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Mit dem Herzschlag ins Bankkonto

27.08.2016, 09:46 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Leergeräumte Online-Konten

Der Kölner Internet-Rechtsanwalt Jakob Wahlers vertritt im Jahr gut 20 Mandanten, deren Online-Konten leergeräumt wurden, oft geht es um mehrere zehntausend Euro. In der Regel zeigen sich die Banken zwar kulant, weil sie nicht wollen, dass mögliche Sicherheitslücken an die große Glocke gehängt werden. Doch den Ärger hat der Kunde trotzdem. Und: Wenn die Bank ihm einen Tan-Generator zur Verfügung gestellt hat und trotzdem etwas passiert, zieht der Kunde vor Gericht inzwischen öfter den Kürzeren, wie Wahlers erzählt. Denn diese Methode hätten viele Gutachter bereits als unknackbar für Hacker beurteilt.

Doch komfortabel ist anders: Erst muss der Kunde seine EC-Karte in das Gerät stecken, sie dann vor den flackernden Bildschirm halten, überprüfen, ob alle Daten mit der gewünschten Überweisung übereinstimmen und dann die generierte Tan-Nummer eingeben. „Er muss inzwischen so viele Sachen überprüfen, dass die Überweisung auf Papier fast schon wieder einfacher ist, findet Wahlers. Doch gerade das wollen die Banken auch wieder nicht. Schließlich ist es für sie wesentlich günstiger, wenn die Kunden ihre Geschäfte online erledigen statt in der Filiale. Deswegen soll die Autorisierung über biometrische Daten die Identifizierung nicht nur sicherer, sondern auch bequemer machen.

Wer ein halbwegs modernes Handy hat, spart sich schon heute gerne die Eingabe eines Passworts und loggt sich einfach mit dem Daumendruck auf den Powerknopf ein. Das nutzen nun die ersten Banken. Bei der Handy-App der Deutschen Bank zum Beispiel kommen die Kunden schon mit dem Fingerabdruck in ihr Online-Konto. Die ING Diba ermöglicht über eine eigene App sogar die Freigabe von Überweisungen mit einem Daumendruck auf das Scan-Gerät. Den Kunden gefällt der Service offenbar. „Damit können unsere Kunden im Mobile-Banking sicher und bequem auf ihr Konto zugreifen“, sagt Michael Koch, der bei der Deutschen Bank das Online- und das Mobile-Banking auf dem Handy leitet. „Allein im Monat Juli haben sich unsere Kunden mehr als 2 Millionen Mal per Fingerabdruck legitimiert.“ Auch die ING Diba ist mit den Zahlen zufrieden. Nach Angaben eines Sprechers nutzen immerhin 15 Prozent der Kunden mit Girokonto die Überweisung per Fingerabdruck.
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Unfrei ist nach Meinung des Bundesverfassungsgerichts, wer nicht Herr seiner Daten ist. Die US-Datenkraken wissen aber mittlerweile mehr über Sie als Sie selbst. Oder wissen Sie noch, woran Sie am 26.04.13 von 23:32:33 bis 23:39:22 UMT am Ort 49° 27′ N, 7° 3′ O gedacht haben? Und dann sagt Ihnen das die Datenkrake auf den Kopf zu. Und Sie sagen, stimmt nicht. Und dann legt die Datenkrake den Nachweis vor: Das Gerät (PC, Smartphone, Tablet etc.) wurde mit Ihrem Fingerabdruck (99,7%tige Sicherheit) und auch einer Person mit Ihrem Gesicht (99,95%tige Sicherheit) bedient.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/...794-p2.html

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