bei dem schweren Verkehrsunfall auf der B 482 zwischen Seelenfeld und Wasserstraße kamen am Mittwochabend gegen 23 Uhr vier Menschen ums Leben. Drei Personen wurden schwer verletzt worden. Eine beteiligte Lkw-Fahrerin (46) erlitt einen Schock. Die Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Bundesstraße wurde während der Rettungs- und Bergungsarbeiten in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt und dauert derzeit noch an.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand befuhr gegen 23 Uhr ein mit fünf Personen (Fahrer 23, 43, 22, 22, 18) besetztes BMW Cabrio aus dem Raum Nienburg in Richtung Seelenfeld. Im Bereich einer leichten Rechtskurve wurde der Wagen von einem mit zwei Personen (beide 23) besetzen Renault Clio überholt. Auch diese Fahrzeuginsassen stammen aus dem Raum Nienburg. Während des Überholvorgangs kam den Autos ein Mercedes-Lkw entgegen. Der Clio-Fahrer, versuchte noch eine Kollision mit dem Sattelschlepper zu verhindern. Hierbei berührte der Renault die Fahrerseite des BMW. Dadurch kam das Cabrio ins Schleudern und kollidierte mit der Beifahrerseite mit dem Lkw. Der Clio kam nach rechts von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen.

Die Fahrzeuginsassen der beiden Autos wurden eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr zum Teil mit schwerem Gerät geborgen werden. Drei Notärzte sowie acht Rettungswagenbesatzungen übernahmen die Erstversorgung. Vier Insassen des BMW verstarben noch an der Unfallstelle. Ein 22-Jähriger, der hinten links im Fahrzeug saß, erlitt schwere Verletzungen. Beide Insassen des Renaults wurden schwerverletzt geborgen.

Im Krankenhaus wurden dem Clio-Fahrer sowie seinem Beifahrer Blutproben entnommen. Den Führerschein des Fahrers stellten die Einsatzkräfte sicher. Ein Notfallseelsorger übernahm vor Ort die Betreuung der Rettungskräfte.

Zwei Kinder aus Auto geschleudert

Am Dienstag gegen 15 Uhr befuhr ein 49-jähriger Mann aus München die A 9 mit seinem MW 640d nach Zeugenangaben mit hoher Geschwindigkeit auf dem linken der drei Fahrstreifen in Richtung München. Etwa auf Höhe des Parkplatzes Gelbelsee kam das Fahrzeug bei regenfeuchter Fahrbahn ins Schleudern, prallte nach links gegen die Mittelschutzplanke, schleuderte über die Fahrbahn nach rechts gegen eine Lärmschutzwand und wurde von dort wieder auf die Fahrbahn zurückgeworfen. Dort prallte das Fahrzeug gegen den Frontbereich des Pkw Seat Alhambra einer Familie aus dem Landkreis Erding, der auf dem mittleren Fahrstreifen in gleicher Richtung unterwegs war. Anschließend kam der BMW an der Mittelschutzplanke und der Seat auf dem linken Fahrsteifen zum Stillstand.

Im Pkw Seat wurden der 50-jährige Fahrzeugführer und seine 37-jährige Ehefrau auf dem Beifahrersitz schwer verletzt. Im Fond des Fahrzeuges saßen die vier Kinder der Familie im Alter von 8 bis 12 Jahren. Zwei der Kinder wurden aus dem Fahrzeug geschleudert und verstarben am Unfallort beziehungsweise kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Die beiden anderen Kinder wurden, wie die Eltern, schwer verletzt in umliegende Krankenhäuser verbracht. Ob alle Personen im Pkw Seat angeschnallt waren, muss noch ermittelt werden.

Der 49-jährige Unfallverursacher wurde ebenfalls schwer verletzt in die Klinik verbracht. Ein Alkoholtest bei ihm ergab 0,0 Promille. Sein Führerschein wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sichergestellt. Zur Klärung der Unfallursache wurde ein technisches und ein Unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Ferrrari-Fahrer rast in den Tod

Ebenfalls am Dienstag gegen 14.50 Uhr befuhr ein 53-jähriger Mann aus Düsseldorf die A 9 mit seinem Pkw Ferrari F 131 auf dem linken der drei Fahrstreifen in Richtung München. Etwa 3 Kilometer vor der Raststätte Köschinger Forst kam der Sportwagen bei regenfeuchter Fahrbahn ins Schleudern, prallte mit der Fahrerseite unter die Mittelschutzplanke und schlitterte ca. 50 Meter daran entlang. Dann kam der Pkw quer zur Fahrtrichtung am linken Fahrsteifen zum Stillstand.

