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Ende der Motorradsaison: Ein Rückblick

Ende der Motorradsaison: Ein Rückblick

Wolfgang Stegers
25.10.2016, 19:04 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Ende Oktober, der 31., ein magisches Datum. Nicht weil dann Weltspartag ist – wer füttert noch sein Sparschwein in Zeiten von negativen Zinsen? Auch nicht, weil Reformationstag ist und in einigen Bundesländern gesetzlicher Feiertag, obgleich Martin Luther heuer vor 499 Jahren seine Thesen anschlug. Schon gar nicht, weil Halloween ist und das Kürbismaskentreiben immer gruseliger wird. Es ist für viele Motorradfahrer (aber auch Cabrioletbesitzer) der Tag, sich von der Freiluftsaison zu verabschieden. Die meisten Saisonkennzeichen enden dann. Der Sommer ist endgültig vorbei, das Motorrad rollt in den Winterschlaf.

Die Guillotine der Biker

Von dieser 16er-Saison ist mir eines besonders hängengeblieben. Gemeinhin nicht besonders beachtet, aber für Biker überlebenswichtig: die Leitplanke. Sie kann zur Guillotine werden oder Leben retten. Es sind die in den Boden gerammten T-Träger, die dem unter die Leitplanke rutschenden Fahrer das Genick brechen können. Da helfen keine Protekturen oder Sturzhelme. Der Nacken liegt frei.

Schaumstoffkrause unbrauchbar

Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt und vor vielen Jahren begann man in gefährlichen Kurven auf sogenannten „Motorradstrecken“, kurvige Landstraßen oder Bergstrecken nicht nur mit Leitplanken zu säumen, um Autos in der Bahn zu halten, sondern auch die Pfähle zu ummanteln. Sie bekamen eine Schaumstoffkrause umgesetzt. So wird die Aufschlagstelle verbreitert und gedämpft.

Jeder sechste Verkehrstote ein Motorradfahrer

Mag schön aussehen, hilft aber wenig, wie Helmut Nikolaus von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen lapidar feststellt. Dabei gibt es durchaus Mittel und Wege, um die Zahl der getöteten Biker zu reduzieren. In Deutschland war im letzten Jahr jeder 6. Verkehrstote ein Motorradfahrer. Nikolaus’ Augenmerk sind vor allem die Straßen. Seine Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen sind ein übersichtlicher Streckenverlauf, rechtzeitiges Erkennen von Knotenpunkten, homogene Fahrbahnen, aber auch die Beeinflussung der Geschwindigkeit durch Rüttelstreifen.

Der wirksame Unterfahrschutz „UFS Typ Euskirchen“

Bei der Minderung der Unfallfolgen freie Sturzräume unabdingbar notwendig und, wenn nicht möglich, Schutzplanken. Damit es nicht zu den erwähnten schweren und schwersten Verletzungen kommt, sollten die Leitplanken in Kurven mit einem Radius unter 300 Meter mit „motorradfreundlichen Unterfahrschutzsystemen“ UFS ausgerüstet. Ein durchgehend, glattes Blech unterhalb der Leitplanke verhindert den Aufprall an deren Pfosten.

Keine tödlichen Verletzungen

Von der Forschungsgesellschaft wurde unter Leitung von Helmut Nikolaus dieses System „UFS Typ Euskirchen“ entwickelt. Sein Vorläufer hat sich auf Frankreichs Straßen bestens bewährt. Aber auch in Deutschland. Im letzten Jahr wurden keine Anprallunfälle mit tödlichen Verletzungen nachgewiesen. Auch hat der Deutsche Verkehrsgerichtstag im letzten Jahr für die Straßenbehörden das Sonderprogramm „Unterfahrschutz“ angemahnt. Der Grund, manche Straßenbehörden verweigern den Anbau, da es zum einem Schneestau im Winter durch den Schneepflug kommen könne. Nachgewiesen ist dies nicht und so bleibt nur zu hoffen, dass bald alle „Motorradstrecken“ sicher gemacht werden.

1 Kommentar

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....sehr guter Bericht!!Vielen Dank Wolfgang.
  • 25.10.2016, 19:18 Uhr
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