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August Oetker erklärt, weshalb er gegen seinen Sohn gestimmt hat

August Oetker erklärt, weshalb er gegen seinen Sohn gestimmt hat

News Team
16.12.2016, 16:01 Uhr
Beitrag von News Team

August Oetker, der Vorsitzende des Beirates der Oetker-Gruppe, hat am vergangenen Montag bei der Sitzung des Oetker-Kontrollgremiums verhindert, dass sein eigener Sohn Philip, der derzeit bei der konzerneigenen Reederei Hamburg Süd arbeitet, in die Geschäftsführung der Gruppe einzieht.

In einem gemeinsam geführten Interview von FOCUS und Handelsblatt bestätigte Oetker sein Stimmverhalten. Er verhinderte damit einen Kompromiss in dem seit Jahren andauernden Familienstreit. Dieser sah vor, die jüngere Generation in die Gesamtverantwortung des Unternehmens einzubinden. „Ich halte sehr viel von meinem Sohn“, sagte Oetker. Er sehe jedoch derzeit keine Notwendigkeit für neue Mitglieder in der Konzern-Leitung. „Wenn jemand aus der nächsten Generation dort arbeiten möchte, hat er dafür Zeit genug.“ Der 72-Jährige kündigte an, den Beirat bis 2019 leiten zu wollen. Anschließend werde Philip in den Beirat einziehen – was dann allerdings eine operative Tätigkeit in dem Unternehmen ausschließen würde. Schon sein Vater Rudolf August Oetker habe, so Oetker, „immer deutlich gemacht, dass niemand Anspruch auf Führung hat, nur weil er ein Oetker ist.“

Mit Blick auf die Konflikte innerhalb der Familie sagte der Beiratsvorsitzende, jeder Gesellschafter müsse sich entscheiden, ob er die eingeschlagene Strategie mittragen könne. „Wenn das nicht der Fall ist, dann muss er oder sie versuchen, Korrekturen an der Strategie durchzusetzen. Oder sich eben verabschieden.“ Im letzteren Fall bekomme der Betreffende „die finanziellen Mittel zur Verfügung, um seine eigenen Vorstellungen umzusetzen.“ Oetker räumte jedoch auch ein, dass ein ausscheidender Gesellschafter seine Anteile der Familie mit einem „erheblichen Abschlag“ verkaufen müsse.

Was die Zukunft der Gruppe angeht, will sich Oetker – wie auch andere Familienmitglieder – wieder stärker auf den Lebensmittelbereich konzentrieren. „Wir wuchsen im vergangenen Jahr schwächer als der Markt“, räumte der Beiratsvorsitzende ein. Das werde sich aber wieder ändern. Insbesondere will Oetker das Geld aus dem Verkauf der Reederei Hamburg Süd in dieser Sparte für Zukäufe nutzen, etwa in Kanada, England und Indien. Oetker wolle aber auch innovativer werden und selbst verstärkt neue Produkte entwickeln. Zudem will sich die Gruppe in einer immer stärker vernetzten Welt neu positionieren. „Was wir noch nicht so gut können, ist die Digitalisierung“, sagte Oetker.

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1 Kommentar

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Diese Entscheidung finde ich gut. Wir machen es heute den jungen Managern viel zu leicht! Sie sollten alle zuerst einmal richtig arbeiten lernen, bis sie sich auf den Lorbeeren der Väter ausruhen können. Keiner kann etwas mit ins Grab nehmen, aber das was geschaffen wurde, bleibt bestehen.
  • 17.12.2016, 21:31 Uhr
  • 0
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