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Brexit nur der Anfang - Nobelpreisträger rechnet mit Euro-Austritt dieser Lä ...

Brexit nur der Anfang - Nobelpreisträger rechnet mit Euro-Austritt dieser Länder

News Team
06.10.2016, 07:58 Uhr
Beitrag von News Team

Star-Ökonom Joseph Stiglitz glaubt, dass Griechenland schon als Mitglied der Euro-Zone aufgegeben wurde. Außerdem hat er massive Zweifel daran, dass Italien künftig noch Teil der Euro-Zone sein wird. „Wenn ich mich mit Italienern unterhalte, spüre ich, dass die Menschen dort zunehmend enttäuscht sind vom Euro“, sagte der Nobelpreisträger im Gespräch mit der „Welt“. Die Enttäuschung breite sich unter Wissenschaftlern und führenden Politikern aus.


Den Italienern wird gerade klar, dass Italien im Euro nicht funktioniert.

"Das ist für die Italiener emotional wirklich schwierig, und sie haben sich lange geweigert, diese Einsicht zu akzeptieren.“

Ohne weitere tiefgreifende Reformen werde die Währungsunion nicht weiter funktionieren, sagt Stiglitz, aber er erwartet nicht, dass die europäische Politik die immer noch kriselnde Euro-Zone langfristig retten kann. Den Mitgliedsländern mangele es an Entschiedenheit, die notwendigen tiefgreifenden Reformen wie etwa die Schaffung einer Bankenunion oder einer gemeinsamen Einlagensicherung anzugehen. „Die Entschlossenheit fehlt“, sagte Stiglitz. „Mir macht die Geschwindigkeit Sorgen, mit der die Entscheidungen in Europa ablaufen. Die Politik einigt sich darauf, was getan werden muss, aber dann wird blockiert, getrödelt und sich Zeit gelassen.“ In Europa fehle es an der nötigen Solidarität über Grenzen hinweg.

Deutschland hat den Austritt Griechenlands schon akzeptiert

Deshalb werde der gemeinsame Währungsraum vermutlich in den kommenden Jahren zerbrechen, sagte der Top-Ökonom im Gespräch mit der „Welt“. „Es wird in zehn Jahren noch eine Euro-Zone geben, aber die Frage ist, wie sie aussehen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie immer noch 19 Mitglieder haben wird. Es ist schwer zu sagen, wer dann noch dazugehören wird.“ Deutschland habe beispielsweise schon akzeptiert, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen wird. In der Vergangenheit hatte Stiglitz bereits Portugal und Griechenland geraten, aus der Euro-Zone auszutreten.

Euro-Zone dümpelt vor sich hin

Stiglitz macht den Euro aber auch die deutsche Austerititätspolitik verantwortlich für die wirtschaftlichen Probleme Europas. Die Auflösung der Gemeinschaftswährung oder der Bruch in einen Nord-Euro und einen Süd-Euro seien deshalb die einzig realistischen Optionen, die lahmende Wirtschaft des Kontinents wieder in Schwung zu bringen. „Die Krise begann in den USA, aber die Wirtschaft dort erholt sich wieder, während die Euro-Zone vor sich hindümpelt“, sagte der Ökonom, der in der Vergangenheit Chefökonom der Weltbank war. Beide Wirtschaftsräume seien ähnlich aufgestellt, verfügten über ähnliches Humankapital, ähnliche Bodenschätze und ähnliche Institutionen. „Der große Unterschied ist der Euro“, sagt Stiglitz. Die gemeinsame Währung belaste die europäische Wirtschaft.

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27 Kommentare

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Süddeutsche Zeitung vom 12. Oktober 2016:

Man kann nur ahnen, wie groß die Enttäuschung bei der britischen Regierung gewesen sein muss, als die Beamten des Innenministeriums jüngst entdeckten, dass man das Gros der EU-Ausländer auch nach dem Brexit nicht loswird. 80 Prozent der in Großbritannien lebenden Kontinentaleuropäer werden zum Zeitpunkt des Austritts aus der Union mehr als fünf Jahre im Land sein, was bedeutet, dass sie das Recht haben zu bleiben.

Die Frage ist mittlerweile allerdings eher, ob sie das überhaupt wollen. Die Regierung tut alles dafür, ihnen das Gefühl zu geben, bestenfalls geduldet zu sein. Wer sich unter den Ausländern umhört, spürt Enttäuschung, Wut und Trotz. Nicht wenige besonders gut qualifizierte EU-Bürger sagen: Dann macht euren Mist halt alleine.