Bei dem Unfall wurden der Fahrer und seine 27-jährige Beifahrerin im Fahrzeug eingeklemmt. Der Fahrer konnte von den Feuerwehren Denkendorf und Stammham nur noch tot geborgen
werden. Die Beifahrerin wurde nach der Bergung schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus verbracht. Der Sachschaden an Pkw und Mittelschutzplanke beträgt etwa 55000 Euro. Zur Klärung des Sachverhaltes wurde von der Staatsanwaltschaft Ingolstadt ein technisches Gutachten zum Zustand des Fahrzeuges angeordnet.

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11 Kommentare

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Warum gibt es in Deutschland immer noch keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung, wie sie in allen übrigen Ländern üblich ist? Weil die Autolobby im Autoland Deutschland enorm einflussreich ist.
Das ist so ähnlich wie mit der Waffenlobby in USA.
  • 26.05.2016, 21:06 Uhr
  • 1
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Wie sagte mein Fahrschullehrer :
" Denk`, dass alle Anderen Idioten sind - dann fährst Du richtig "
Mit anderen Worten : Es ist wie beim Schach, - man muss den Zug vom Gegner schon im Voraus wissen ...
  • 26.05.2016, 14:44 Uhr
  • 0
Ganz und gar richtig. Leider ist das furchtbar anstrengend. Dann lieber gleich mit der Bahn fahren.
Das Wort "Gegner" beschreibt sehr gut die Situation im deutschen Straßenverkehr. In südlichen Ländern fahren sie zwar auf den ersten Blick wie die Kaputten (die Hupe ist da ein ganz wichtiges Instrument) aber dort gibt es eher ein Miteinander als ein Gegeneinander. Letzteres gibt es seit einigen Jahren ja sogar immer mehr in Internetforen.
  • 26.05.2016, 15:02 Uhr
  • 1
Tja - hupen ist bei uns nur in Gefahrensituationen erlaubt....
Ein Tipp : Fahr mal durch Paris ....
Am Besten morgens um 3.00 h ....
  • 26.05.2016, 15:36 Uhr
  • 0
Ja, hier ist keine Warnblinkanlage erlaubt, wenn man auf einer viel befahrenen Dorfstraße nur etwas ausladen will aber mit 80 Sachen wird in den Ort gekachelt.
Um 3.00 Uhr durch Paris?
  • 26.05.2016, 16:04 Uhr
  • 0
Um diese Zeit sind alle Strassen um den Champs Elysees
dermaßen verstopft, dass kein Rettungswagen, Feuerwehr oder Polizei durch kommt - überall blinkt es und die Sirenen heulen - aber Keiner kommt durch, das ist ganz schlimm .. wir standen mitten drin
Nicht wie bei uns : Gasse bilden für den Rettungsdienst
  • 26.05.2016, 16:15 Uhr
  • 0
Ist da des nachts um 3.00 Uhr Berufsverkehr oder schließen da schon die Nachtclubs?
  • 26.05.2016, 16:15 Uhr
  • 0
Nachts fängt das Leben in Paris erst an ....
Keine Berufsfeuerwehr, das sind Autos die auf der Strasse fahren und mitten drin sind die Rettungsfahrzeuge, weil sie gerufen wurden von Jemanden, aber nicht zur Hilfe kommen können, weil sie nicht durch kommen - wie ein Stau bei uns auf der Autobahn musst Du Dir das vor stellen ...
  • 26.05.2016, 16:22 Uhr
  • 0
Oh, sehr interessant... Aber von mir aus können wird das auch auf einen etwas früheren Zeitpunkt verschieben.
  • 26.05.2016, 16:17 Uhr
  • 0
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Alkohol und Rasen am Steuer ist zumindest Mordnersuch und muss auch so geahndet werden.
Geldstrafen müssen nach Einkommen gestaffelt werden. Viele lachen sich ins Fäustchen über das Portogeld. Irrsinnige gehören hinter Schloß und Riegel.
  • 26.05.2016, 13:37 Uhr
  • 0
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Ich habe den Eindruck, dass sich viele der auf der Straße wirkenden physikalischen Kräfte nicht bewusst sind. Wenn selbst sehr moderne Fahrzeuge 36 m im Notfall bis zum Stillstand aus "nur" 100 km/h benötigen, dann kann man sich ausmalen, wie das bei 160 oder 190 Sachen auf der Autobahn aussieht. Wer dann als "Raser" meint, er hätte ja 6 Airbags in seinem Fahrzeug, sollte aber auch wissen, dass ein Kissen vor der Nase wenig nützt, wenn der Motor ab einer bestimmten Geschwindigkeit mehr oder weniger auf dem Schoß landet. EURO NCAP-Crashtests (hier kann man sich das Crashverhalten seines Fahrzeugs anhand einer Auswertung ansehen), werden bei ziemlich niedrigen Geschwindigkeiten durchgeführt. D.h., bei höherem Tempo sieht das wohl ganz anders aus.
  • 26.05.2016, 13:25 Uhr
  • 0
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