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HSV-Mann Timo Kraus vermisst: Kommissar spricht nach "Aktenzeichen XY"-Pleit ...

HSV-Mann Timo Kraus vermisst: Kommissar spricht nach "Aktenzeichen XY"-Pleite traurige Wahrheit aus

News Team
09.02.2017, 18:46 Uhr
Beitrag von News Team

Wo ist der zweifache Familienvater Timo Kraus? Der 44-jährigen HSV-Manager ist seit einer Partynacht mit seinen Kollegen auf der Reeperbahn in Hamburg verschwunden.

Am Mittwochabend behandelte Rudi Cerne den Fall in seiner ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Cerne sagte dazu im Gespräch mit Focus online:

Unglaublich, dass dieser Mann einfach so verschwindet. Eine handelnde Person von einem Fußball-Bundesligisten. Und niemand hat etwas gesehen.

Cerne stellte den Fall selber vor, richtete sich noch einmal eindringlich an den gesuchten Taxifahrer. 5 Millionen Menschen sahen zu, doch keiner lieferte einen brauchbaren Hinweis.

Ein Anrufer meldete sich bei "Aktenzeichen XY". Die Polizei bezeichnete dessen Mitteilung aber anschließend als allgemein und inhaltsleer.

Polizeihauptkommissar Jan Krüger bringt in der "Bild" eine ernüchternde Erkenntnis zum Ausdruck. Solange sich der Taxifahrer, in dessen Wagen Kraus am Abend des 7. Januar gestiegen sei, nicht offenbare, werde man bei der Suche nicht weiterkommen. Die Ermittlungsschritte seien erschöpft.

Nach allem, was wir wissen, müssen wir mutmaßen, dass Timo Kraus in der Elbe ertrunken ist

Das ist der bisherige Stand der Ermittlungen:

Da sein Handy zuletzt in jener verhängnisvollen Nacht vom 7. auf den 8. Januar an den Landungsbrücken geortet wurde, halten die Ermittler für möglich, dass er dort ins Wasser stürzte.


Polizeihauptkommissar Torsten Adam widerspricht entschieden der Darstellung, dass die Suche eingestellt sei. „Das stimmt nicht“, sagt er der Zeitung „Welt“. Zwar sei die gezielte Suche auf Grundlage von konkreten Hinweisen heruntergefahren worden. Doch: „Die Suche nach Timo Kraus an sich läuft und wird möglicherweise über Jahre laufen“.

Gleiches gilt für den Taxifahrer, der Timo Kraus gegen 23:30 Uhr in Höhe des Restaurants "Block Bräu" mit Zielort Buchholz in der Nordheide aufgenommen hat.

Er ist ein wichtiger Zeuge und wird dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Jan Krüger (39) von der Polizeiinspektion Harburg sagt "Bild": „Wir haben alle Taxi-Zentralen abgefragt, alle Taxi-Halter einer B-Klasse aufgesucht. Es ist sogar möglich, dass wir mit dem richtigen Fahrer gesprochen haben. Er hat sich aber nicht zu erkennen gegeben. Vielleicht hat er Angst. Wir haben keinen Ansatzpunkt mehr."

Die Polizei hält für möglich, dass sich der Fahrer wegen eines schlechten Gewissens nicht meldet. Die Beamten können sich vorstellen, dass dem Mann, er wird als Schwarzafrikaner mit großer Nase beschrieben, eine Lizenz fehlt oder auf eigene Rechnung fuhr. Es könne auch sein, so heißt es in der "Welt" weiter, dass den Fahrer Schuldgefühle plagen, den angetrunkenen Kraus zu den Landungsbrücken zurückgefahren zu haben?

Wie der Ermittler der "Welt" weiter sagte, erhalte die Polizei ein bis zwei Hinweise pro Woche. Zuletzt durchsuchten dem Bericht zufolge Bereitschaftspolizisten und Hunde Gebäude und Container im Hafenstadtteil Kleiner Grasbrook. Nach MOPO-Informationen war ein Fax bei der Polizei eingegangen. Demnach wurde die Polizei aufgefordert in Containern auf dem Areal Brandenburger Straße 19 nachzusehen. Die Polizisten suchten mehr als zwei Stunden lang, fanden aber nichts.

Weitere Tauchgänge erschwert die starke Strömung der Elbe an besagter Stelle die Suche im Wasser. Mit zehn Metern pro Sekunde reißt der Fluss Richtung Meer.