Die Stimmung im Vereinigten Königreich hat sich nach dem Votum für den Brexit gewandelt. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dies nicht mehr das gleiche Land ist. Großbritannien stand immer für Weltoffenheit. Es war das Land, dessen Bevölkerung sich durch eine einzigartige Mischung aus Anstand und Irrsinn, Wahnsinn und Verbindlichkeit, Stolz und Stoizismus auszeichnete. Man musste es einfach lieben. In diesen Tagen wirkt Großbritannien aber nun wie das Land des kleinen Geistes, in dem es fast zum guten Ton gehört, sich mindestens spöttisch über Ausländer zu äußern.

Kompletter Text:
http://www.sueddeutsche.de/politik/b...a-1.3200232
  • 12.10.2016, 19:01 Uhr
  • 1
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Der 'Brexit' wird für Großbritannien enorme wirtschaftliche Nachteile bringen und vielleicht auch dazu führen, dass aus Großbritannien wieder England wird. Die übrigen EU-Länder werden aus dieser Erfahrung lernen und sich gründlich überlegen, ob sie diesem abschreckenden Beispiel folgen wollen.
  • 08.10.2016, 21:18 Uhr
  • 2
Die Zeit wird´s zeigen wer mit seiner Philosophie richtig liegt. Es kommt sehr oft auf die Führungsmannschaft an. Politik ist wie im Fußball es kommt nicht auf den einzelnen, sondern auf die Mannschaft an. Sind es echte Teramplayer kann es gut gehen.
  • 09.10.2016, 10:06 Uhr
  • 1
England hat das eizige richtig gemacht und ich hoffe das noch viele Länder folgen.Der Verein EU ist doch nur für die Bonzen gut.
  • 12.10.2016, 20:35 Uhr
  • 1
Vielleicht sollten Sie doch mal den oben erwähnten Bericht lesen.
  • 12.10.2016, 20:42 Uhr
  • 2
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Stimmt Herr Schlögl, es war von Anfang eine Totgeburt nur künstlich vorghalten. Es wurden mehrere Dinge falsch angefangen und vorgehalten. Bei einem Zusammenschluß hätte man ganz klar definieren müssen was man will und was nicht. Ein rein fiskalischer Zusammenschluß mußte schief gehen, nach dem die Wirtschaft, die Gerichtsbarkeit, Arbeitsrecht, Sozialrecht usw. außer acht ließ.
  • 06.10.2016, 18:37 Uhr
  • 0
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Die Südländer haben sich in der "Vor-Euro-Zeit" bei Wirtschafts- und Finanzkrisen durch Abwertungen ihrer Währung durchgemogelt. So konnten sie ohne große Probleme Schulden machen und weiterwursteln wie bisher. Die Bevölkerung verarmte zwar dabei, aber durch die "billigere" Währung konnte das Wachstum immer wieder angekurbelt werden.
Deshalb wäre eine Trennung in Süd- und Nord-Euroländer zu begrüßen. Dann könnten die Südländer ihre lässige Finanzpolitik wieder beginnen, ohne die stabilen Länder zu gefährden.
  • 06.10.2016, 08:18 Uhr
  • 4
Das ist eine Überlegung wert, nur damit dürfte dann das Projekt eines vereinten Europas endgültig gestorben sein. Gemeinschaftsaufgaben benötigen eine gemeinsame Finanzierung. Wenn die Südhälfte aber beginnt, wieder mit Monopoly Spielgeld zu bezahlen, ist das von den anderen nicht mehr zu schultern.
  • 06.10.2016, 08:30 Uhr
  • 0
Europa wird nicht sterben. Andere Länder, wie z. B. Polen haben auch keinen Euro! Die gemeinsame Währung kam einfach zu früh!
  • 06.10.2016, 09:02 Uhr
  • 3
Der Euro war von Anfang an Mist und zum Scheitern verurteilt! Das wurde zu Beginn schon festgestellt und hat sich immer wieder all die Jahre bestätigt!
  • 06.10.2016, 09:23 Uhr
  • 3
.............von uns bezahlte STUDIERTE!!!......Dummköpfe.....
jeder NORMALIE weiss dass das nicht funktionieren kann. Gleicher Lebensstandart/Wirtschaft dann wär es evt. ok. gewesen.
