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Betrunkene Radfahrer: 2016 dramatische gestiegene Unfallzahlen

Betrunkene Radfahrer: 2016 dramatische gestiegene Unfallzahlen

Wolfgang Stegers
23.02.2017, 13:29 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Für manche mag das „Bierradel“ die letzte Möglichkeit sein, nach feuchtfröhlicher Runde heimzufahren. Alkoholisierte Fahrradfahrer werden aber immer mehr zu einem Problem der Verkehrssicherheit. Experten fordern die Abschaffung der 1,6-Promillegrenze

Die neueste Statistik ist erschreckend: Die Anzahl der getöteten Radfahrer ist um vier Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der aller getöteten Verkehrsteilnehmer mit minus sechs Prozent deutlich zurückgegangen. Die neuesten Unfallzahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2016 zeigen aber auch, dass fünf von sechs alkoholisierten Radfahrern, die an Unfällen mit Personenschäden beteiligt waren, einen Promillewert von 1,1 oder mehr hatten. Das sind 84% der trunkenen Fahrradfahrer.

In den letzten zehn Jahren ist ihr Anteil an allen Alkoholunfällen von 22 auf 26 Prozent gestiegen.

Radfahren und Alkohol wird deutlich weniger ernst genommen. Man fühle sich sicher, zumal der Gesetzgeber die Promillegrenze deutlich höher gesetzt hat, als beim Autofahrer. Erst ab 1,6 Promille Alkohol im Blut ist Schluss mit Strampeln – solange keine deutlichen Anzeichen für Fahrunsicherheit nachweisbar sind.

Radfahrer runter von der 1,6 Promille-Grenze

„Mit über 1,1 Promille nicht mehr ans Steuer, aber rauf auf den Fahrradsattel – das vermittelt ein trügerisches Gefühl von Sicherheit“, sagt der Wissenschaftler Jörg Kubitzki vom Allianz Zentrum für Technik in München. Aber jeder weiß, wie schwierig es sein kann, sich auf einem Zweirad sicher zu bewegen, wie sehr die Sinne koordiniert werden müssen, um präzise Kurven oder Achten zu fahren. Eine gute Übung das Gleichgewicht zu schulen, ist auch auf dem Bordstein präzis gerade zu radeln.

Die Stimmen, die Alkoholgrenze von 1,1 Promille auch für Radfahrer einzuführen, werden immer vernehmlicher. Der Goslarer Verkehrsgerichtstag etwa spricht sich immer wieder dafür aus, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, DVR, wie weitere Experten und Gremien.

Am Ende aber entscheidet jeder für sich, das Bierradel besser stehen zu lassen oder es zu schieben.

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