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Teure Zusatzleistungen ohne Nutzen - So werden Sie beim Arzt abgezockt

Teure Zusatzleistungen ohne Nutzen - So werden Sie beim Arzt abgezockt

News Team
13.07.2016, 14:28 Uhr
Beitrag von News Team

Mehr als die Hälfte der Patienten nehmen kostenpflichtige Arztbehandlungen in Anspruch, die nicht von der Krankenkasse erstattet werden. Aber mehr als Dreiviertel dieser Patienten fühlen sich nicht ausreichend von ihrem Arzt informiert.

Deshalb fordert Krankenkassen-Chefin Doris Pfeiffer in "Bild" eine 24-Stunden-Bedenkzeit für sogenannte Igel-Leistungen.

Jeder Versicherte muss die Chance haben, in Ruhe und ohne Druck zu entscheiden.

Nur zwei Behandlungen nutzen dem Patienten nachweislich

Doch welche Zusatzleistungen sind überhaupt sinnvoll? Der Medizinische Dienst der Krankenkassen bewertet nur zwei Angebote positiv.
- Akupunktur zur Migräneprophylaxe: Kosten 25-60 Euro/Sitzung
- Lichttherapie bei „Winterdepression“: 7-13 Euro/Sitzung

Negativen Nutzen, sprich keine belegbare oder sogar negative Wirkung, hätten unter anderem folgende Behandlungen:
- Augeninnendruckmessung zur Glaukomfrüherkennung: Schäden durch die Behandlung können nicht ausgeschlossen werden.
- Bestimmung des Immunglobulin (IgG) gegen Nahrungsmittel: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen hohen IgG-Werten und einer Nahrungsmittelallergie
- Glukokortikoide bei Hörsturz: keine effektive Therapie, aber Nebenwirkungen wie Muskelschwund möglich
- Hyaluronsäureinjektion bei Kniearthrose: Nutzen und Schäden halten sich die Waage.
- Operative Behandlung des Schnarchens: Es gibt keine Belege, nur Hinweise auf Vorteile
- PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs: Überdiagnosen und Übertherapien möglich
- Stoßwellentherapie bei Tennisarm: nur geringer Nutzen erkennbar.

Unklarer Nutzen besteht laut MDK unter anderem bei:
- Akupunktur zur Spannungskopfschmerz-Prophylaxe
- Bachblütentherapie
- Ergänzende Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft
- Professionelle Zahnreinigungen

Medizinischer Dienst nicht objektiv

Ob man der Bewertung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen Glauben schenken sollte, ist jedoch fraglich.

Denn mit der Negativ-Bewertung von Igel-Leistungen rechtfertigen die Krankenkassen die fehlende Kostenübernahme für bestimmte Behandlungen. Auch, wenn diese unter Umständen schon bei vielen Menschen erfolgreich war. Nicht immer bedarf es empirischer Studien, um die Wirksamkeit einer Behandlung zu beurteilen.

Holen Sie sich daher immer erst eine zweite Meinung ein, ehe Sie sich für eine Therapieform entscheiden.

Alle Igel-Leistungen im Überblick finden Sie hier!

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2 Kommentare

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Ich kenne meinen Körper und weiss über diesen Bescheid. Ich weiß wann ich kürzer treten muss und habe in mich hinein gehorcht und weiß in etwa was ich dem Herrgott in Weiß mitteile wenn ich krank bin. Nicht alles muss untersucht werden und oft doppelt was nicht nötig und schädlich sein kann. Zum Beispiel beim Röntgen überweißt der Arzt gerne an seine Kollegen weiter, so das sie auch etwas vom Kuchen abbekommen. Von Schreibtischdiagnosen halte ich persönlich gar nichts und stellt für mich den Mediziner als unfähig dar.
  • 14.07.2016, 06:54 Uhr
  • 4
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Peter Leopold
Glukokortikoide haben noch wesentlich gravierende Nebenwirkungen. Osteoporose, Anstieg des Blutzzuckerspiegels, Cushing-Syndrom etc. Alles eine Frage der Anwendungsdauer und Dosierung.
  • 14.07.2016, 06:18 Uhr
  • 1
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