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Trotz Pflicht: Geflügel oft nicht mit Verbrauchsdatum gekennzeichnet

Trotz Pflicht: Geflügel oft nicht mit Verbrauchsdatum gekennzeichnet

News Team
08.12.2016, 14:22 Uhr
Beitrag von News Team

Lose angebotenes Geflügelfleisch wird auch drei Jahre nach Einführung der Kennzeichnungspflicht oft nicht mit dem Verbrauchsdatum versehen, so das Ergebnis eines Marktchecks der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im November auf Wochenmärkten, in Fleischerfachgeschäften und Supermärkten.

"Damit hat sich die Situation im Vergleich zu den Stichproben der letzten beiden Jahre nicht wesentlich verbessert", kritisiert Waltraud Fesser von der Verbraucherzentrale "In 13 von 19 überprüften Einkaufsstätten fehlt noch immer das Verbrauchsdatum beziehungsweise es wurde nicht im gesamten Sortiment konsequent gekennzeichnet".

Frisches, unverarbeitetes Geflügelfleisch verdirbt schnell. Daher muss seit März 2013 das Verbrauchsdatum angegeben werden. Bei abgepacktem Geflügel ist dies schon lange vorgeschrieben. Laut Vorschrift muss das Verbrauchsdatum auf einem Schild an oder neben dem Frischgeflügel zu lesen sein. Alternativ kann es aber auch erst auf dem Wiegebon ausgedruckt werden. Darauf muss an der Theke hingewiesen werden. Die Überwachung muss die Kennzeichnung kontrollieren.

Geflügelfleisch und Geflügelfleischerzeugnisse gehören laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu den leichtverderblichen Lebensmitteln, die bei falscher Handhabung eine Quelle für Lebensmittelinfektionen sein können.

Eine „lebensmittelbedingte Infektion“ oder „Lebensmittelinfektion“ bezeichnet dem BfR zufolge eine Erkrankung, die durch Krankheitserreger in und auf Lebensmitteln hervorgerufen wird. Am häufigsten treten in Deutschland bakterielle Lebensmitttelinfektionen auf, die durch Campylobacter oder Salmonellen verursacht werden.

"Handel ignoriert gesetzliche Vorgaben"


Schon in den Vorjahren hatte die Verbraucherzentrale die Kennzeichnung in denselben Einkaufsstätten in Mainz, Koblenz, Ludwigshafen und Frankenthal überprüft und die Aufsicht über die angetroffenen Missstände informiert. "Die aktuelle Beanstandungsquote liegt mit 68 Prozent zwar etwas niedriger als in den Vorjahren", erläutert Fesser. "Der Handel ignoriert jedoch nach wie vor weitgehend die bestehenden gesetzlichen Vorgaben. Wenn es mit der Kennzeichnung in diesem Schneckentempo weitergeht, so wäre erst zehn Jahre nach in Krafttreten der Vorschriften mit der vollständigen Umsetzung zu rechnen.

Die Verbraucherzentrale fordert den Handel auf, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und das Verbrauchsdatum anzugeben. Die Überwachung muss Verstöße konsequent ahnden.

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