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Lebensgefährlicher Trend: Wenn Eltern ihre Kinder mit "Zaubertropfen" zu Bet ...

Lebensgefährlicher Trend: Wenn Eltern ihre Kinder mit "Zaubertropfen" zu Bett bringen!

News Team
12.01.2017, 13:38 Uhr
Beitrag von News Team

Kinderärzte, Wissenschaftler und Gesundheitspolitiker schlagen Alarm: Immer mehr Eltern geben ihren Kindern Schlafmittel. Nur: Diese vermeintlich harmlosen Mittel können für die Kleinen tödlich sein.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml etwa warnt Eltern davor, Kleinkindern Schlafmittel zu geben, um sie nachts ruhigzustellen. Huml betonte: "Diesen gefährlichen Trend, den Kinderärzte und Wissenschaftler derzeit beobachten, müssen wir stoppen! Als zweifache Mutter weiß ich, wie kräftezehrend Nächte ohne ausreichend Schlaf sein können. Aber klar ist auch: Alle Babys schreien in den ersten Monaten. Nur so kann ein Baby mitteilen, ob es zum Beispiel Hunger hat oder sich nach Nähe sehnt."

Die Ministerin erläuterte: "In der Regel ist vermehrtes Schreien harmlos und Ausdruck ganz normaler Bedürfnisse der kindlichen Entwicklung. Säuglinge oder Kleinkinder, die nachts schlecht schlafen, sind häufig nicht krank. Man sollte ihnen keine Beruhigungs- oder Schlafmittel geben, sonst drohen schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Kinder."

Plötzlich steht der Atem still

Huml, die selbst ausgebildete Ärztin ist, warnte: "Viele dieser Mittel enthalten Wirkstoffe, die in den natürlichen kindlichen Schlaf-Wach-Rhythmus eingreifen. Damit ist die optimale Erholung der Kinder gestört, die für das Lernen und die psychische Gesundheit sehr wichtig ist." Die Ministerin ergänzte: "Besonders gefährlich ist, dass diese Mittel auch psychisch abhängig machen und innere Organe wie Leber und Niere schädigen können." Fachleuten zufolge besteht aufgrund des sehr empfindlichen zentralen Nervensystems bei Kindern unter drei Jahren infolge einer Überdosierung auch ein erhöhtes Risiko für Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gibt der bayerischen Staatsministerin recht. "Es kann - auch in niedrigen Dosen - zum Atemstillstand kommen", erkläte BVKJ-Sprecher Dr. Hermann Josef Kahl.

Überforderte Eltern unterstützen

Huml unterstrich: "Wir dürfen Eltern, die aufgrund durchwachter Nächte mit ihren Kleinkindern überfordert sind, nicht alleinlassen. Häufig scheuen sie sich davor, über ihre Sorgen zu sprechen – aus Angst, von ihrem Umfeld als unfähig abgestempelt zu werden. Wir müssen ihnen das Gefühl nehmen, als Eltern versagt zu haben."

Die Ministerin fügte hinzu: "Kompetente und individuelle Hilfe finden betroffene Eltern von Säuglingen bei ihren Hebammen. Aber auch Kinderärzte, Psychologen und die in ganz Bayern verbreiteten 'Schreiambulanzen' können überforderte Mütter und Väter unterstützen – und zwar ganz ohne Medikamente. Babys und Kleinkinder, die nachts nicht schlafen können, brauchen keine Medikamente, sondern sie brauchen Unterstützung, um sich wieder zu beruhigen."

Smartphone und Co. schlecht für Babys Schlaf

Um Babys und Kleinkindern das Einschlafen zu erleichtern, sollten schon eine ganze Zeit vorher alle Displays und Bildschirme in ihrer Nähe dunkel bleiben. "Zwei Stunden vor dem Schlafen sollten keine Fernsehgeräte, Tablets oder Smartphones genutzt werden", empfiehlt Dr. Mirja Quante vom Universitätsklinikum Tübingen im Apothekenmagazin "Baby und Familie". Denn von den Geräten geht blaues Licht aus. "Das verzögert die Ausschüttung des müde machenden Melatonins", so die Medizinerin. Das gilt auch für die Kleinsten.

Insbesondere unruhigen Kindern hilft es, wenn das Leben schon ab dem Nachmittag ruhiger gestaltet ist. "Gerade abends lohnen Einschlafrituale sehr früh", betont Quante. Auch wenn Babys sich erst nach und nach an einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen, können Eltern viel für einen gesunden Schlaf tun. Das Apothekenmagazin "Baby und Familie" fasst in seinem aktuellen Heft Erkenntnisse von Forschern zusammen und nennt die wichtigsten Tipps.

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1 Kommentar

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...und wo ist hier der Aufschrei, der nötig wäre....
  • 12.01.2017, 14:54 Uhr
  • 0
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