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Der elektronische Copilot: Besser als der liebste Beifahrer

Der elektronische Copilot: Besser als der liebste Beifahrer

Wolfgang Stegers
04.11.2016, 12:17 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Der beste Beifahrer – und bisweilen auch der nervigste – ist, na klar, der eigene Lebenspartner. Egal, ob Frau oder Mann, man ist auf ihn eingestellt. Er liest den Reiseführer, warnt vor Radfahrern, sagt wo es langgeht, schreit, wenn der Abstand zu gering, das Tempo zu hoch und die Fahrweise zu aggressiv ist. Aber immer stärker drängelt sich Fahrelektronik auf den Beifahrersitz. Assistenzsysteme helfen Unfälle zu vermeiden, ihre Schwere zu mindern und den Fahrer zu entlasten.

Gefühlte und tatsächliche Sicherheit

Keine Frage, die Unfälle gehen zurück und dass auf 90 Millionen gefahrenen Kilometern ein Unfall mit Todesfolge passiert oder alle 150.000 Kilometer ein Bagatellschaden, ist doch eigentlich ein großer Erfolg. Rein statistische gesehen ist der Unfall ein seltenes Ereignis. Berücksichtig man weiter, dass pro Kilometer der Fahrer durchschnittlich 125 Beobachtungen macht und 12 Entscheidungen trifft, so folgt daraus, dass nach rund 10 Milliarden Beobachtungen und 1 Mrd. Entscheidungen es zu einer Fehlentscheidung kommt, die zu einem tödlichen Unfall führt.

Das ist aber kein Grund sich zurückzulehnen. Denn die Rechnung bezieht sich nur auf den Fahrer und vernachlässigt das Gesamtsystem. Man ist nicht allein unterwegs, es gibt die Fehler andrer Fahrer; die Infrastruktur der Verkehrswege wie Land- und Bundesstraße Autobahn und deren Sicherheit.

Unüberschaubare Anzahl an Helfern

Um all die Fehler auszuschließen oder zu kompensieren sind gerade die Assistenzsysteme, FAS, notwendig und hilfreich. Aber dennoch, die Anzahl der Assistenzsysteme steigt ständig und in dem schwer durchschaubaren Dschungel der elektronischen Helfer fragen sich Viele: „Brauche ich das überhaupt?“

Nun, für das vollautomatisierte Roboterfahren sicherlich. Denn das ist ja das große Ziel der Hersteller, autonom rollende Fahrzeugkabinen auf den Straßen zu haben, die sich vollkommen unfallfrei im Verkehr bewegen und den Fahrer arbeitslos machen. Dann, so die Vision ihrer Verfechter, ist das Paradies nicht nur in den Städten geschaffen. Es gibt keine Unfälle mehr, alles gleitet entspannt im Hier und Jetzt. Die Passagiere können tun und lassen was sie wollen, nur dürfen sie nicht das Auto fahren. Mitfahren ist erlaubt.

Welches Systeme sind nahezu unerlässlich?

Ein wenig wird es noch dauern, aber recht viele Assistenzsysteme bereiten diesen Weg schon vor. Aber zurück zur Frage: Welche Assistenzsysteme sind heute für mich sinnvoll? Gerade für Fahranfänger und Senioren scheinen manche maßgeschneidert.

* Wie Rückfahrkamera oder toter Winkel-Assistent (Blind spot warning), die den beschwerlichen Blick über die Schulter oft ersparen können.
* Manches Fahrerassistenzsystem, vollzieht eine Notbremsung. Ein anderes hält automatisch den Abstand ein – egal ob das vordere Fahrzeug bremst oder beschleunigt.
*Die Fahrspur hält der „Lane assist“ – nicht nur auf mehrspurigen Autobahnen hilfreich
*Ahnen dieser Systeme sind ABS und ESP. Das Anti-Blockier-System verhindert blockierende Bremsen und verkürzt den Anhalteweg und die elektronisch Stabilitätskontrolle (ESP) verhindert das Schleudern des Fahrzeug. Beide sind gesetzlich vorgeschrieben und ihr Nutzen ist unbestritten.

Die Deutsche Verkehrswacht empfiehlt Pkw-Fahrern sich an folgender Aufstellung zu orientieren und dann die eigene Auswahl treffen
Fahrerassistenzsysteme, die einen wirkungsvollen Beitrag zur Erhöhung der Ver- kehrssicherheit leisten:
Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP)
Bremsassistent
Spurverlassenswarner, Spurhalteassistent und Totwinkelassistent
Adaptives Kurvenlicht
Warngeräte vor Übermüdung
Fahrerassistenzsysteme, die eine wirksame Entlastung des Fahrers bringen:
Navigationssysteme mit Stauwarnung, um das Ziel bequem und ohne zeitaufwändiges und umweltbelastendes Umherirren im Straßenverkehr zu erreichen
Einparkhilfe und Rückfahrkamera
Abstandsregelautomat
Fahrerassistenzsysteme, die den Komfort erhöhen und mittelbar die Verkehrssicherheit positiv beeinflussen:
Reifendruckkontrollsystem
Regensensor
Lichtsensor und Verkehrszeichenerkennung

1 Kommentar

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Wie ist man bloß früher mit einem Auto zurecht gekommen?
  • 10.11.2016, 23:01 Uhr
  • 0
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