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Neue Norovirus-Variante befällt vor allem Kinder und Babys: Infektionen verb ...

Neue Norovirus-Variante befällt vor allem Kinder und Babys: Infektionen verbreiten sich rasend

News Team
08.12.2016, 14:30 Uhr
Beitrag von News Team

Das Norovirus verbreitet sich rasant. Heftige Bauchkrämpfe, Durchfälle, schwallartiges Erbrechen kennzeichnen die Erkrankung. Sie geht einher mit heftigem Flüssigkeitsverlust, der gerade bei älteren Menschen sehr gefährlich werden kann.

Derzeit greift das Virus besonders in Baden-Württemberg um sich. Kinder und Erwachsene in allen Stadt- und Landkreisen im Südwesten betroffen, berichtet die "Stuttgarter Zeitung".

Den Angaben zufolge stieg die Zahl der gemeldeten Fälle zwischen Mitte Oktober und Ende November von 169 auf 524. Vor allem Säuglinge und Kinder unter fünf Jahren hätten sich dabei neu infiziert. Der Hauptgrund für diese beginnende starke Winterepidemie „ist das Auftreten neuer, immunologisch veränderter Varianten des Norovirus“, hieß es


Infektionen vermeiden durch RICHTIGES Händewaschen!


Gestiegene Fall zahlen meldeten die regionalen Medien zuletzt vor allem für München. Wie die "Augsburger Allgemeine" schreibt, wurden in der süddeutschen Großstadt 50 Ausbrüche - überwiegend in Gemeinschaftseinrichtungen - verzeichnet. Insgesamt liege die Zahl der Erkrankungen in Bayern bei etwa 6000 in diesem Jahr und damit noch deutlich unter dem Vorjahreswert - wobei der Anstieg zuletzt sprunghaft ausfiel.

Betroffen sind zudem verstärkt Mittelfranken und Niederbayern.

Ausbruch an Klinik

Mit einem Norovirus-Ausbruch kämpft das Krankenhaus in Ingolstadt. In diesem Jahr handelt es sich nach Angaben der Klinik um einen neuen Genotyp, der wesentlich aggressiver sei als die bisherigen, wie der ansässige "Donaukurier" schreibt. "Da ist es wichtig, dass wir die Patienten im Haus und unsere Mitarbeiter schützen", so der Klinkchef. Die gegenwärtig etwa 50 erkrankten Patienten wurden isoliert, dabei werden auch mehrere Betroffene in Kohorten zusammengelegt und behandelt. "Es herrscht schon eine ziemliche Anspannung im Haus." Aufschiebbare Eingriffe werden verlegt, zumal auch 15 Mitarbeiter infiziert sind.


In Sachsen hat die Zahl der Magen-Darm-Erkrankungen in den vergangenen sechs Wochen deutlich zugenommen, wie die "Leipziger Volkszeitung" schreibt. Laut Angaben des Sozialministeriums in Dresden seien seit Ende Oktober bis Anfang diese Woche landesweit 2224 virusbedingte Durchfall-Erkrankungen erfasst.

Im Freistaat Thüringen ist dem Bericht zufolge ein Anstieg zu verzeichnen. In den vergangenen sechs Wochen seien 1030 laborbestätigte Noroviren-Fälle registriert worden.

Der Norden Deutschlands werde in diesem Jahr so heftig wie noch nie vom Norovirus heimgesucht, berichtete vor einigen Tagen SVZ.de.

Hohe Fallzahlen werden aus dem Westen gemeldet. Besonders krasse Fallzahlen gebe es in Duisburg, wie "Der Westen" schreibt.

Noroviren verursachen akut beginnende Gastroenteritiden, die durch schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle (Diarrhöe) gekennzeichnet sind und zu einem erheblichen Flüssigkeitsdefizit führen können. In einzelnen Fällen kann die Symptomatik auch auf Erbrechen ohne Diarrhöe oder auf Diarrhöe ohne Erbrechen beschränkt sein. In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit abdominalen Schmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Myalgien und Mattigkeit.

Das schreibt das Robert-Koch-Institut über das Virus

Die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein, meist kommt es jedoch nicht zu hohem Fieber. Wenn keine begleitenden Grunderkrankungen vorliegen, bestehen die klinischen Symptome etwa 12–48 Stunden. Auch leichtere oder asymptomatische Verläufe sind möglich.

Ansteckung

Die Viren werden über den Stuhl und das Erbrochene des Menschen ausgeschieden. Die Infektiosität ist sehr hoch, die minimale Infektionsdosis dürfte bei ca. 10–100 Viruspartikeln liegen.

Personen sind während der akuten Erkrankung hoch ansteckungsfähig. Unter pragmatischen Gesichtspunkten kommt daher im Hinblick auf die Vermeidung der Weiterverbreitung der symptomatischen Phase einschließlich der ersten 48 Stunden nach Sistieren der Symptome (d.h. bis zur sicheren Beendigung von Durchfall oder Erbrechen) die größte Bedeutung zu.

Therapie

Die Therapie erfolgt symptomatisch durch Ausgleich des z. T. erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. Eine kausale antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung. Insbesondere bei betroffenen Kleinkindern und älteren Personen kann eine kurzzeitige Hospitalisierung notwendig sein. Der Einsatz von Antiemetika bei Patienten mit starkem Erbrechen kann erwogen werden.

Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Der beste Schutz besteht darin, Kontakt zu Erkrankten zu meiden und die Hygiene hochzuhalten. Am wichtigsten: Häufig und richtig Hände waschen.

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