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Die Rolle von Equity Crowdfunding

Die Rolle von Equity Crowdfunding

31.05.2017, 09:23 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Crowdfunding - auf Deutsch "Schwarmfinanzierung" - ist eine innovative Form, um Geldanleger und Kapitalnachfrager über das Internet zusammenzubringen. Seit dem Start der ersten Crowdfunding-Plattform im Jahre 2003 hat sich das Modell dynamisch weiterentwickelt. Eine der neuesten Ausprägungen ist das Equity Crowdfunding oder Crowdinvesting.

Den Startschuss der Schwarmfinanzierung über das Netz bildete die Plattform ArtistShare in Großbritannien. Sie ermöglichte es Musikern, im Internet Geld von Fan-Usern für die Produktion von Musikalben einzusammeln. Das Modell erwies sich als erfolgreich und fand bald Nachahmer. In diesem Stadium hatte die Finanzierung noch mehr ideellen Charakter. Doch bald fand eine Kommerzialisierung und Professionalisierung statt.

Vom Crowdlending zum Crowdinvesting

Damit war das Crowdlending geboren. Über entsprechende virtuelle Marktplätze wurde die Möglichkeit geschaffen, Kredite von privat an privat ohne Zwischenschaltung einer Bank zu vergeben. Die erste Crowdlending-Plattform wurde 2005 ebenfalls in Großbritannien gegründet. In Deutschland gibt es Crowdlending seit 2007 und die Zahl der Marktplätze ist seither stetig gestiegen. Das Crowdlending wird vor allem von Selbständigen gerne als Möglichkeit der Finanzierung genutzt, weil sie oft Schwierigkeiten haben, auf normalem Bankweg Kredite zu vertretbaren Konditionen zu erhalten. Für die privaten Finanzierer ist Crowdlending dagegen eine interessante Form Geldanlage.

Bis zum Crowdinvesting war es danach nur noch ein logischer Schritt. Im Unterschied zum Crowdlending geht es hier nicht um Kreditvergabe, sondern um Risikokapital bis hin zu echten unternehmerischen Beteiligungen. Auch bei dieser Form der Schwarmfinanzierung haben sich inzwischen mehrere Anbieter etabliert - einige mehr mit Fokus auf gewerbliche Immobilien, andere wie www.unternehmerich.de mit Ausrichtung auf Finanzierung und Geldanlage bei innovativen Start-ups und mittelständischen Unternehmen. Der Markt steht erst am Anfang und dürfte in den nächsten Jahren noch wachsen.

Mit im unternehmerischen Risiko

Das Prinzip dabei ist einfach: ein Projektinitiator oder Start-up stellt sein Vorhaben auf der jeweiligen Crowdinvesting-Plattform vor und potentielle Anleger haben dann die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen. Wenn genügend Kapital eingesammelt ist, wird das Projekt geschlossen und die Finanzierung kann zustande kommen. Die Plattform betätigt sich dabei nicht nur als virtueller Marktplatz, sondern unterstützt auch die Abwicklung und achtet bei den eingestellten Vorhaben auf die Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards.

Beim Equity Crowdfunding geht der Investor mit ins unternehmerische Risiko. Die Gegenleistung dafür sind Renditeperspektiven, die deutlich über denen herkömmlicher verzinslicher Anlagen liegen. Ob sich die Renditehoffnung tatsächlich erfüllt, hängt maßgeblich von dem Erfolg des finanzierten Vorhabens ab. Typisch für Crowdinvesting ist die Nutzung von sogenanntem Mezzanine Kapital zur Finanzierung. Dabei handelt es sich um Finanzierungsformen, die eine Mittelposition zwischen Eigen- und Fremdkapital einnehmen - zum Beispiel, indem zwar eine (überdurchschnittliche) feste Verzinsung angeboten wird, das Kapital aber im Insolvenzfall mithaftet. Üblicherweise geht es um nachrangige Darlehen, stille Beteiligungen oder Genussrechtskapital.

Wie sich Risiken begrenzen lassen

Gerade im Bereich der Unternehmensfinanzierung bedeutet Equity Crowdfunding tatsächlich die Bereitstellung von echtem "Wagniskapital". Investoren müssen schlimmstenfalls mit dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen. Der Einstieg ist also nichts für Anleger, für die Sicherheit eine hohe Priorität besitzt. Gerade bei innovativen Start-ups ist das Ausfallrisiko nicht nur theoretischer Natur. Dafür sind auch die Chancen ggf. außergewöhnlich.

Es gibt aber Möglichkeiten, das Investment-Risiko zu begrenzen. In der Regel ist die Geldanlage zeitlich befristet mit einem mittelfristigen Anlagehorizont, so dass der Kapitalrückfluss relativ zügig erfolgt. Anleger können sich meist schon mit Kleinbeträgen ab wenigen hundert Euro beteiligen. Durch Verteilung auf mehrere Projekte lässt sich so auch mit einem überschaubaren Betrag Risikostreuung betreiben. Zu guter Letzt kann man das Risiko auch durch eine intensive Prüfung des jeweiligen Vorhabens in Grenzen halten. Für Investoren, die ihr Anlageportfolio um eine interessante Nische ergänzen wollen und für höhere Renditeaussichten Risiken einzugehen bereit sind, stellt Equity Crowdfunding daher durchaus ein attraktives Angebot dar.

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