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„Beer Butt Chicken“ (Das Bierdosenhähnchen wird oft nicht richtig gemacht)

„Beer Butt Chicken“ (Das Bierdosenhähnchen wird oft nicht richtig gemacht)

16.05.2016, 09:13 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Einige, auch Fernsehköche haben dieses tolle Gericht einfach nur falsch präsentiert und fast ganz Deutschland macht es nun verkehrt nach. Das „Beer Butt Chicken“ (wörtlich etwa: „Bier-Hintern-Hähnchen“) ist eines der schrägsten, aber auch wirkungsvollsten Rezepte aus dem Land der unbegrenzten Grill-Möglichkeiten Hier mal zusätzlich die Variante ( Sexy Beer Can Chicken) für die besondere Partygaudi

Spektakulär ist dabei nicht nur die Optik, sondern auch das Ergebnis. Durch die gewürzte Flüssigkeit in der Dose wird das Hähnchen auch von innen gedämpft und aromatisiert, während es von außen gegrillt wird. Und das Zubereitungsprinzip ist auch noch ausgesprochen simpel: Hähnchen innen und außen würzen, auf die Dose setzen, grillen – fertig.

So einfach diese Sache klingt, ist sie aber nun doch wieder nicht. Das haben unsere „Fernsehköche“ auch übersehen.

Denn erstens brauchst Du dafür einen Griller mit ausreichend hohem Deckel, damit die Hähnchen-Dosen- Skulptur hineinpasst und noch ein paar Zentimeter Luft hat. Sonst gibt es einen schwarzen Kragen. Ersatzweise kann man sich da natürlich auch mit dem Backrohr behelfen, wird so aber nicht an das gegrillte Original herankommen.

Und auch bei der Wahl der Waffen solltest Du umsichtig vorgehen. Nehme nur ein Bier, das Du auch im Glas magst. Als Bierdose empfehle ich für ein durchschnittlich großes Huhn die 0,33er Größe, die 0,5er kommt für Poularden und Enten zum Einsatz. Und bitte, bitte trinke das Bier zur Hälfte aus, denn voll darf die Dose auf keinen Fall sein, sonst gibt es eine Schweinerei im Griller.

Auch empfiehlt es sich, zusätzlich zur Trinköffnung mit einem Dosenöffner oder einem Grillspieß noch ein paar Löcher in den Deckel der Dose zu stanzen, damit das Bier besser verdampfen kann.

Stammwürze. Du kannst das Hähnchen ganz nach Geschmack marinieren, oder so wie ich einfach mit einer Gewürzmischung (Rub) innen und außen einreiben. Dafür eignet sich Selbstgemischtes (siehe nachstehenden RUB), aber durchaus auch fertige Gewürzmischungen. Nun kommen ein oder zwei Esslöffel dieser Gewürzmischung bzw. der Marinade in die Dose zum Bier, das dabei kräftig aufschäumt. Dann wird das Huhn so daraufgesetzt, dass die Dose die Bauchöffnung weitgehend füllt und die Keulen am Rost als Stütze dienen.

Gegrillt wird natürlich indirekt – also nicht über, sondern neben der Glut oder Gasflamme – und mit einer Abtropftasse unter dem Hähnchen. Die richtige Temperatur liegt etwa bei 150 bis 180 Grad, Gardauer sind je nach Größe des Hähnchens 70 bis 90 Minuten. Zu tun bleibt dabei nichts, als das Hähnchen dann und wann mit etwas Öl zu bepinseln, wenn es zu trocken gerät.

Weil Keulengelenke und Pürzel Gefahr laufen, zu schnell Farbe zu nehmen, kannst Du diese durch drei große rohe Kartoffelscheiben schützen, die Sie darunter schieben.

…und so wird das Hähnchen sexy


Du brauchst zwei kleine BIO-Zitronen (Wir benötigen nur die Spitze) schneide sie so zurecht, damit es einen Busen Deiner Wahl gibt. Presse die Schalen aus, sonst wird das Hähnchen zu sauer und arbeite die beiden Hälften vorsichtig unter die Haut.

Das CHICKEN-RUB dafür


Amerikanische Originalrezepte für Rubs - was nichts anderes bedeutet als Einreibung - beinhalten zumeist jede Menge Zucker, Sirup oder Honig. Wer diese pikante Süße mag, sollte berücksichtigen, dass solche Rezepturen für das US-typische BBQ bei sehr mäßigen Temperaturen gedacht sind und weniger für das direkte oder indirekte Grillen.

Denn dort karamellisiert Zucker sehr schnell, wird dunkel und bitter. Deshalb bevorzuge ich es, den „Zuckerguss“ gegebenfalls erst gegen Ende der Garzeit auf die Haut des Hähnchens zu streichen, um den süßen Geschmacks-Kick, eine gute Farbe und eine knusprige Kruste zu erlangen. Das gelingt am besten in Verbindung mit feinem Olivenöl, in das man den Zucker einrühren kann.

Einen guten Rub, der für zwei, drei Hähnchen reicht, können Sie selbst einfach aus den folgenden fertig gemahlenen Gewürzen mischen. Ruhig auch in größerer Menge, denn gut verschlossen lässt sich diese Mischung monatelang aufheben. Und sparen Sie nicht beim Würzen, denn ein Teil der Gewürze fällt im Laufe des Grillens wortwörtlich durch den Rost.

3 EL Paprika edelsüß
3 EL Salz
1 EL Selleriesalz
2 TL Knoblauchpulver
2 TL Zwiebelpulver
1 TL gemahlener Pfeffer weiß
1 TL Ingwerpulver
1 TL gemahlener Pfeffer schwarz
1 TL Kümmel gestoßen
1 TL Cayenne

Alternativen


Wer kein Bier mag, kann auch eine Coke oder eine andere Limonade für diesen schmackhaften Grill-Gag verwenden. Und wer Bedenken hat, dass der Lack der Dose Ungesundes oder Unappetitliches absondert, wird zu einem Hähnchen-Halter greifen, der auch noch weitere Vorteile hat. So wird der gute Bratensaft direkt unter dem Hähnchen aufgefangen, die Diffusion der Flüssigkeit im mittigen Marinadebehälter funktioniert optimal, das Hähnchen sitzt perfekt. Und wird auch vor zu viel unmittelbarer Hitze von unten durch die Saftwanne geschützt.

Mein Geflügelhalter ist beschichtet, zerlegbar und besitzt auch noch einen Stopfen, mit dem man die Halsöffnung des Hähnchens verschließen kann und so den Marinade-Dampf noch besser im Fleisch hält. Diese Marinade kann natürlich auch auf Bier basieren, jedoch empfehlen sich auch Rezepturen mit Rotwein, Apfelsaft oder auch mit einem Schuss Teryaki-Sauce aus der Flasche. Das geht flott und schmeckt einfach umwerfend.

Rauch geht auch


In den USA liebt man es außerdem, diesem Gericht mit zwei, drei Handvoll eingeweichten Holzspänen in einer Räucherbox – oder auch nur einer Tasche aus Alufolie – über der Glut ein leichtes Raucharoma zu geben. Dafür geeignet sind natürlich nur Hartholzspäne wie Buche oder besser noch Obstholz. Am einfachsten ist es, sich dafür fertige Späne oder „Chunks“ zu kaufen, die es im einschlägigen Handel gibt.

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