wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Risiko Arzneimittelkopfschmerz - Kopfschmerzpatienten sollten Medikamente nu ...

Risiko Arzneimittelkopfschmerz - Kopfschmerzpatienten sollten Medikamente nur kurzfristig nehmen

News Team
04.11.2016, 10:31 Uhr
Beitrag von News Team

Kopfschmerzen mit rezeptfreien Mitteln selbst behandeln sollten Patienten nur kurzfristig. Mindestens 20 Tage pro Monat sollten Kopfschmerzpatienten ohne Schmerz- und Migränemittel auskommen.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" weist darauf hin, dass die Medikamente bei zu häufiger Einnahme ihrerseits zu Dauerkopfschmerzen führen können. Dies fällt zunächst nicht auf, denn von den ursprünglichen Beschwerden sind medikamentenbedingte Kopfschmerzen kaum zu unterscheiden. Durch die regelmäßige Einnahme der Mittel wird die Schmerzempfindlichkeit der Betroffenen erhöht.

Ein Teufelskreis: Die Medikamente werden in zunehmend kürzeren Abständen konsumiert, verstärken aber das Problem, gegen das sie eigentlich helfen sollen. Bei Arzneimittelkopfschmerz hilft nur das vollständige Absetzen sämtlicher Schmerzmittel, was wegen der Entzugserscheinungen nur unter ärztlicher Aufsicht oder in einer spezialisierten Schmerzklinik erfolgen muss.

Ärzte decken auf: Die größten Mythen rund um Kopfschmerzen und Migräne

Nicht nur Erwachsene sondern gerade auch immer mehr Kinder und
Jugendliche leiden unter Kopfschmerzen und Migräne. Untersuchungen
haben gezeigt, dass über 80 % der 12- bis 19-Jährigen in den
zurückliegenden sechs Monaten unter Kopfschmerzen litten. Doch
Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen. Es gibt viele
verschiedene Formen mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen. So
verwundert es nicht, dass die Erkrankung wie kaum eine andere von
Mythen und Legenden umrankt ist, was ihre Ursachen, Auswirkungen oder
auch die Vorbeugung betrifft, wie die Intiative Schmerzlos berichtet.

1. Machen Haltungsschäden vom Smartphone-Dauergebrauch
Kopfschmerzen?

Dr. med. Raymund Pothmann: "Haltungsschäden führen nur in
Ausnahmefällen zu Kopfschmerzen. Es ist auch nicht bewiesen, dass ein
übermäßiger Gebrauch von Smartphone, Tablet & Co. Kopfschmerzen
verursachen kann. Allerdings besteht ein Zusammenhang zwischen
Spannungskopfschmerzen und häufigem Einsatz von Smartphones etc.,
Hintergrund ist hierbei auch, dass sich Kinder und Jugendliche mit
häufigem Smartphone-Gebrauch weniger bewegen."

2. Kopfschmerzen durch zu wenig Schlaf

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: "Man hat schlecht geschlafen,
fühlt sich schlapp und elend - und dann kommen auch noch
Kopfschmerzen. Doch normalerweise führt zu wenig Schlaf nicht direkt
zu einem dröhnenden Schädel. Vielmehr können andere Probleme beim
Schlafen dahinter stecken: Viele Menschen mit einem
Schlaf-Apnoe-Syndrom leiden unter morgendlichen Kopfschmerzen, auch
wenn sie genügend geschlafen haben. Auch nächtliches Zähneknirschen
kann zu Kopfschmerzen am Morgen führen. Ein besonderer Kopfschmerz
tritt auf, wenn man nachts zu viel Kohlendioxid einatmet, z. B. weil
man die Decke über dem Kopf hatte. Dieser Kopfschmerz hat auch einen
eigenen Namen: Schildkröten-Kopfschmerz."

3. Kopfweh durch zu viel Kaffee?

Dr. med. Raymund Pothmann: "Tatsächlich verhält es sich eher
umgekehrt: Wer an Wochentagen viel Kaffee trinkt und am Wochenende
damit eine Pause macht, kann durch den Koffein-Entzug Kopfschmerzen
bekommen. Der Genuss von täglich ½-1 Liter eines Cola-Getränks
begünstigt aber auch chronische Kopfschmerzen bei einer
zugrundeliegenden Veranlagung. Nur selten werden Kopfschmerzen
ansonsten durch den Genuss von Lebensmitteln verursacht. Meist
bekommen Menschen mit einer Veranlagung für Kopfschmerzen (z. B.
Migränepatienten) durch Lebensmittel Kopfschmerzattacken. Dies gilt
z. B. für chinesisches Essen und Chips, wenn sie viel Glutamat
enthalten."

4. Schmerz erfüllt als Warnsignal immer einen Zweck.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: "Akuter Schmerz ist häufig ein
Warnsignal und wichtig für unser Überleben. Es gibt aber chronische
Schmerzerkrankungen, bei denen der Schmerz keine Warnfunktion mehr
hat. Dann erfüllt der Schmerz keinen Zweck mehr, sondern
beeinträchtigt die Lebensqualität."

