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Vom Kaiserlichen Postfuhramt zur Konzernrepräsentanz

Vom Kaiserlichen Postfuhramt zur Konzernrepräsentanz

13.06.2017, 17:46 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Italienische Renaissance stand Pate beim größten Behördenbauwerk

Das ehemals Kaiserliche Postfuhramt ist ein repräsentatives Backsteingebäude an der Oranienburger Straße Ecke Tucholsky Straße im Berliner Bezirk Mitte. Es wurde 1881 fertiggestellt und war seinerzeit eines der größten Behördenbauwerke in Berlin. Die Architektur orientiert sich an Vorbildern der italienischen Renaissance. Seit 1975 steht es unter Denkmalschutz.

Seit 1713 stand auf diesem Grundstück ein Wohnhaus für Postillone – das waren private Fuhrleute, die im Auftrag der Post die Beförderung von Personen und Postsendungen erledigten. Nach 1766 befand sich hier die Posthalterei mit Wohnräumen des königlichen Posthalters, eines Generalunternehmers, der alle Fuhraufgaben des Postwesens übernahm und ausführen ließ. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war diese traditionelle Struktur dem lebhaften Postfuhrverkehr in Berlin nicht mehr gewachsen. 1874 wurde der Postfuhrbetrieb der Reichspost eingegliedert und einem neu gegründeten Postfuhramt übertragen.

Anlass für den Bau des Postfuhramtes war der mit dem zunehmenden Fuhrbetrieb anwachsende Bedarf von Pferden. Zunächst baute man im Hof der geplanten neuen Anlage zwei zweigeschossige Ställe für insgesamt etwa 250 Pferde. Als der Postbetrieb 1925 grundlegend modernisiert wurde, verschwanden diese Stallgebäude. Im Hof entstanden eine Ladestelle und eine Wagenhalle; beide wurden im Krieg zerstört.
Außer dem Postfuhramt beherbergte das Gebäude im Lauf der Zeit die Paketausgabe des gegenüberliegenden Paketpostamtes, technische Anlagen der Berliner Stadtrohrpost, Teile des Fernsprechamtes 3, Unterrichtsräume der Post- und Telegrafenschule, die hier zwischen 1885 und 1905 untergebracht war, sowie mehrere Dienstwohnungen für Mitarbeiter der Post.

Der Postbetrieb wurde 1995 endgültig eingestellt. Zwischen 1997 und 2001 fanden in den Räumen des Postfuhramtes wechselnde Ausstellungen statt. Der neue Eigentümer Biotronik mit Sitz in Berlin-Neukölln will 2017/18 im Postfuhramt seine Konzernrepräsentanz eröffnen. Text und Foto: Klaus Tolkmitt Quelle: Wikipedia

1 Kommentar

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Von aussen haben wir das Gebäude schon mehrmals bewundert.

Auch in anderen Ländern wurden im 19. Jahrhundert Postämter gebaut, die eigentlich Paläste waren. Z.B. Bourges oder Rennes in Frankreich.
Oder das in Mexiko, Ciudad Nezahualcoyotl.
  • 01.07.2017, 21:46 Uhr
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