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Elf scharfe Chilifakten

Elf scharfe Chilifakten

13.09.2016, 03:08 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Capsaicin – so heißt der kleine Teufel, der Chilis ihre Schärfe verleiht. Er dockt im Mund an die Nerven an, die für die Wahrnehmung von Hitze verantwortlich sind. Daher kommt auch das „brennende“ Gefühl. Andere Symptome: Schweißausbrüche und ein roter Kopf. Nicht nur die Schleimhäute im Mund reagieren auf die Schärfe, sondern – etwas zeitversetzt - auch die am Anus.

Ein kleiner Vorteil für die Scharfesser: Wer sein Essen gern mit Chilis würzt, isst automatisch weniger. Das liegt nicht nur daran, dass die feurigen Aromen den Gaumen entflammen: Der Scharfmacher Capsaicin wirkt möglicherweise wie ein natürlicher Appetitzügler. Man hat schlicht nicht mehr so viel Hunger.

Und noch ein kleiner Nebeneffekt: Beim Scharfessen werden auch Endorphine ausgeschüttet – es macht also glücklich. Deswegen sind manche Menschen ganz wild auf scharfes Essen, sie sind regelrecht süchtig nach dem Glücksgefühl, dass damit einhergeht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Schärfe das Geschmacksempfinden generell verstärkt.

Chili und seine Bestandteile wirken nicht nur im Mund. Forscher glauben, das Gewürz hat eine blutdrucksenkende Wirkung – wenn die Speisen regelmäßig damit aufgepeppt werden. Das zeigt zumindest ein Tierversuch. Als weiteren Beweis sehen die Wissenschaftler die niedrige Bluthochdruckrate im Südwesten Chinas (10 bis 14 Prozent), im Vergleich zu dessen Nordosten (20 Prozent). Gerade im Südwesten schärfen die Menschen ihr Essen gern reichlich.

Scharfes Essen regt die Verdauung an, kann aber auch Sodbrennen auslösen. Gerade in heißen Regionen wie Indien oder Mexiko lieben die Menschen ordentlich Schärfe im Essen – das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Chilis wirken antibakteriell, das hält Mikroorganismen in Schach, die durch warme Temperaturen eigentlich sehr gute Wachstumsbedingungen vorfinden.

Auch auf der Haut gibt es Rezeptoren für Hitze, die auf das Capsaicin ansprechen. Das macht man sich zum Beispiel bei Wärmepflastern zunutze. Es wirkt dabei als sogenanntes Counterirritans: Ein leichter Schmerz- und Wärmereiz auf der Haut entsteht und lenkt von den eigentlichen Schmerzen oder dem Juckreiz ab. So tritt eine Linderung der Beschwerden auf.

Pfeffer, Chili, Peperoni - je schärfer ein Mensch isst, desto abenteuerlustiger ist er. Das behauptet jedenfalls eine amerikanische Studie. Menschen die einen besonders großen Drang nach Abenteuern haben, bevorzugen schärfere Speisen als ruhige und auf Sicherheit bedachte Zeitgenossen. Und zwar unabhängig von ihrer individuellen Empfindlichkeit gegen scharf gewürztes Essen oder ihren kulturellen Geschmacksvorlieben.

Doch zu viel abbekommen? Jetzt heißt es schnell Schadensbegrenzung betreiben. Am besten geht das Studien zufolge mit Milch. Darin enthalten ist ein Protein, dass das Capsaicin von den Rezeptoren im Mund schubst, die für das brennende Gefühl verantwortlich sind. Ähnlich wirksam sind übrigens andere Milchprodukte wie Sauerrahm oder Milchspeiseeis.

Nicht ganz so effektiv, aber besser als nichts, ist es, Kohlenhydrate zu essen, also Brot oder Zucker. Wasser oder gar Alkohol sind dagegen keine gute Idee. Mit diesen Flüssigkeiten sorgt man sogar für eine bessere Verteilung des unangenehmen Wirkstoffes im Mund – und verschlimmert die Situation.

Wenn es übrigens um die Wahl der Chilischote für Ihr Essen geht, sollten Sie Folgendes wissen: Ganz allgemein sind grüne Chilis schärfer als rote – denn bei Letzteren konnte sich durch den Reifeprozess mehr Zucker bilden, was wiederrum der Schärfe in der Schote entgegenwirkt. Die Schärfe hängt aber auch von der Sorte ab – als schärfste gilt die Bhut Jolokia, eine Züchtung aus Indien.

Allerdings: Man sollte es mit dem Chiliessen nicht übertreiben, warnt auch das Bundesinstitut für Risikoforschung in einer Stellungnahme. Zu viel Schärfe kann den Körper überfordern. Übelkeit, Erbrechen, Schleimhautreizungen sind mögliche Symptome. Schlimmstenfalls kann das sogar bis zum Kreislaufkollaps führen. Verzichten Sie also auf Mutproben!

via msn lifestyle

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