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Advent, Advent mein Kränzlein brennt!

Advent, Advent mein Kränzlein brennt!

18.12.2016, 23:55 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die folgende Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Die Namen wurden nicht verändert, es wurde einfach auf Namen verzichtet. Wer sich angesprochen fühlt, ist selbst Schuld! Für gesundheitliche Schäden wird keinerlei Haftung übernommen. Spendenaufrufe am Schwarzen Brett führen nach wie vor auch nicht zu einem Erfolg. Weiterlesen erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr!

Damals in jenen Dezembertagen '87 ergab es sich, dass mein Arbeitgeber zu einer Weihnachtsfeier in seinen heiligen Hallen – der IKEA-Cafeteria – einlud. Der Startschuss fiel exakt eine Stunde nach Geschäftsschluss. Die Mitarbeiter sollten noch die Möglichkeit haben zu duschen und sich mit feierlichen Gewändern zu verkleiden.

Um 5 Minuten vor Beginn setzte sich die feierliche Prozession quer durch die obere Etage des Möbelhauses in gang. Dies war erforderlich, da sich die Personal-Umkleide mit Duschen auf der einen Seite und die Cafeteria auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite befanden. Durch die Küchenabteilung ging es noch recht zügig, wusste doch jeder, dass die Kühlschränke inhaltslos waren. In der anschließenden Wohnausstellung luden dann aber bereits die Sofas zu einem ersten kurzen Ruhepäuschen ein. In der Bettenabteilung bedurfte es dann aber schon einiger Überredungskunst, um die Prozession zusammenzuhalten.

Die Cafeteria lag im halbdunkel des Kerzenscheins. Erstaunlich, wie festlich sie nun so kurz nach Geschäftsschluss hergerichtet war. Runde Tische waren aufgestellt, die jeweils für 4 Personen Platz boten. Auf jedem Tisch stand ein Adventskranz bei dem jeweils 3 Kerzen brannten, denn wir waren noch in der dritten Adventswoche. Ebenso fanden sich dort 4 Sektgläser und eine Sektflasche.

Nach dem sich nun passende Vierergruppen zusammengefunden hatten, stand dem Beginn unserer betrieblichen Weihnachtsfeier nichts mehr im Wege. Dieser Beginn gestaltete sich wie folgt: Unser örtliches Dreigestirn wurde von der eigens aus Schweden angereisten Lucia, der Lichterkönigin angeführt und betrat nun, nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, die Cafeteria. Neben dem üblichen Dank an die Mitarbeiter für die hervorragende Zusammenarbeit und den gemeinsam erzielten Erfolg, erzählten sie auch vom Lichtfest, das man in Schweden feiert. Während der Ansprache hofften wir nur für die kleine Lucia, ihr Haar möge kein Feuer fangen, denn die Kerzen auf ihrem Haupt waren schon sehr weit nieder gebrannt. Unser Big Boss fand aber noch rechtzeitig ein Ende, bedankte sich bei Lucia und schickte sie zum löschen.

Die abschließende Aufforderung nun auf einen schönen Abend mit einem Glas Sekt anzustoßen führte unweigerlich zu einem kriegsähnlichen Zustand. Die Korken knallten und flogen kreuz und quer durch den Raum. Querschläger wurden per Handarbeit erzeugt. Eine Kollegin, die ein Dekolleté hatte, das einem Basketballkorb glich, konnte schnell sechs Treffer zählen. Mein Angebot nach den Korken zu tauchen wurde jedoch abgelehnt. - Okay – man kann ja nicht alles haben.

Nun wurde etwas um-dekoriert. Die Adventskränze auf den Tischen mussten riesigen Woks weichen. Beheizt wurden diese Woks mit handelsüblichen Spirituskochern; sicher kennt jeder diese von Fondue. Der Wechsel von Spiritus auf Brennpaste erfolgte erst einige Jahre später. Sonst wäre mir viel Spaß entgangen, aber dazu kommen wir noch. Unser Chefkoch und Abteilungsleiter der Cafeteria erklärte nun den Umgang mit diesem technisch ausgereiftem Gerät. Dann wurden die Flaschen mit dem Brennspiritus ausgeteilt. Die kleinen Brenner wurden gefüllt und angezündet. Überall klappte dies hervorragend. Nur am Nebentisch, an dem mein Vorgesetzter und Abteilungsleiter des Lagers saß, der nun natürlich auch die Verantwortung für seinen Tisch übernahm hatte sich beim Befüllen in der Menge etwas verschätzt. Eine nicht gerade kleine Menge des Spiritus war auf die blaue Wachstischdecke gelaufen. Als nun der Brenner angezündet wurde, fing auch die Decke sehr schnell Feuer. Das Wegwischen mit der Hand trug neben einem Epilliereffekt auch dazu bei, dass Brennspiritus auf den zur Seite gestellten Adventskranz floss und diesen auch in Brand steckte. So kam es zum ersten und bislang auch letzten flambierten Adventskranz.

Zur Ehrenrettung muss ich noch erwähnen, dass unser Küchenchef geistesgegenwärtig schlimmeres verhinderte, indem er den Kranz mit einem großen Deckel einer Warmhaltepfanne löschte.

Nach dieser kleinen Unterbrechung konnte die Feier weiter gehen.

