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Marcus da Gloria Martins: "Ohne meine Tochter hätte ich zuerst gar nichts mi ...

Marcus da Gloria Martins: "Ohne meine Tochter hätte ich zuerst gar nichts mitbekommen"

News Team
07.09.2016, 17:49 Uhr
Beitrag von News Team

Der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins hat in einem ausführlichen Radio-Interview mit den Münchner Kirchennachrichten auf die aufwühlende Amok-Nacht des 22. Juli 2016 zurückgeblickt

Marcus da Gloria Martins informierte an diesem langen Abend mit seinen Live-Statements die Bewohner der Stadt und die Menschen vor den TV-Geräten im ganzen Land. Er behielt den Überblick, blieb gelassen und begegnete allzu aufdringlichen Reportern höflich und bisweilen sogar ironisch. Für seinen hochprofessionellen Einsatz wurde der Sprecher in den Tagen danach gefeiert. Erneut reagierte Marcus da Gloria Martins nun zurückhaltend auf die Lobeshymnen, die ihn ereilten.

Diese Rolle, die mir zugeschreiben wurde, wird nur zu einem ganz kleinen Teil dessen gerecht, was in dieser Nacht wirklich passiert ist.

Er hob wieder hervor, dass die insgesamt etwa 2300 Polizisten, die im Einsatz waren, als Gesamtheit sehr gut funktioniert hätten.

Besonders beeindruckt haben ihn Kollegen, die in Kampf-Aufstellung einem möglichen weiteren Schützen nachstellten, weil es solche Meldungen aus der Bevölkerung gegeben hatte. Selbst in dieser Situation höchster Anspannung hätten sie Schaulustige und mit dem Handy filmende Menschen in klaren und ruhigen Worten des Platzes verwiesen. „Die haben die Leute ruhig weggeredet. Das war sehr beeindruckend.“

In erster Linie und zuallervorderst haben die Kollegen an vorderster Front einen sehr guten Job gemacht.

In dem Interview erklärt er, wie er zu seinen Informationen gelangt. Ein Kollege arbeitet in direkter Anbindung an den Einsatzleiter, genannt Polizeiführer, und tauscht Informationen mit ihm aus. Über ein EDV-System werden Kerninformationen gesammelt und vorformuliert. Auch eine engmaschige Beobachtung der sozialen Kanäle gehört zur Pressearbeit in derartig komplexen, von Angst und Panik begleiteten Situationen.

Marcs da Gloria Martins ist zweifacher Vater. Er erzählte auch, dass er von der Schreckenstat zuerst nichts mitbekommen habe. „Mein Handy war aus. Das passiert einem Pressesprecher fast nie."

Mein Akku war leer. Shame on me.

Er wollte gerade für die Familie kochen und stand in der Küche. „Meine Tochter kam rein. Sie sagte: ´Papa , ich hab gerade was im Radio gehört, in München wird geschossen.`“

Seine Handy habe inzwischen „solide sechs Prozent“ Akkuladung gehabt. "Nach dem Einschalten hat es 20 Sekunden wegen Meldungen und entgangener Anrufe gebimmelt, da hab ich´s dann auch mitbekommen." So schnell als möglich brach er auf in den Einsatz, der ihn erst um 5 Uhr morgens wieder für eine kurze Pause von zwei Stunden zur Ruhe kommen lassen sollte.

4 Kommentare

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Mir kommen die Tränen !!
Hatten wir das nicht vor Tagen schon?
Muß ein Mann, der seinen Job macht, -machen muß-, so dermaßen hoch stelisiert werden? Was ist mit all den Menschen, die berufsbedingt täglich mit prikären Situationen umgehen, und beherzt eingreifen müssen? Bekommen die auch Lobeshymnen und werden gefeiert?
  • 07.09.2016, 23:42 Uhr
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Mich würde mal interessieren wieso der Mann immer von 3 Amokschützen mit Langwaffen redete und dann war es einer mit Pistole.
  • 07.09.2016, 22:44 Uhr
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So kluge und angenehme Menschen brauchen wir in der GROSSEN Politik !!!!
  • 07.09.2016, 22:42 Uhr
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bewundernswert wie elegant und sicher dieser Mann sprach . Ich dachte sofort , der sollte etwas werden hier in unserem Land . Menschen wie er gibt es wenige .
Bravo
  • 07.09.2016, 22:19 Uhr
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