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Verpflichtende Sehtests für alle Führerscheinbesitzer - das könnte bald auf Autofahrer zukommen!

News Team
19.01.2017, 14:35 Uhr
Beitrag von News Team

"Gutes Sehvermögen ist eine Grundvoraussetzung für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr", sagt ACV Geschäftsführer Lars Wagener. Der ACV Automobil-Club Verkehr fordert daher verpflichtende Sehtests für alle Führerscheinbesitzer, die im Abstand von 15 Jahren an die Verlängerung des Führerscheins gekoppelt werden. Ab 70 Jahren soll die Zeitspanne für den vorgeschriebenen Sehtest dann auf fünf Jahre oder weniger reduziert werden, empfiehlt der Automobilclub.

Deutschland hinkt hinterher

"Während andere Länder den Zusammenhang zwischen Unfallrisiko und schlechter Sehleistung längst berücksichtigen, spielt er in Deutschland nach dem Führerscheinerwerb keine Rolle mehr", kritisiert Wagener. In Ländern wie Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden sind Untersuchungen längst erforderlich. Auch Spanien, Italien und die Schweiz fordern Autofahrer ab unterschiedlichen Altersstufen zu einem Gesundheitscheck auf.

Eine einheitliche Regelung in allen EU-Staaten gibt es nicht. In Deutschland wird das Sehvermögen, das mindestens 70 Prozent betragen muss, nach dem Führerscheinerwerb ein Leben lang nicht erneut getestet, sofern der Fahrer nicht durch einen Unfall auffällt.

Befristete Führerscheine nur für Lkw- und Busfahrer

Lediglich Führerscheine für Lkw- und Busfahrer werden in Deutschland befristet vergeben. "Sehtests nur für bestimmte Fahrzeugführer gesetzlich vorzuschreiben ist inkonsequent, wenn alle anderen Fahrer absolut unkontrolliert am Straßenverkehr teilnehmen, obwohl sich die Sehleistung im Alter nachweislich verschlechtert", sagt Wagener.

Immer mehr ältere Verkehrsteilnehmer - Unfallrisiko steigt ab 75 Jahren

Ältere Autofahrer sind überdurchschnittlich häufig an Unfällen beteiligt. An den Unfällen, an denen Senioren über 75 Jahren 2015 beteiligt waren, tragen sie zu 75 Prozent die Hauptschuld. Da die Bevölkerung immer älter wird, wächst damit auch der Anteil älterer Verkehrsteilnehmer. Es ist in der Folge von einem Anstieg von Unfällen mit älteren Menschen auszugehen. Für das Jahr 2030 prognostiziert das Statistische Bundesamt, dass mehr als ein Viertel der Bundesbürger, älter als 64 Jahre sein werden, im Jahr 2050 sind es bereits mehr als ein Drittel.

Verschlechterung der Sehleistung: Im Alter unaufhaltsam

Die mit zunehmendem Alter einhergehenden körperlichen Einschränkungen und sensorischen Defizite haben direkte Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten und die Straßenverkehrssicherheit. Von besonderer Bedeutung ist das nachlassende Sehvermögen. Zudem erhöht die Trübung der Linse bei Dämmerung und Dunkelheit den Blendeffekt der Scheinwerfer des Gegenverkehrs.

Obligatorischer Sehtest für mehr Sicherheit

Die Teilnahme am Straßenverkehr ist nicht an ein bestimmtes Alter geknüpft. Kompensationsstrategien helfen in vielen Lebenslagen Defizite im Alter ausgleichen. "Schlechtes Sehen kann allerdings nicht durch Fahrerfahrung oder Assistenzsysteme wett gemacht werden" gibt Wagener zu bedenken.

Vor Beginn des Verkehrsgerichtstags nächste Woche, der sich unter anderem mit Senioren im Straßenverkehr beschäftigt, spricht sich der ACV für obligatorische Sehtests für Führerscheinbesitzer ab 70 Jahren aus, der in einem zumindest fünfjährigen Turnus zu wiederholen ist, um mit augenärztlicher Unterstützung dem schleichendem Verlust von Sehvermögen entgegenwirken zu können.

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4 Kommentare

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Der umsichtige Senior im Strassenverkehr wird als Hindernis angesehen, weil die ganzen Flachpfeifen die um jede Sekunde kämpfen die sie schneller ans Ziel bringen ja so furchtbar in Zeitdruck stehen. Würde sich jeder an "§ 1 Grundregeln StVo
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht." halten gingen auch die leider zu hohen Unfallzahlen zurück. Das hat alles weniger mit dem Alter als mit Hirnlosigkeit der meisten Fahrer zu tun.
  • 20.01.2017, 00:23 Uhr
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Regelmäßige Prüfung der Eignung wären wirklich angebracht. Allerdings erlebe ich täglich, dass dann wesentlich mehr "Junge" als Senioren wieder laufen müßten. Während meiner Jahrzehnte langen Fahrpraxis ( 1500 - 2000 km im Monat als Handwerker) gab es immer wieder gefährliche Situationen im Strassenverkehr, da waren allerdings mindestens über 95% Nichtsenioren die Verursacher. Keiner fiehl mir dabei auf der nicht gut sah, aber Möchtegern-Schumis; Verkehrsrambos, Verkehrszeichenignorierer - nicht wegen einer Sehschwäche, nur aus Dummheit und besoffene Discofreaks. Was ich aber auch sah war z.B. eine 84-jährige Dame die durch Besonnenheit und vorausschauendes Verhalten ihr durch einen Defekt ausser Kontrolle geratenes Fahrzeug sicher in der Hand hatte und eine mögliche Gefahr für andere verhindern konnte. Deshalb Eignungsprüfung für ALLE. Der Anteil der Fußgänger zwischen 18 u. 50 würde vermutlich schlagartig ansteigen.
  • 20.01.2017, 00:13 Uhr
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Ich möchte noch weiter gehen. Ich bin der Meinung, daß jeder Autofahrer in regelmäßigen Abständen sein Eignung zum Führen eines Kraftfahzeugs nachweisen muß.
  • 19.01.2017, 20:42 Uhr
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was bringen "Befristete Führerscheine nur für Lkw- und Busfahrer" wenn auf unseren Strassen weit über 65% nur ausländische LKW´s und Buse fahren. werden die Fahrer auch dazu herangezogen. kann ich mir nicht vorstellen das den Rumänischen oder die anderen aus den ehemaligen Ostblockländern, solche Untersuchungen abverlangt wird.

Ich finde solche Untersuchungen sinnvoll und notwendig, nicht nur für Busfahrer oder Taxifahrer. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte entsprechend einen Gesundheits Check machen müssen, wenigstens ab den 50. Lebensjahr. der Verkehr wird immer dichter und entsprechend gefährlicher
  • 19.01.2017, 15:09 Uhr
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