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Schwarz, Rot, Gold: Gebackene Kirschtomaten mit Sumach und Korinthen

Schwarz, Rot, Gold: Gebackene Kirschtomaten mit Sumach und Korinthen

03.07.2016, 09:56 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Beilage für die weiteren Spiele bei der Europameisterschaft. Das Bild sieht zufällig aus wie eine Rezept gewordene Deutschlandfahne auf der Basis typisch italienischer Grundprodukte. Dessen ungeachtet eignen sich die würzigen Tomaten aber ideal dafür, vorbereitet zu werden, um bei plötzlichem Heißhunger auch mitten im Match hervorgeholt und mit viel Weißbrot vorm Fernseher aufgetunkt zu werden. Ob dazu deutscher Riesling oder der friulanische Ribolla getrunken wird, bestimmt der persönliche Geschmack.

Die Aromen des Orients, da denkt man an Kreuzkümmel und Koriander, an Cassia-Rinde und Sesam, an Minze, Salzzitronen und all die süßen, schweren Düfte, die einem beim Gang durch einen Basar um die Nase tanzen. Sumach, die grob gemahlenen Samen eines buschigen Gewächses, das entfernt mit der Cashew- Nuss, aber auch dem Mangobaum verwandt ist, kommt nur wirklichen Auskennern in den Sinn. Dabei ist das purpurrote Pulver mit dem charakteristisch sauren, adstringierenden Geschmack und den zart harzigen Noten die vielleicht typischste Zutat der mittelöstlichen Küchen.

Im Gegensatz zu den anderen zwischen Marokko und Südostasien weitverbreiteten Aromen wird es nämlich fast exklusiv zwischen Persien und der Türkei verwendet. Im Iran wird das saure Pulver auf Pilaw- Reis gestreut, um eine frische Note beizusteuern, die Türken aromatisieren ihr mit Lammfaschiertem und Paradeisern gebackenes Fladenbrot Lahmacun damit, bevor es mit viel Petersilie, Chili (Pul Biber, die feinen Flocken, die man „mit scharf“ über den Döner gestreut kriegt) und Zwiebeln belegt, fein säuberlich zusammengerollt und heiß, knusprig, knackig mit der Hand gegessen wird.

In Syrien und Nordafrika ist Sumach ein wichtiger Bestandteil von Zatar, der Gewürzmischung mit wildem Thymian und Sesam, mit der Fladenbrot gewürzt, Hummus garniert und verschiedene Dips fabriziert werden. Wer Sumach zum ersten Mal kostet, verzieht unwillkürlich das Gesicht ”– er ist nämlich wirklich sehr sauer. Genau deswegen macht er sich in nebenstehendem Gericht so gut. Es lebt vom Kontrast aus süßen Korinthen (schwarzen Rosinen aus roten Trauben) und saurem Sumach. Wer bei Rosinen und Zimt unweigerlich an Weihnachten denken muss, darf beruhigt sein: Das reichlich eingesetzte Basilikum dreht die keksige Konnotation der sri-lankischen Baumrinde ebenso sanft wie gekonnt ins Salzige.
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Für 4 Personen
500 g Kirschtomaten, rot und gelb
1 EL Sumach
4 Knoblauchzehen
5 Schalotten
1/2 Bund Basilikum
15 g dunkler Rohrzucker
1 Kaffeelöffel Ceylon-Zimt
5 EL Olivenöl
1 Handvoll Korinthen
Salz, Pfeffer
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ZUBEREITUNG
(1) Das Backrohr auf 150 °C Umluft vorheizen. Eine Gratinform mit etwas Olivenöl ausstreichen, die Tomaten in die Hälfte schneiden und einschlichten. Schalotten und Knoblauch ganz fein hacken.
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(2) Den halben Bund Basilikum ebenfalls klein hacken und mit Sumach (gibt es beim türkischen Lebensmittelhändler oder in Gewürzgeschäften), Zimt und Zucker gut vermengen.
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(3) Die Tomaten salzen, pfeffern und die Gewürzmischung darüber geben. Alles gut vermischen.
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(4) Mit Olivenöl beträufeln und für 50 Minuten ins Rohr schieben.
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(5) Dann erst die Korinthen daruntermischen und nochmals bei 140 °C für 20 Minuten ins Rohr geben, bis die Tomaten karamellisiert sind.
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(6) Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Die Tomaten eignen sich als leichte Vorspeise (die köstlichen Säfte mit knusprigem Brot auftunken!) oder als Beilage, etwa zu gegrilltem Lamm.

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