Die Ermittler halten eine umfangreiche Unterwassersuche für wenig Erfolg versprechend. Die Gezeiten und die starke Strömung hätten den Körper des Vermissten längst die Elbe hinab getrieben. Wie weit, vermag kein Experte mit Sicherheit zu sagen.

Jan Krüger erklärt im Gespräch mit FOCUS Online: "Alle sechs Stunden ist der Hafen dem Gezeitenwechsel unterworfen. Die Strömung geht rauf und runter. Da ist es möglich, dass ein Körper ins Wasser fällt, von der Strömung bewegt und irgendwo reingedrückt wird - oder hängen bleibt."

Es sei auch möglich, "dass der Körper schon weit mitgenommen wurde von der Elbe – sich also schon im Bereich der Nordsee" sei. Aber es könne auch sein, dass er sich noch unweit der Unglücksstelle irgendwo im Hafenbecken befindet."

In der Regel tauchen Leichen im Wasser nach etwa drei Tagen wieder auf. Doch von Timo Kraus fehlt nach wie vor jede Spur."Er könnte aber auch Schiffskontakt gehabt haben", sagte Krüger zu "Bild".

„Taucheinsätze sind keine Maßnahmen, die die Polizei in Erwägung zieht“, sagte der Sprecher der "Welt". Unter Wasser ist zudem die Sicht sehr schlecht. "Wir können nicht jeden Meter des großen Hafenbeckens abtauchen."

Hier verschwand der HSV-Manager

Kraus war schon in einem Taxi auf dem Heimweg nach Buchholz gewesen. Doch aus irgendeinem Grund kehrte er zurück. Aufnahmen aus einer Überwachungskamera beweisen das: Sie zeigen den Rückkehrer vor dem "Blockbräu" - jetzt ohne Jacke, anders als beim früheren Verlassen des Lokals.

Timo Kraus soll einen Pullover wie diesen getragen haben.

Für Hauptkommissar Jan Krüger von der Polizeiinspektion in Buchholz ist der Fall ein Rätsel, wie er der "Süddeutschen Zeitung" erzählt. Es gebe keinen Hinweis auf eine Straftat, sagt er. Insgesamt gehen die Ermittler eher von einem Unglück aus. Von allen Optionen ist die, dass Timo Kraus vom Ponton gerutscht und im Hafenbecken ertrunken ist, die wahrscheinlichste", sagt Krüger zu Web.de: "Wir können nicht das ganze Hafenbecken Meter für Meter abtauchen."

Dennoch: "Die Gesamtumstände sind hier so mysteriös", erklärte er der SZ.

Warum fanden Taucher nichts im Wasser am Kai, wo das Handy zuletzt geortet wurde?

Eine Erklärung wäre die extrem starke Strömung der Elbe an dieser Stelle. Dort drängt das Wasser mit zehn Metern pro Sekunde Richtung See. Als drei Kapitäne unabhängig voneinander am Samstag eine im Wasser treibende Leiche meldeten, rückten sofort Einsatzkräfte aus. Sie fanden abermals nichts - außer einem Baumstamm.

Und warum meldet sich der Fahrer nicht, der Timo Kraus nach Hause zu seiner Familie nach Buchholz bringen sollte und dann umkehrte?

Die Polizei geht davon aus, dass der Fahrer seine Gründe habe, sich nicht zu melden. Jan Krüger von der Polizei in Buchholz mutmaßt im Gespräch mit der "Süddeutschen", dass der Chauffeur keine Lizenz habe.

Vielleicht ist es kein richtiges Taxi gewesen.

Der HSV setzte eine Belohnung in Höhe von 2.000 Euro für entscheidende Hinweise auf den Fahrer aus. Er soll ein Schwarzafrikaner mit auffällig großer Nase gewesen sein. Kollegen hatten den angetrunkenen Leiter der Marketing-Abteilung in den Wagen gesetzt, damit er sicher nach Hause komme.

Die öffentliche Fahndung

Timo Kraus ist ca. 183 cm groß, hat eine Halbglatze mit kurzem, dunklem Haar und trägt einen Vollbart sowie eine Brille. Er war zum Zeitpunkt des Verschwindens bekleidet mit einer beigefarbenen Jacke mit Fellkragen der Marke Adidas, einer roten Mütze, einem grauen Pullover mit HSV-Aufdruck, einer blauen Jeans und schwarzen Adidas Stiefeln.

Die Polizei bittet Zeugen, die Timo Kraus am Samstag nach 23:30 Uhr gesehen haben, sich unter der Telefonnummer 04181 2850 beim Zentralen Kriminaldienst in Buchholz oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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