  • 06.10.2016, 09:55 Uhr
  • 1
Dank dem Kapitalismus wird das leider nicht funktionieren. Das hatte damals schon die RAF erkannt auch wenn diese durch ihre Brutalität als Vernrecher hingestellt werden.
  • 06.10.2016, 10:10 Uhr
  • 0
Der S€ und der N€ wäre sicher eine Lösung für die Euro-Krise. Der N€ würde bei einer Trennung sofort aufgewertet und der S€ abgewertet.
Die Exporte würden für Deutschland dann schwieriger, aber die Importe günstiger. Auch die Zinsen könnten beim N€ wieder steigen.
Umgekehrt sieht es beim S€ aus. Die Wirtschaft der Südländer kann Dank der Abwertung günstiger exportieren, aber die Importe werden teurer. Diese Länder müssen außerdem aufpassen, dass sie sich keine Inflation einhandeln.
Mit dem Kapitalismus haben diese Währungsfragen nichts zu tun. das ist nur eine Frage von fähigen und unfähigen Politikern.
  • 06.10.2016, 10:45 Uhr
  • 0
Und da haben wir aber das Problem. Die unfähigen Politikern und die drohende Inflation.
Und nicht zu vergessen: Den Lobbyismus.DIe Poltik sollte sich von der Wirtschaft spalten. Es kann nicht sein das Politiker in Vorständen irgendwelcher Konzerne sitzen......
  • 06.10.2016, 10:53 Uhr
  • 0
Warum ist das ein Problem? Unfähige Menschen hat es zu allen Zeiten gegeben, egal, ob in der Politik oder in der Wirtschaft.
Das Gute in einer Demokratie ist, dass solche Leute irgendwann abgewählt werden, obwohl das manchmal lange dauert. In einer Diktatur a la Honecker war das nicht möglich, sodass die DDR schließlich Pleite war.
Auch der Lobbyismus ist nur ein Randproblem bei Währungsfragen. Wenn Konzerne unfähige Aufsichtsräte und Vorstände haben, dann gehen sie eben Pleite. Das trägt nur zur Gesundung der Gesamtwirtschaft bei.
  • 06.10.2016, 11:09 Uhr
  • 1
Hallo Digger Wersin,
es stimmt Europa wird bleiben, weil es ein geographisches Gebilde ist, nur derTraum eines ereinigen Europa wird es in den nächsten Jahren nicht geben. Der Euro wurde mit falschen Prämissen geschaffen, wie so vieles in der Politik. Gegen die Unfähigkeit von Menschen kann man leider nicht viel tun, aber wenn sie nicht nur unfähig sind, sondern dazu noch unredlich dann muß man unheimlich achtgeben, so geschehen von unserem Oberkassenwart und seinem Gutachten um das Bargeldverbot, das von vorn herein von falschen Angaben vollkommen unwissenschaftlich von einem bezahlten Professor erstellt wurde, wie ein Professor aus Linz nun feststellte..
  • 08.10.2016, 13:44 Uhr
  • 1
Peter, ich verstehe Deine Skepsis gegenüber Schäuble nicht. Wie in der Politik üblich, hat es einen Ballon losgelassen, um die Reaktionen zu sehen. Gabriel machte das bei TTIP und Nahles bei der Erhöhung der Rentenbeiträge. Die Diskussion in der Öffentlichkeit zeigt ihnen dann, wie weit sie gehen können.
Zu dem Gutachten, die ich nicht kenne, kann ich nur bemerken, dass ein Sachverständiger natürlich bezahlt wird. Die Feststellung des Linzer Gutachters ist dabei nicht von Bedeutung, da ein Gutachten nie die alleinige Wahrheit darstellt. Denn es gibt keine absolute Wahrheit!
  • 08.10.2016, 16:37 Uhr
  • 1
Stimme ich Dir zu, Digger Wersin, es gibt nie eine einzige Wahrheit, nur die Subsummtion vieler kleiner Teilstücke ergeben die Summe. Zuerst nur der Ballon mit der Abschaffung des Bargeldes, dann die Abschaffung des 500 € - Scheines wegen des Geldwäschens, die ganze Zeit wird wieder über die Abschaffung des Bargeldes diskutiert, jetzt wird bekannt, daß der Staat zu enig Geld hat die Deutsche Bank zu retten, da sie selbst z.Z. 66% ihres ursprünglichen Wertes eingebüßt hat. Alle diese kleinen Teilstückchen ergeben wie ein Mosaik ein Bild das nichts Gutes erahnen läßt.
