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Fastenzeit: 40 Tage Wasser und Brot?

Fastenzeit: 40 Tage Wasser und Brot?

Option-im-Alter
23.03.2017, 11:36 Uhr
Beitrag von Option-im-Alter

Etwa vierzig Tage vor Ostern beginnt die sogenannte Fastenzeit, ein Zeitraum des Betens und Fastens, zur mentalen Vorbereitung auf das Leiden und Sterben Jesu Christi an Karfreitag, auf die Botschaft der Auferstehung und das Hochfest Ostern.
Die Passionszeit beginnt am Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Streng genommen geht die Fastenzeit kalendarisch also sogar länger als die allgemein bekannten vierzig Tage, da die Sonntage als Feiertage des Herrn vom Fasten und Büßen ausgenommen sind.

Welche Bedeutung hat die Fastenzeit vor Ostern in unserer modernen Welt?
Längst ist für die meisten ein Verzicht auf opulentes Essen nicht mehr zentral und kaum einer fastet asketisch vierzig Tage bei Wasser und Brot.

Im Mittelalter waren köstliches Essen, ausgelassenes Spiel und Tanz im Kirchenjahr nur nach bestimmten Fristen und Geboten erlaubt. Das gesamte Leben war durchzogen von strikten Speisevorschriften und festgeschriebenen Wochen des Fastens. Durch die regelmäßige Askese sollte der Himmel milde gestimmt und Gott Wohlgefallen geleistet werden.
Martin Luthers Reformation stellte die strengen Regeln des Fastens und Büßens erstmals infrage und lockerte das Strenge Fasten-System auf.

Heute nimmt das Fasten für die meisten Menschen in der westlichen Welt keinen so großen Stellenwert mehr ein. Wer in der Fastenzeit auf etwas verzichten möchte, kann selbst völlig frei entscheiden, worauf und in welchem Umfang. Längst steht das eigene Seelenheil nicht mehr in engster Verbindung mit dem Verzicht auf Fleisch oder anderen Genüsse.

Jetzt nehmen viele die Fastenzeit als Anlass für Einkehr und Besinnung, Entgiftung und Entschlackung. Als Motivation das eigene Leben für sieben Wochen umzukrempeln und probehalber etwas anders zu machen, als man es gewohnt ist – und das eben nicht nur bei Wasser und Brot.
„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“. Die moderne Fastenzeit kann die Entdeckung mit sich bringen, dass man nicht immer an alten Mustern festhalten muss und es anders vielleicht sogar besser sein könnte – auch wenn dies zunächst schwer fällt. Für einen gewissen Zeitraum auf Gewohnheiten zu verzichten, die im Alltag sonst vielleicht viel Zeit kosten, kann unerwartete Freiräume schaffen.

Die Fastenzeit kann ein jährlicher kleiner Versuch sein: Was wäre wenn?

Was wäre, wenn ich eine Zeit lang auf das Glas Wein am Abend verzichte?
Was wäre, wenn nicht jeden Abend der Fernseher läuft?
Was wäre, wenn ich mich regelmäßig sportlich betätige?
Was wäre, wenn ich auf Zigaretten verzichte und versuche das Rauchen aufzugeben?
Was wäre, wenn ich öfter das Rad nehme?
Was wäre, wenn ich eine Weile auf das Internet verzichte?
Was wäre, wenn ich keine unnötigen Dinge mehr kaufe?

Jeder Mensch hat seinen kleinen Laster. In der modernen Fastenzeit entziehen sich viele Komfort, Kalorien oder Konsum und brechen mit ihren bequemen Gewohnheiten.

Fasten Sie? Und wenn ja, worauf?

Mehr interessante Themen finden sie auf: www.option-im-alter.de

4 Kommentare

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Bisschen spät jetzt...das fing Aschermittwoch an
  • 23.03.2017, 15:12 Uhr
  • 1
Option-im-Alter
Und heute ist genau Halbzeit. Wenn man etwas ändern oder ausprobieren möchte, ist es nie zu spät
  • 23.03.2017, 17:26 Uhr
  • 1
Besser spät als nie! Es ist nie zu spät, etwas im Leben zu ändern.
  • 24.03.2017, 07:23 Uhr
  • 1
Scheint aber keinen wirklich zu interessieren
  • 24.03.2017, 12:54 Uhr
  • 0
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