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4 Tote bei Aufzug-Unfällen - Experten warnen vor Hacker-Angriffen

4 Tote bei Aufzug-Unfällen - Experten warnen vor Hacker-Angriffen

News Team
15.05.2017, 12:43 Uhr
Beitrag von News Team
  • Anlagensicherheits-Report 2017 veröffentlicht
  • Gefahr durch Hacker steigt
  • 2016 4 Todesopfer bei Unfällen

Berlin. Aufzüge werden nach Einschätzung des „Verbandes der TÜV“ (VdTÜV) zunehmend anfällig gegenüber Cyberangriffen. Das geht aus dem neuen „Anlagensicherheits-Report 2017“ der Zugelassenen Überwachungsstellen hervor.

Der vom VdTÜV heraus gegebene Bericht liegt der WELT vorab exklusiv vor. Grund für die zunehmende Anfälligkeit sei die rasche Digitalisierung der Aufzug-Steuerung sowie mögliche Sicherheitslücken in der Betriebssoftware.

Der Report erscheint kurz nachdem in der vergangenen Woche Hacker die Datennetze von Bahn-Betrieben, Krankenhäusern und Ministerien weltweit angegriffen hatten.

Julia Roelofsen von der TÜV Süd Service GmbH weist in dem Report darauf hin, dass die Fernwartung von Aufzügen immer öfter über das Internet erfolgt. Aufzugsdaten lägen häufig in der Cloud. Wenn sie dort nicht ausreichend gesichert seien, „können sich Dritte unbefugt Zugang verschaffen und die Anlage unbemerkt manipulieren“, warnt die Diplom-Ingenieurin:

Weitgehend harmlose Hacks wie das permanente Öffnen und Schließen der Türen sind ebenso denkbar wie schwerwiegende Sabotageakte.

Wenn die Parameter für Beschleunigung, Geschwindigkeit oder Bremsweg der Aufzüge durch Hacker manipuliert würden, könne das „schwere Folgen für die Sicherheit der Fahrgäste“ haben, warnt Roelofsen:

Diese und andere Szenarien sind möglich und wahrscheinlich. Sie gründen auf einer Vielzahl von IT-sicherheitsrelevanten Vorfällen, die derzeit fast täglich in der (Fach-)Presse öffentlich gemacht werden.

Die komplexe Software-Steuerung moderner Aufzüge stellt für die Prüforganisationen ohnehin eine neue Herausforderung dar. Aufzughersteller verwendeten heute „eigene, proprietäre Datenprotokolle und Schnittstellen, die weder standardisiert noch öffentlich zugänglich sind“, warnt Dieter Roas, Vorsitzender des Arbeitskreises für Aufzugsicherheit der Zugelassenen Überwachsungsstellen (ZÜS) in dem Report: „Damit wird die gesamte Aufzugsanlage zunehmend zu einer sicherheitstechnischen Black Box.“ Die technischen Überwachungsunternehmen könnten nicht erkennen, ob Updates der Betriebssoftware Auswirkungen auf die Sicherheit des Fahrstuhls haben „oder gar nach der Installation manipuliert wurden.“

Laut „Anlagensicherheits-Report 2017“ wurden im vergangenen Jahr rund 551.000 der geschätzt 670.000 Aufzüge in Deutschland geprüft. Knapp 85 Prozent der geprüften Anlagen hatten keine oder nur geringfügige Mängel. Bei 14,68 Prozent der geprüften Aufzüge stellten die Kontrolleure „sicherheitserhebliche Mängel“ fest. Rund 3500 Aufzüge mussten wegen gefährlicher Mängel stillgelegt werden, was einem Anteil von 0,63 Prozent der geprüften Anlagen entspricht. Registriert wurden im vergangenen Jahr insgesamt 23 Personenschäden, wo bei es 14 Leichtverletzte und fünf Schwerverletzte gab. Vier Unfälle mit Aufzügen endeten tödlich.

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