5. Bei Vollmond kommt es häufiger zu Kopfschmerzen.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: "Der Vollmond wird für viele
Störungen verantwortlich gemacht, nicht nur für Schlafstörungen. Es
gibt inzwischen mehrere große Studien, die den Einfluss des Vollmonds
auf sogenannte subjektive Symptome untersucht haben, die wie z. B.
Schmerzen oder Müdigkeit nur vom Patient wahrgenommen werden. Dabei
konnte kein Einfluss des Vollmondes auf das Auftreten von
Kopfschmerzen gefunden werden."

6. Die Pille macht Kopfschmerzen.

Dr. med. Astrid Gendolla: "Jugendliche Frauen werden häufig vor der
ersten Einnahme darauf hingewiesen, dass die Pille zu Kopfschmerzen
führen kann. Grundsätzlich verursacht die Einnahme der Pille aber
keine Kopfschmerzen. Nur wenn Frauen eine Veranlagung zu Migräne
haben, kann eine Einnahme die Migräne an Intensität und Häufigkeit
verstärken. Außerdem kann es durch die Pille vermehrt zu
Sehstörungen, einer sogenannten Migräneaura, kommen. Es gibt aber
auch den umgekehrten Fall, dass Frauen mit Migräne von der Pille
profitieren. Leider kann dies nicht vorhergesagt werden, sodass
einfach ausprobiert werden muss, zu welchem Typ man gehört."

7. Eine Migräne ist doch auch nichts anderes als stärkere
Kopfschmerzen, oder?

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: "Migräne ist eine komplexe,
angeborene neurologische Erkrankung, bei der es zu Kopfschmerzen,
aber auch zu anderen Symptomen kommt. Diese reichen von einer
unspezifischen Veränderung der Stimmung bis hin zu neurologischen
Ausfallerscheinungen. Es gibt sogar auch Migräne, die ganz ohne
Kopfschmerzen auftritt."

8. Kopfschmerzen sind eine Folge von Vergiftungen

Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers: "Vergiftungen gehen nur sehr
selten mit Kopfschmerzen einher. Oft wird z. B. Amalgam, das als
Zahnfüllungsmaterial bekannt ist, als Verursacher von Kopfschmerzen
beschuldigt. Hier haben große Feldstudien aber keinen Zusammenhang
gezeigt. Ein anderer Fall ist es, wenn bestimmte Stoffe unmittelbar
Kopfschmerzen auslösen. So kann das Einatmen von Lösungsmitteln z. B.
Attacken des eher seltenen, aber umso schmerzhafteren
Clusterkopfschmerzes auslösen."

9. Wer Kopfschmerzen hat, braucht eine (neue) Brille.

Dr. med. Astrid Gendolla: "Oft denken Eltern, dass ihre Kinder
schlecht sehen, wenn sie über Kopfschmerzen klagen. Dies ist aber nur
in Ausnahmefällen so, und nur für die Kurzsichtigkeit auch belegt.
Auf keinen Fall sollte man wegen Kopfschmerzen einfach neue Brillen
ausprobieren oder zum Optiker gehen. Nur eine augenärztliche
Untersuchung kann klären, ob wirklich Sehstörungen hinter den
Kopfschmerzen stecken."

10. Hoher Blutdruck macht Kopfschmerzen.

Dr. med. Astrid Gendolla: "So naheliegend dieser Gedanke auch ist, so
ist er aus wissenschaftlicher Sicht doch falsch. Ein systolischer
Blutdruck (der erste Wert im Zahlenpaar) bis zu 200 mmHg führt nicht
zu Kopfschmerzen und wird im Allgemeinen ohne Beschwerden toleriert.
Daher ist es wichtig, regelmäßig den Blutdruck zu messen, denn man
selbst merkt einen erhöhten Blutdruck häufig nicht. Nur wenn der
Blutdruck krisenhaft systolisch auf über 200 mmHg ansteigt, kann er
zu Kopfschmerzen führen, dann treten aber häufig neben den
Kopfschmerzen auch noch andere Symptome auf."

Mit diesen Snacks wird Ihr Abend-Workout noch effektiver

3 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Wer sich dafür interessiert:

Symposium der Deutschen Gesellschaft für Therapeutische Hypnose und Hypnoseforschung e. V. (GTH)
am 5. und 6. November 2016 in Meersburg/Bodensee

zum Thema

Schmerztherapie und Hypnose

Anwendung der Hypno-Integrativen Tiefenpsychologischen Therapie (H.I.T.T.) ®

http://www.i-gth.de/joomla/jgerman/symposium.html
  • 04.11.2016, 14:48 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Auch hier haben wir mal wieder einen Fall von "Das ist doch schon ewig bekannt!".
Scheinbar haben diejenigen, die diese Artikel schreiben, die letzten 20 Jahre im Koma verbracht, oder sie halten die Leser für geistig total neben der Spur.
  • 04.11.2016, 14:14 Uhr
  • 1
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Welch neue, tolle, bahnbrechende Erkenntnis . Toll, toller wize.life
  • 04.11.2016, 13:12 Uhr
  • 0
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.