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Wer wählt wirklich AfD? Studie räumt mit Mythos der Loser-Partei auf

Wer wählt wirklich AfD? Studie räumt mit Mythos der Loser-Partei auf

News Team
21.06.2017, 14:34 Uhr
Beitrag von News Team

Einer Studie der Uni Leipzig zufolge spricht die AfD nicht in erster Linie die Abgehängten der Gesellschaft an. „Es gibt unter AfD-Wählern sogar mehr Menschen mit überdurchschnittlichem Einkommen als bei mancher anderen Partei“, sagt der Leiter der Untersuchung, der Soziologe Holger Lengfeld, in einem Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT, der die Studie vorab vorliegt.

Potenzielle AfD-Wähler seien „nicht allein das, was man gemeinhin ‚kleine Leute‘ nennt“, so Lengfeld. Die AfD habe Unterstützer in der gesamten Bevölkerung: Arbeiter, Angestellte, Akademiker.

Personen mit mittlerem Schulabschluss sind unter AfD-Wählern sogar etwas stärker vertreten als bei anderen Parteien.

Für die Untersuchung hat Lengfeld umfangreiche Rohdaten neuer repräsentativer Meinungsumfragen statistisch ausgewertet und damit Zusammenhänge zwischen sozialem Status und der Wahlabsicht der Bürger hergestellt. „Das Ergebnis hat mich selbst überrascht“, sagt Lengfeld. Die AfD werde so gut wie gar nicht aus ökonomischen Gründen gewählt, sondern vor allem weil sie sich gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung und die etablierten Parteien positioniere.

Versuche etwa der SPD, im Wahlkampf stärker auf soziale Gerechtigkeit zu setzen, würden die AfD demzufolge kaum Wähler kosten. „Die Annahme, man könnte der AfD potenzielle Wähler abluchsen, indem man für mehr Umverteilung sorgt, halte ich für einen Fehlschluss – und das ist ein zentrales Ergebnis unserer Untersuchung“, so Lengfeld. „Jemand, der die AfD gut findet, wird nicht zur SPD wechseln, weil die die größeren sozialen Versprechungen macht.“

Holger Lengfeld ist Professor für „Soziologie, Institutionen und sozialer Wandel“ an der Universität Leipzig und Fellow am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin.

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3 Kommentare

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Entgegen der Annahme von Hr. Lengfeld, denke ich schon, dass man mit dem Thema "Soziale Gerechtigkeit" generell Stimmen von anderen Parteien gewinnen könnte.

Die SPD hat diesbezüglich nur ein erhebliches Glaubwürdigkeitsdefizit.
  • 21.06.2017, 17:56 Uhr
  • 1
Richtig, das kam mir jetzt auch spontan in den Sinn... Glaubwürdigkeitsdefizit
  • 22.06.2017, 08:49 Uhr
  • 0
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Bedeutet dieses Ergebnis ernsthaft und überlegte Gründe für diesen Wählerkreis?
  • 21.06.2017, 16:05 Uhr
  • 0
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