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Winterreifen: Die neuen Sommergummis mit der Schneeflocke

Winterreifen: Die neuen Sommergummis mit der Schneeflocke

Wolfgang Stegers
07.10.2016, 17:55 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Spätestens mit dem ersten Schnee, dann wenn es eigentlich schon zu spät ist, blitzt der Gedanke auf, kümmere dich um deine Winterreifen. Oder etwa nicht? Weil, man fährt sowieso wenig. Bei Schnee schon gar nicht und außerdem, es wird schon gut gehen. Aber aller-spätestens dann, wenn der Wagen beim Anfahren nicht vorwärtskommt oder beim Bremsen einfach weiterrutscht, heisst es, das war's.

Die Qual der Wahl

Wer sich mit dem Thema Reifen für den Winter beschäftigt, ist irritiert. Er kann wählen zwischen Winterreifen, Ganzjahresreifen und neuerdings auch für Sommerreifen, die auch gute Winterreifen sind. Sie dürfen das Zeichen der Schneeflocke in der Flanke tragen.

Die Schneeflocke ist ein wichtiges Symbol und besagt laut Gesetz, dass auch bei winterlichen Verhältnissen gefahren werden darf. Denn ohne Flocke auf winterlichen Straßen ist eine Ordnungswidrigkeit und zieht im Falle eines Unfalls schnell die Schuld auf sich. Und winterliche Schneeschauer können von „nun auf jetzt“ passieren. Dann mit den falschen Reifen unterwegs...

Entscheidend der Einsatzort und -zweck

Sicherlich ist bei der Reifenwahl mitentscheidend, wo man sich aufhält und welche Strecken man fährt. Der Berufspendler auf dem flachen Land, der die Autobahn nutzt, hat ein anderes Fahrprofil als ein Bewohner mit Mittelgebirge oder in den Alpen. So kann man mit einem Ganzjahresreifen mit M+S-Profil sicher sehr gut durch den Winter kommen, wenn man sich in Flachland, in Hamburg oder Berlin aufhält. Sie bieten sich auch für Zweitwagen an.

Es gibt eine recht einfache Daumenregel: Das Profil von Winterreifen bietet optimalen Griff auf Schnee und Eis. Diesen Grip schaffen Ganzjahresreifen nicht. Sie bieten aber Vorteile bei Langlebigkeit und haben in der Regel gutes Nässeverhalten.

Der Aufstieg der Ganzjahresreifen als Winterreifen

Bei den Ganzjahresreifen ist eine erstaunliche Entwicklung zu beobachten. Waren sie in den letzten Jahren eigentlich Winterreifen, die sommerliche Straßenverhältnisse wie heiße Asphalttemperaturen, Starkregen ganz gut vertrugen, haben sich die Schwerpunkte jetzt verschoben. Es sind Sommerreifen, die auch gut Winter können. So
Gut sind ihre Traktions- und Fahreigenschaften, dass sie das Winter-Qualitätssiegel „Schneeflocke“ tragen dürfen.

Derart aufgewertet, kann man ruhigen Gewissens winterliche Straßenbedingungen, ist vor Gesetzt und Versicherung im Fall des Falles immer auf der richtigen Seite und muss nicht einen eventuellen Haftungsausschluss fürchten, weil man mit den falschen Reifen unterwegs war.

Pfennigfuchser wissen was sie tun

Nicht zu unterschätzen ist aber die Geldersparnis und Bequemlichkeitsgewinn. Erstens erspart man sich die alle sechs Monate anfallenden Umrüstkosten von jeweils rund 30 Euro. Oder man gibt noch mehr aus und leistet sich einen Extrasatz Felgen. Dabei dürfen bei Fahrzeugen mit einem Reifendruck-Kontrollsystem die Sensoren nicht vergessen werden. Das kann zusätzlich bis zu 200 Euro ausmachen. Ferner erspart man sich auch die Einlagerung des Reifensatzes.

Soweit so bestens? Vielleicht nicht ganz. Tests haben nämlich gezeigt das Sommerreifen mit Schneeflocke im Winter gut sind, dennoch nicht so gut wie die Winterspezialisten. Umgekehrt gilt dies für Sommerreifen. Aber natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. Auf der ganz sicheren Seite ist der Bergbewohner und Alpenfreund auf jeden Fall im Winter mit Winterreifen und Schneestern unterwegs zu sein – ganz abgesehen davon, dass manche Länder diese explizit vorschreiben.

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