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Berliner Senat vermittelte Jugendliche an Pädophile

Berliner Senat vermittelte Jugendliche an Pädophile

News Team
03.12.2016, 11:05 Uhr
Beitrag von News Team

Mitarbeiter der Berliner Senatsverwaltung wussten, dass Männer, die sie in den Siebzigerjahren als Pflegeväter für Straßenjungen einsetzten, verurteilte Pädophile waren. Das belegt eine Studie Göttinger Wissenschaftler, die die Verstrickungen des Senats zu Pädophilieaktivisten untersucht hat. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Helmut Kentler, ein Wissenschaftler, der beim Pädagogischen Zentrum Berlin angestellt war, hatte Mitarbeiter des Jugendsenats davon überzeugt, die Jugendlichen in die Obhut von Pädophilen zu geben.

Im Gegenzug erwarteten die Männer sexuelle Handlungen. Die Jugendlichen waren laut Studie zwischen 13 und 17 Jahre alt. Die Forscher fanden außerdem eine Verbindung zur Odenwaldschule, wie DER SPIEGEL weiter erfuhr: Der Berliner Senat schickte demnach damals Jungen an das Internat, in dem zahllose Jugendliche missbraucht wurden. Der Senat solle nun erforschen lassen, ob die von ihm entsandten Jungen dort Opfer sexuellen Missbrauchs wurden, fordern die Göttinger.

Die Wissenschaftler sind enttäuscht von dem Aufklärungswillen der Berliner Behörden: "Wir hätten uns mehr Engagement bei der Aufklärung gewünscht", sagte Teresa Nentwig, die Leiterin der Studie, dem SPIEGEL. Unterlagen zu Kentlers Projekt wurden nur auf Nachfrage zur Verfügung gestellt. Viele der Akten im Landesarchiv seien noch nicht erschlossen. Der Antrag, die Schutzfrist einer wichtigen Akte zu verkürzen, wurde abgelehnt.

Helmut Kentler, ein inzwischen verstorbener Psychologe und Sozialpädagogik-Professor soll den Senat zu dem „Experiment“ bewegt haben. Die Jugendlichen sollten eine "liebevolle" Erziehung erfahren - im Gegenzug verlangten die Erwachsenen wohl Sex von ihnen.

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Berlin, sprach am Freitag von einem „Verbrechen“ und zeigte sich fassungslos, wie die "Bild" berichtet. „Wir können das erlittene Leid nicht wieder gut machen, es tut mich schrecklich leid, was den jungen Menschen angetan wurde“, sagt Scheeres. „Aber wir müssen das weiter aufarbeiten und können Betroffenen Hilfestellung geben.“

Ab sofort gibt es eine Hotline, an die sich Opfer wenden können: 030 – 90 227 5540

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