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Pflege-Report: So hängen Demenz und Einkommen zusammen

Pflege-Report: So hängen Demenz und Einkommen zusammen

News Team
23.12.2016, 09:59 Uhr
Beitrag von News Team

Männer mit niedrigem Bildungsniveau und unterdurchschnittlichem Einkommen erkranken im Schnitt sechs Jahre früher an Demenz als solche mit hohem sozioökonomischem Status. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Krankenkasse AOK Rheinland/Hamburg, die der „Welt“ vorab vorliegt.

Demnach waren Männer mit einem Monatseinkommen von weniger als 800 Euro bei ihrer ersten Demenzdiagnose im Durchschnitt 75 Jahre alt, Männer mit einem Einkommen von mehr als 1600 Euro dagegen rund 81 Jahre alt. Auch für die Pflegebedürftigkeit insgesamt gilt dieser Zusammenhang: Männer mit niedrigem Einkommen und Bildungsstatus werden im Schnitt sieben Jahre vor Gebildeten und gut Verdienenden zum Pflegefall, wie aus den Versichertendaten der Krankenkasse hervorgeht, die diese im Rahmen ihres aktuellen „Pflege-Reports“ ausgewertet hat.

Demenzforscher erklären diese Feststellung damit, dass Menschen mit vergleichsweise hohem Bildungsstand – und damit in der Regel hohem Einkommen – sich in vielen Fällen gesünder ernähren und mehr Sport treiben. „Hier gilt derselbe Zusammenhang wie bei den kardiovaskulären Krankheiten, also Schlaganfall oder Herzinfarkt: Wer sich ungesund ernährt und wenig bewegt, entwickelt Übergewicht und Bluthochdruck und schadet seinen Gefäßen. Das gilt für die Gefäße im Herzen ebenso wie für jene im Gehirn“, sagt Thomas Willnow, Leiter einer Forschungsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin.

Kreuzworträtsel lösen hilft

Wer einen hohen Ausbildungsstand habe, halte sich zudem auch in fortgeschrittenem Alter tendenziell eher geistig fit, sagt Willnow. „Es ist schon etwas dran an der Empfehlung, im Rentenalter Kreuzworträtsel zu lösen, um geistig nicht einzurosten.“

Dass die Zahlen der AOK die bestehenden Forschungsergebnisse nun bestätigen, könnte eine Diskussion in der Gesundheitspolitik auslösen. Denn die Schlussfolgerung, die man bei der Kasse aus der Statistik zieht, ist diese: Es müsse mehr Geld für Prävention ausgegeben werden – vor allem für Aufklärungskampagnen über den Nutzen von Bewegung und gesunder Ernährung in Bevölkerungsschichten mit niedrigem Bildungsstatus. „Die Kommunen stehen dabei in einer besonderen Verantwortung“, findet der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann. Sie müssten gemeinsam mit Bund und Ländern für „gesundheitsförderliche Lebens- und Arbeitsbedingungen“ sorgen. Damit meint er zum Beispiel, dass Hartz IV-Empfänger auskömmlich versorgt sind, um sich gut ernähren zu können.

Politik gefordert

Bei einem der größten Sozialverbände des Landes, der Diakonie, zieht man dagegen einen anderen Schluss aus der Erkenntnis, dass Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status eher dement werden. „Die Politik sollte aufhören, die Langzeitarbeitslosigkeit zu alimentieren, sie sollte sie wirksamer bekämpfen. Das Geld, das diese Menschen erhalten, sollte vielmehr aktivieren und in den Arbeitsmarkt integrieren helfen“, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Denn wer am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben aktiv teilhabe, sei nun einmal körperlich und geistig fitter.

