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Große Studie mit erschreckendem Ergebnis: Trinken die Eltern, greifen auch d ...

Große Studie mit erschreckendem Ergebnis: Trinken die Eltern, greifen auch die Kinder zur Flasche!

News Team
16.02.2017, 15:23 Uhr
Beitrag von News Team

Der Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen wird stark durch ihre Eltern beeinflusst. Das zeigen aktuelle Studien der DAK-Gesundheit. Nach einer repräsentativen Elternbefragung der Krankenkasse hatten bundesweit 20 Prozent der Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren bereits einen Alkoholrausch. In den meisten Familien (65 Prozent) können Minderjährige leicht an Bier, Wein oder Schnaps gelangen. Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Mütter und Väter zeigt selbst ein riskantes Trinkverhalten.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, appelliert mit Blick auf die Ergebnisse an die wichtige Vorbildfunktion der Eltern. Als Reaktion auf die Studien starten die DAK-Gesundheit, die Bundesdrogenbeauftragte und die Sängerin Grace Capristo in Berlin die 8. Runde der bundesweiten Aufklärungskampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“.

Für die repräsentative DAK-Untersuchung zum Rauschtrinken bei Jugendlichen hat das Forsa-Institut 1.000 Mütter und Väter mit Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren befragt. „21 Prozent der Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Kind zu viel Alkohol trinken könnte“, erklärt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Das sogenannte Komasaufen, bei dem sich Jugendliche ganz bewusst bis zum Vollrausch betrinken, sehen viele als Problem. Fast alle Befragten (92 Prozent) fordern eine offensive Aufklärung. Storm: „Aus Sicht der Eltern müssen die Menschen aufgerüttelt werden, weil durch das Komasaufen schon Jugendliche gestorben sind. Diese Erwartung nehmen wir sehr ernst.“

Riskantes Trinkverhalten bei Eltern


Laut DAK-Studie gehen zwei Drittel der befragten Eltern davon aus, dass sie beim Alkoholkonsum Vorbild sein müssten. Tatsächlich haben nach der Untersuchung 32 Prozent der Eltern selbst ein riskantes Trinkverhalten – bei den Vätern sogar 39 Prozent. Bei einem knappen Viertel der Eltern (23 Prozent) kommt es mindestens einmal im Monat zum Rauschtrinken. „Bei hohem Alkoholkonsum der Eltern erhöht sich auch bei ihren Kindern das Risiko zum Rauschtrinken“, sagt Professor Dr. Reiner Hanewinkel.

Der Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) hat die Entwicklung von riskantem Alkoholverhalten bei Heranwachsenden über neun Jahre hinweg verfolgt. Diese bundesweit einmalige Langzeitstudie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der DAK-Gesundheit gefördert. „Unsere Untersuchung zeigt, dass beim Rauschtrinken der Einfluss des Elternverhaltens stärker ist als bislang angenommen“, betont Hanewinkel. „Zwölfjährige, deren Eltern regelmäßig Alkohol konsumieren, haben im Erwachsenenalter ein drei Mal höheres Risiko für das Rauschtrinken als Kinder aus Familien, in denen nie Alkohol getrunken wird.“

Bundesdrogenbeauftragte: Eltern müssen Vorbild sein


Mit Blick auf die aktuellen Studien der DAK-Gesundheit appelliert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, an die wichtige Vorbildfunktion der Eltern beim Alkoholkonsum: „Wer zu viel und zu häufig trinkt, wird krank und läuft Gefahr, vom Alkohol abhängig zu werden. Auch wenn heute in Deutschland weniger Alkohol getrunken wird als vor 20 Jahren – Alkoholmissbrauch ist und bleibt eine der großen gesundheitspolitischen Herausforderungen in unserem Land.

Gut ist, dass Eltern heute viel mehr als früher in der Lage sind, mit ihren Kindern offen über Alkohol zu reden. Wichtig ist aber, dass sie auch ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Wasser predigen und Wein trinken, das geht nicht. Die DAK-Kampagne `bunt statt blau´ macht einen übermäßigen Alkoholkonsum unter Jugendlichen zum Thema. Dabei reden nicht wir über unsere Schüler, sondern sie werden selbst kreativ und übernehmen Verantwortung für sich und andere. Das ist es, was die Kampagne `bunt statt blau´ für mich so besonders wertvoll macht.“

Positive Wirkung von Prävention


Laut DAK-Studie haben nach Aussage der befragten Eltern 41 Prozent aller Minderjährigen bereits Alkohol getrunken – bei den zwölf- bis 13-Jährigen sind es acht Prozent. Mindestens einmal einen Alkoholrausch hatten bereits 20 Prozent der Jungen und Mädchen. In der Altersgruppe der 16- bis 17-Jährigen hatte bereits jeder Zehnte mehrfach einen Rausch. Nach der Untersuchung des IFT-Nord ist es wichtig, dass die erste Rauscherfahrung möglichst spät erfolgt. „Wenn wir es schaffen, den Einstieg beim Alkoholkonsum zu verzögern, hat das einen positiven Effekt“, erklärt Professor Reiner Hanewinkel.

Ergebnis der Untersuchung: Wenn Schüler mit zwölf oder 13 Jahren bereits Rauscherfahrung hatten, zeigen sie als junge Erwachsene mehrheitlich (55 Prozent) einen riskanten Alkoholkonsum. Wenn die Schüler mit 13 oder 14 Jahren noch rauschfrei waren, sind es mit 46 Prozent deutlich weniger.

„Die Untersuchungen zeigen, wie wichtig die frühzeitige Aufklärung über die Risiken und Gefahren von Alkoholmissbrauch ist“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Er sehe sich deshalb bestätigt, den erfolgreichen Plakatwettbewerb „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ fortzusetzen. „Die große Mehrheit der Eltern erwartet eine Aufklärung an Schulen“, sagt Storm. „Deshalb wurden auch in diesem Jahr rund 11.000 Schulen eingeladen, sich an der Kampagne zu beteiligen.“

Sängerin Grace Capristo unterstützt „bunt statt blau“


Gemeinsam mit der Drogenbeauftragten sitzt die bekannte Sängerin Grace Capristo in der Bundesjury, die nach dem Einsendeschluss am 31. März aus 16 Landesgewinnern den Bundessieger „bunt statt blau“ 2017 wählt. „Ich freue mich, dass ich die Kampagne ‚bunt statt blau‘ unterstützen darf. Als Sängerin ist es für mich wichtig, Sprachrohr für die richtige Sache zu sein. Deswegen möchte ich jedem jungen Menschen da draußen sagen: ‚Du kannst für dich persönlich entscheiden, was richtig ist und was falsch. Stoße auf dein Leben an, aber verliere nie die Kontrolle.'“

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