Fleisch und Gemüse wurde auf die Tische verteilt, die Woks mit etwas Fleischbrühe gefüllt und das fröhliche Bruzzeln konnte beginnen. Und wieder war es mein Vorgesetzter, dessen mittlerweile übergroße Hunger, alles Fleisch und Gemüse auf einmal in den Wok kippen lies. Während alle anderen Tische die ersten gegarten Stücke genossen, Beschwerde er sich lautstark darüber, dass sein Brenner wohl kaputt sei, denn weder Gemüse noch Fleisch würden garen. Unser geduldiger Chefkoch erklärte ihm nochmals den Gebrauch eines Woks, lies ihm einen neuen Wok und neues Wok-Gut bringen. Der restliche Abend verlief dann zum Glück relativ ruhig.

Nach einigen wechseln der Tische durch verschiedene Personen, vielen netten Gesprächen und einer reichen Auswahl an Getränken war es eine sehr schöne Weihnachtsfeier. Am Ende wurden die Mitarbeiter vom Triumvirat einzeln verabschiedet und bekamen eine riesige Kiste als Weihnachtsgeschenk. Zu hause konnten wir feststellen, dass die Kiste ein komplettes Wok-Set enthielt. Dies dürfte übrigens die Geburtsstunde der Wok rennen gewesen sein, aber das ist eine andere Geschichte, die ich erzähle, falls es irgendwann einmal wieder schneien sollte

Da dies offiziell mein letzter Beitrag zum Adventskalender ist, wünsche ich allen Mitwirkenden und allen Lesern des Adventskalenders eine ruhige und besinnliche Weihnacht. Vergesst bitte nicht an die Menschen zu denken, die nicht mit Euch feiern können, weil sie ihren Dienst für Menschen als Polizist oder Krankenhauspersonal verrichten, aus humanitären Gründen einen Auslandseinsatz haben, weil sie krank sind oder weil sie uns im Laufe der Jahre verlassen mussten.
Frohe Weihnachten, Gesundheit und Zufriedenheit, wünsche ich Euch.
Euer Harry

©P.Wenzel

6 Kommentare

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Habe auch eine Geschichte:>>>Die Tiere saßen zusammen und diskutierten über Weihnachten.

In der gemütlichen Runde kam plötzlich Streit auf darüber,

was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.

"Logisch, der Gänsebraten", rief der Fuchs, "was wäre

Weihnachten ohne Gänsebraten!"

"Schnee",sagte der Eisbär, "ganz viel Schnee!". Und er schwärmte

verzückt: "Wunderschöne weiße Weihnachten!"

"Ich möchte ein langes Solo singen", zwitscherte die Amsel. "Ohne

klangvolle Musik ist es für mich kein festliches Weihnachten."

"Ich brauche einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht

Weihnachten feiern" sprach das Reh.

"Aber nicht mit zu vielen Kerzen", sagte die Eule, "schön schummrig

und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache!"

"Aber es muss hell genug sein, um mein neues Kleid zu sehen",

sagte der Pfau. "Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist es für mich

kein Weihnachten".

"Und Schmuck", krächzte die Elster, "an jedem Weihnachtsfest

kriege ich etwas: Einen Ring, eine Brosche oder eine Kette, das

ist für mich das Allerschönste an Weihnachten."

"Und der Stollen, und die Plätzchen", brummte der Bär, "und die

anderen süßen Honigsachen !"

"Und wo bleibt die Familie?" quakte die Ente, "erst wenn ich alle

Lieben um mich versammelt habe, ist für mich Weihnachten !"

"Macht es wie ich", sagte der Igel: "Schlafen, schlafen, das ist das

einzig Wahre. Weihnachten heißt für mich: Mal richtig ausschlafen."

"Und saufen", ergänzte der Ochse, "mal richtig einen saufen und

dann schlafen."



Aber dann schrie er "Aua!", denn der Esel hatte ihm einen

gewaltigen Tritt versetzt: "Du Ochse, denkst du denn nicht an das

Kind?"

Da senkte der Ochse ganz beschämt seinen Kopf und sprach: "Das

Kind, ja, das Kind, das ist doch die Hauptsache!"



"Übrigens", fragte er dann den Esel: "Wissen das die Menschen

eigentlich auch?"
Wünsche frohe Weihnachten mit einer gewissen Erkenntnis.
  • 23.12.2016, 18:57 Uhr
  • 0
Danke für den Beitrag. Dürfte zwar schon einigermassen bekannt sein und trotzdem geht das allzuoft vergessen; das Kind und das, wöfür dieses Kind steht.
Frohe Weihnachten
  • 23.12.2016, 19:28 Uhr
  • 1
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Ich kann mir gar nich vorstellen, dass die meist viel zu kleinen IKEA Lokale auch noch nett hergerichtet werden können. Ich komme mir immer vor, wie in unserer Mensa in den 60-iger Jahren!
Einfach einen schöne Geschichte, solltest Du noch bei IKEA arbeiten, schlag mal vor, dass die etwas vergrößert werden und mehr Personal dort arbeitet. Auch einen wohlichere Austattung wäre gut!

DANKE für die Geschichte
  • 19.12.2016, 07:15 Uhr
  • 0
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Danke Peter , ich habe sehr gelacht...jetzt kann's losgehen...
Und guten Morgen..
  • 19.12.2016, 06:23 Uhr
  • 0
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Gesundheitliche Schäden sind nicht aufgetreten...ganz im Gegenteil. Ich habe lich gelacht
Eine tolle Geschichte
  • 19.12.2016, 01:22 Uhr
  • 0
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