  • 08.10.2016, 16:51 Uhr
  • 1
.............und das Papier zum Drucken wurde nicht geliefert,
kein Kohleeingang ersichtlich
  • 08.10.2016, 17:05 Uhr
  • 1
Warum wird die Entwicklung in Europa von vielen so pessimistisch gesehen?
Es ist doch ein großartiger Versuch, nach Jahrhunderten kriegerischer Auseinandersetzungen Politik mit friedlichen Mittel zu gestalten. Dazu braucht man einen langen Atem, denn die Vorurteile gegeneinander wischt man nicht mit einem Vertrag fort,
Spätestens bei der Griechenlandkrise wurde das deutlich. Es gab wieder die "faulen Griechen" und das "Vierte Reich der Deutschen", die über Europa herrschen wollen.
Wir sind ein großartiger Kontinent mit 500 Millionen Menschen, die der Menschheit viel Gutes gebracht haben, aber auch schreckliche Verbrechen begangen.
Deshalb solltet ihr alle mehr Geduld haben.
  • 09.10.2016, 13:56 Uhr
  • 1
Sie haben Recht, Herr Digger Wersin, nur leider hat die Frau AM sich bei den Ministerpräsidenten der EU benommen wie ein Elefant im Porzelanladen. Wenn ich jemand für etwas einnehmen will, darf ich ihn nicht wie ein Schulmeister belehren wollen, sondern um Vorschläge bitten bzw. fragen was wir eigentlich wollen. Dann gemeinsam Ziele formulieren. Was wir in der jetzigen Zeit erreichen können ist evtl. eine Vereinigung europäischer Staaten, mehr können wir höchsten nach der Aera AM erreichen.
  • 09.10.2016, 14:29 Uhr
  • 0
Peter, entschuldige, das ist doch wieder "klein,klein".
Merkel hat Mist gebaut mit den Flüchtlingen, Orban mit den Zäunen, Papandreou, Samaras und Tsipras mit der schlampigen Regierung, Hollande mit Nichtstun...
Du fixierst die Probleme Europas auf Merkel, als ob sie die Chefin Europas ist. Dabei hat sie genau so viel Macht wie der Regierungschef von Portugal, vielleicht etwas mehr Einfluss!
Im übrigen sind wir in der EU vereint, wir müssen nur etwas daraus machen. Das erfordert viel Geduld.
  • 09.10.2016, 15:45 Uhr
  • 1
Ja, Digger Wersin, sie hat mehr Porzelan zertrampelt wie nach ihr Generationen es kitten können, das ist Fakt. Herr Orban macht für die EU wie AM bislang etwas zu Stande gebracht hat. Die Aufstellung der Zäune und Sicherung der Außengrenze wäre AM´s erstes Gebot gewesen, dann hätten wir nur Flüchtlinge im Land und keine unerwünschten Emigranten, die heute als Sozialschmarotzer gelten.
  • 09.10.2016, 17:57 Uhr
  • 0
Peter, Du solltest Dich mal mit unserem Grundgesetz befassen!
  • 09.10.2016, 20:49 Uhr
  • 0
Lieber Digger Wersin, ich habe das GG immer bei mir, wlrchen Artikel soll ich Dir zitieren? Zu dem Emigranten sind keine Flüchtlinge die um Leib und Leben fürchten müssen, wenn sie das Ansprechen wollen, es sind Wirtschaftsflüchtlinge! Ein feiner Unterschied zu Flüchtlingen, aber slebst davon wurden schon viele gebeten vom BAMs gebeten unser Land zu verlassen, was sie allerdings gegen das Gesetz nicht tun!
  • 10.10.2016, 14:13 Uhr
  • 0
Wie willst Du unterscheiden, ob jemand ein Wirtschafts-Flüchtling ist, oder ein politisch Verfolgter, wenn sie gar nicht erst nach Europa kommen können? Dann musst Du sie in den Schlauchbooten befragen oder vor einem Zaun.
  • 10.10.2016, 17:37 Uhr
  • 0
Oder gleich nach Ihrer Ankunft befragen und wenn die Personen keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, dann ab in das nächste Flugzeug und zurück in die Heimat.
  • 10.10.2016, 18:20 Uhr
  • 0
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