wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
DEF-Studientag "Heimat in der Einen Welt"

DEF-Studientag "Heimat in der Einen Welt"

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
08.08.2016, 16:13 Uhr

In Anlehnung an das Reformationsjahr lautet unser Jahresthema „Heimat in der Einen Welt“. Dies war auch Thema des Studientages des Landesverbandes in Neuendettelsau, dem sich der Verband mit einer Podiumskdiskussion annäherte.

„Glauben Sie nicht, dass die Einzelne nichts bewegen kann!“

Lydia Kleins Heimat ist das Unterallgäu, das auch ihrem Mann zur Heimat geworden ist. Dort etwas machen, gestalten, regionale Kreisläufe unterstützen, das ist zum Beispiel in der Regionalvermarktungsinitiative ProNah (pronah.de, regionalbewegung.de) möglich, an der sich Lydia Klein beteiligt. Es geht bei den Aktionen darum, regionale Betriebe zu stützen und so Vielfalt in der Heimat zu gewährleisten. Im September wird es eine Aktion geben, wo Kunden regionaler Partnerbetriebe nach fünf auf einer Karte mit Aufklebern belegten Einkäufen an einer Verlosung teilnehmen können. Es geht dabei nicht nur um 50 Einkaufsgutscheine, sondern mehr noch um die Bewusstseinsbildung. „Man kann was tun!“ appellierte Lydia Klein. „Glauben Sie nicht, dass die Einzelne nichts bewegen kann!“

Podiumsgast Wengel T. Ayalew stammt aus einer Theologenfamilie in Äthiopien und steht derzeit in der Endphase ihres Studiums der Medienethik in Erlangen. Sie lernte extra dafür die deutsche Sprache, bevor sie mit der Mission Eine Welt, wo sie am Standort Nürnberg auch arbeitet, nach Deutschland kam. Ihr besonderes Interesse gilt neben den Medien dem Projekt „Evangelische Gemeinden anderer Sprache und Herkunft in Bayern“ ( http://www.flucht-und-migration.org/...d-herkunft/, https://www.facebook.com/interkultur...vangelisch/ ). Die Beiträge der jungen Frau waren klug und durchdacht und wurden vom Publikum mit großem Interesse aufgenommen.

Der Europa-Gedanke wird im DEF gepflegt

Die DEF-Landesvorsitzende Inge Gehlert legt in diesen derzeit ziemlich bewegten Zeiten Wert auf die europäische Identität und stellte diese auch überzeugend ins Zentrum ihrer Überlegungen zum Begriff Heimat. Zu den Familienerfahrungen gehören Ortswechsel durch den Krieg und seine Folgen oder auch berufliche Erfordernisse. Auch der Pfarrberuf ihres Mannes bedingte für ihre eigene Familie Ortswechsel. Das Aufwachsen ihrer Kinder fand so zum Beispiel auch in Paris statt. Die große Familie benennt Inge Gehlert als ihre Heimat und der Bezugsrahmen hierfür ist für sie Europa. Dieser Gedanke passt auch gut zum DEF, wo durch Fahrten und Veranstaltungen Europa häufig im Fokus steht. Zuletzt organisierte das Ehepaar Gehlert eine große Fahrt in Hansestädte. Letztes Jahr führte eine Studienfahrt auf den Spuren von Jan Hus durch Böhmen. „Eine Welt“ lässt sich gut fassen bei einem gestärkten europäischen Bewusstsein.

Das Tagungsthema Heimat wurde am Nachmittag des Studientages noch in drei Workshops vertieft: Workshop I suchte die biographische Annäherung, Workshop II trug die verschiedenen „Schlüssel“ für die Chancen von Frauen weltweit zusammen und Workshop III hatte die „Heimat im Gepäck“ bzw. auf dem Handy oder tablet.

Zwei Ausstellungen zum Thema Heimat


Begleitend gab es auch zwei Ausstellungen. Die eine, zur Verfügung gestellt von Ruth Müller MdL und dem Evangelischen Bildungswerk Landshut, beschäftigte sich mit dem Wachsen der evangelischen Gemeinden in Niederbayern nach dem Krieg, „Flucht und Vertreibung 1945-2015“. Flucht und Vertreibung sind Bestandteil der Geschichte vieler evangelischer Familien, so löste die Ausstellung viele Erinnerungen aus. Die andere Ausstellung war von den Mitgliedern des DEF selbst gestaltet worden. Sie hatten Fotos eingesandt dessen, was für sie Heimat bedeutet: Eine Landschaft, Kirchen, die sich mit den eigenen Lebensabschnitten verbunden haben, viele Familienfotos – im Atelier oder auf Festen, im Sonntagsstaat oder in Uniform, Kinderfotos, aber auch die Lieblingsecke im eigenen Garten – vielfältig wie die Frauen ist auch der Begriff von Heimat.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.