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Patrick (17) getötet und von Drogenabhängigen verscharrt: Angehörige wollten ...

Patrick (17) getötet und von Drogenabhängigen verscharrt: Angehörige wollten endlich Gewissheit

News Team
29.11.2016, 09:08 Uhr
Beitrag von News Team

Der Mord an Patrick P. aus Marbach ist so gut wie aufgeklärt. Das teilt die Polizei mit. Nach dem Ergebnis der kriminalpolizeilichen Ermittlungen wurde das damals 18-jährige Opfer im Sommer 1999 erschlagen. An der Tat waren drei Männer beteiligt. Die Tatverdächtigen leben nicht mehr. Sie starben bereits vor etlichen Jahren an den Folgen ihres Drogenkonsums.

Am 15. September 1999 war im Wald südlich der B 312 zwischen Pfullingen und Unterhausen im sogenannten "Lippental" ein menschliches Skelett aufgefunden worden. Die damaligen Ermittlungen hatten ergeben, dass das zunächst unbekannte Opfer erschlagen und unbekleidet im Wald verscharrt worden war.

Die Arbeit der bei der damaligen Polizeidirektion Reutlingen eingerichteten Sonderkommission "Schönberg" konzentrierte sich zunächst auf die Identifizierung des unbekannten Toten. Die aufwändigen Ermittlungen und eine breite Öffentlichkeitsfahndung, bei der unter anderem auch ein mit Hilfe einer Weichteilrekonstruktion angefertigtes Bild veröffentlicht worden war, führten aber nicht zum Erfolg. Auch die Ausstrahlungen in den Fernsehsendungen "Aktenzeichen XY" 2001 und "Ungeklärte Morde" 2011 brachten keine weiteren Erkenntnisse.

Erst nachdem Angehörige Patrick P. im Jahr 2014 als vermisst gemeldet hatten, gelang der Durchbruch bei den Ermittlungen. Durch einen Vergleich der DNA-Proben der Familienangehörigen mit der DNA des aufgefundenen Skeletts und nach weiteren rechtsmedizinischen Begutachtungen konnte der Getötete im Herbst 2014 zweifelsfrei als Patrick P. identifiziert werden, von dem seit dem 31. Juli 1999 jede Spur fehlte.

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Zur Klärung des Mordes wurde im Anschluss an die Identifizierung des Opfers bei der Kriminalpolizeidirektion Esslingen unter Einbindung von Ermittlern der Kriminalpolizeidirektionen Böblingen und Stuttgart eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet, die sich insbesondere mit dem damaligen Umfeld und den möglichen Kontaktpersonen des Getöteten befasste. Rund 100 Personen wurden vernommen. Nach der Presseveröffentlichung Anfang November 2014 mit einem Lichtbild des Opfers gingen weitere rund 15 Hinweise ein, die aber allesamt zu keinem konkreten Tatverdacht führten.

Einige Tage, nachdem der Fall am 20. Mai 2015 nochmals in der Sendung "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt wurde, ging der entscheidende Hinweis eines Zeugen ein. Dieser konnte konkrete Angaben zu drei Tatverdächtigen aus der Stuttgarter Drogenszene machen.

Die drei aus dem Rems-Murr-Kreis stammenden Männer, die zur Tatzeit 26, 33 und 36 Jahre alt waren, hatten offenbar Ende der Neunzigerjahre zur Finanzierung ihrer Drogensucht Homosexuelle und Personen, die sich in dieser Szene aufhielten, ausgeraubt. Hier dürfte auch das Motiv für den Mord an Patrick P. liegen, der 1999 ebenfalls Kontakte in die Stuttgarter Homosexuellenszene unterhalten hatte. Die beiden älteren Verdächtigen waren im September 1999 nach Spanien ausgewandert, kurz bevor das skelettierte Opfer im Pfullinger Wald aufgefunden wurde. Die Ermittler fanden nun heraus, dass mehrere am Fundort des Opfers bei Pfullingen aufgefundene Gegenstände von dem damals 26-jährigen Verdächtigen stammten.

Die drei Männer, bei denen es sich um zwei deutsche und einen griechischen Staatsangehörigen handelte, waren über viele Jahre von harten Drogen abhängig. Während der zur Tatzeit 33-Jährige in Spanien blieb, kehrte der 36-Jährige im Jahr 2000 wieder nach Deutschland zurück. Alle drei Verdächtigen sind zwischenzeitlich nicht mehr am Leben. Sie starben 2001, 2002 und 2009 an den Folgen ihrer Drogensucht. Damit finden die langjährigen Ermittlungen nun ihren Abschluss. Aufgrund des Todes der Tatverdächtigen wird es kein weiteres justizielles Verfahren geben.

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