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Türkei will deutschen Geheimdienst unterwandern: Doppel-Agenten aufgeflogen!

Türkei will deutschen Geheimdienst unterwandern: Doppel-Agenten aufgeflogen!

News Team
17.07.2017, 17:25 Uhr
Beitrag von News Team

Die Türkei hat offenbar versucht, eigene Informanten in das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) einzuschleusen. Nach Informationen der WELT aus Sicherheitskreisen waren dem BfV bei Sicherheitsüberprüfungen zuletzt mehrere Bewerber aufgefallen, die im engen Kontakt zum türkischen Geheimdienst MIT standen. Die Kölner Behörde wollte sich auf Anfrage nicht zu Details äußern. Eine Anfrage an die Botschaft der Türkei blieb unbeantwortet.

"Das BfV ist wie jeder andere Nachrichtendienst Ziel von strategischen Einschleusungsversuchen ausländischer Geheimdienste", sagte eine Sprecherin des Verfassungsschutzes. "Deshalb müssen wir als Sicherheitsbehörde besonders wachsam in Bezug auf Bewerber sein." Da das BfV sein Personal derzeit aufstockt, sind besonders viele Stellen ausgeschrieben. Ein Nachrichtendienstler sagte der WELT: "Die verdächtigen Bewerber hatten sich sowohl auf Stellen für türkischsprachige Mitarbeiter als auch auf Jobs in anderen Bereichen des Verfassungsschutzes beworben."

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), kritisierte die mutmaßlichen Spionageversuche der Türkei: "Es liegt natürlich auf der Hand, dass es generell nicht hinnehmbar ist, wenn fremde Geheimdienste unsere Nachrichtendienste zu unterwandern versuchen." Mayer, der auch Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) des Bundestages ist, erklärte, es komme "auch nicht darauf an, welches Land diesen Versuch unternimmt". Sollte ein NATO-Partner dies tun, "wäre es natürlich besonders verwerflich". Mayer ging davon aus, "dass das Thema uns auch generell im Parlamentarischen Kontrollgremium beschäftigen wird".

Der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom ist der Meinung, dass nun geprüft werden müsse, ob gegen enttarnte Bewerber wegen des Verdachts der "Geheimdienstlichen Agententätigkeit" nach Paragraf 99 des Strafgesetzbuches ermittelt werden müsse. "Auch der Versuch ist strafbar", sagte er. Wenn der Verfassungsschutz da zu lasch sei und keine klare Kante zeige, sei die "Abschreckungswirkung für den MIT gleich Null".

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