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21 Kommentare

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danke doris
  • 23.12.2016, 15:00 Uhr
  • 1
aber gerne doch...was nicht stimmt, stimmt eben nicht
  • 23.12.2016, 15:02 Uhr
  • 1
dies stimmt auch wieder,,nur wie erklärt man diesen satz denen welche diesen dank ihrer schlauheit nicht begreifen wollen oder können ,, aber egal wie auch immer etwas dagegen sagen werden müssen ,,nach dem motto ,,ich habe auch etwas gesagt ,,dies ist richtig ,,freie meinung was ok ist und richtig ist ,,genau wie das christliche fest , des schöpfers ,,egal wie jeder glaube den schöpfer nennt ,,es gibt nur einen ,,oder war das ei vor dem huhn da,,gab es etwas unbekanntes durch zufällige verbindungen von chemie,,nur woher gab es diese chemie ohne anfang ,,usw
  • 23.12.2016, 15:12 Uhr
  • 0
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Ich frage mich, was hat Demenz mit "arm" oder Bildungsniveau zu tun?
Vollkommener Schwachsinn!
  • 23.12.2016, 14:51 Uhr
  • 3
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ausnahmen gibt es überall bei menschen , jeder mensch ist verschieden ,,statistiken haben auch ausreisser ,,warum gibt es denn den bekannten satz , glaube keiner statistik welche du nicht selber gefälscht hast !!
  • 23.12.2016, 14:49 Uhr
  • 1
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Dazu muß ich schreiben...es ist absolut die Unwahrheit.,...
Ich betreue seit 5 Jahren Demenzerkrankte Menschen und bei mir waren es: Studienräte, Lehrerinnen, Opernsängerin, Professor....überwiegend in höher gestellten Positionen.Und ich wohne hier in einer Kleinstadt!!
Keiner, aber auch wirklich keiner bleibt davon verschont..egal in welchen sozialen Schichten er lebt. Ich sage: NEIN...das stimmt nicht!!!!
  • 23.12.2016, 14:22 Uhr
  • 5
  • 23.12.2016, 14:35 Uhr
  • 0
Helmut: ich gebe nichts auf Statistiken...sondern bilde mir meine eigene Meinung. Ich laß mir kein X vor dem U vormachen.
Schöne Weihnachten wünsche ich Dir und Deiner Familie
  • 23.12.2016, 14:37 Uhr
  • 0
  • 23.12.2016, 14:39 Uhr
  • 0
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Das einrosten des Gehirn´s findet in der Küche und auf der Couch statt.
  • 23.12.2016, 14:15 Uhr
  • 1
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Da kann ich dem Diakonie-Präsidenten nur Recht geben. Gerade die AOK bietet(zumindest bei uns) bereits eine Reihe von Fitness- und Bewegungs- und Ernährungskursen (meist kostenlos) an. Präventiv sind die, meiner Meinung nach, gut aufgestellt. Das Problem ist sicherlich die Überwindung des inneren Schweinehundes. Und gerade Familien, oft auch Alleinerziehende, deren Einkommen knapp über dem Hartz IV -Einkommen liegen, vergisst man bei der Schlussfolgerung der AOK.
  • 23.12.2016, 14:08 Uhr
  • 1
Teils nur wahr,da man im ländlichen Raum hier,wo ich lebe, fast nie 1 Platz der wenig vorhandenen, bekommt
  • 23.12.2016, 14:19 Uhr
  • 0
Im ländlichen Raum wirste immer das Problem haben. Wenn man sich dort kein Auto leisten kann, ist man aufgeschmissen.
  • 23.12.2016, 14:37 Uhr
  • 0
Grins- neee- Rad fahren, und schon ist der Fitnessbereich "abgehakt", ebenso die Frischluftzufuhr.
  • 23.12.2016, 14:45 Uhr
  • 2
Studien stellen niemals den Einzelfall als solches dar, sondern Beobachtungen in ihrer Gesamtheit. Einzelfälle können hier signifikant abweichen. Es gilt Tendenzen wahrzunehmen. Abweichungen sind inbegriffen.
  • 23.12.2016, 14:47 Uhr
  • 1
Sicher ist das so, und eine Analyse ist extrem schwierig, eben, weil die Gründe nur vage bekannt sind. Hier im Ort hat es 'ne Doktern ganz schwer erwischt, da waren Einkommen und Bildungsstand hoch, wie's mit der Bewegung war- keine Ahnung. Übrigens- nach neuesten Erkenntnissen ist ein Stoff in Kurkuma extrem gut als Prophylaxe, ich hab's gleich meinem "Elixir" beigemischt.
  • 23.12.2016, 14:50 Uhr
  • 2
Dem "Lebenselixir"?
  • 23.12.2016, 14:57 Uhr
  • 0
Ja, grins, ich hab' da paar Naturmittel zusammengepanscht, teils aus Erfahrung, teils wegen familiärer Vorgeschichten, und teils wg. vorhandener Zipperleins.
Hauptsächlich MSM (Arthrose), Tagetes (Studentenblume, wg. AMD bei Mutter und in der Verwandtschaft), Kurkuma,
wie x8, Demenzprophylaxe, Flohsamen (ich brauch keine Darmspiegelung), Maca (für und gegen alles).
  • 23.12.2016, 15:02 Uhr
  • 1
Zu Irmgard weiter oben......ich gebe ihm kein recht...denn meine Menschen, egal welchen Alters, waren geistig und körperlich rege bis diese schlimme Krankheit bei ihnen zugeschlagen hat....Anfang Januar mach ich wieder ein Seminar mit, dann ich mehr erzählen....Das hat mit einfachen oder gebildeten Menschen überhaupt nichts zu tun.
Dir ein schönes Weihnachtsfest
Für mich Irmgard ist das ein Beispiel wie bei unseren Politikern:
sie erzählen uns was und wissen dabei gar nicht,wie es hier unten an der Basis aussieht......nur mal so nebenbei erwähnt
  • 23.12.2016, 15:07 Uhr
  • 1
Doris, dass die meisten Menschen, die noch im Berufsleben stecken, zum größten Teil fitter (sein müssen), als Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht drin sind, ist allgemein bekannt. Ich erlebe dies fast täglich. Wer selbst einmal finanziell nicht gut gestellt war (ist), weiß, dass oft die Gesundheit drunter leidet. Das hat nichts mit Bewertung zu tun, sondern ist schlichtweg auch eine persönliche Erfahrung. Und das, was der Diakonie-Präsident fordert, ist doch keine schlechte Sache. Leute in Arbeit zu bringen, statt sie mit "Sozial-Almosen" ihrer Würde zu berauben. Und, wenn die Studie stimmt, auch evtl. ihrer körperlichen und/oder geistigen Unversehrtheit.
  • 23.12.2016, 16:22 Uhr
  • 0
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warum sterben arme früher ,, könnte man auch fragen ,,die antwort ist die gleiche
  • 23.12.2016, 14:06 Uhr
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