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13 Momente im Leben, die wirklich nur Diabetiker kennen

13 Momente im Leben, die wirklich nur Diabetiker kennen

News Team
15.03.2017, 11:22 Uhr
Beitrag von News Team

Unverständnis und Vorurteile wegen Diabetes – und immer wieder Situationen, die andere Menschen eben nicht erleben. Aus dem nicht alltäglichen Alltag von Diabetikern, mit Freunden und Familie, beim Ausgehen und in der Liebe.

Auf die Ernährung achten, den Blutzucker messen, Medikamente einnehmen oder Insulin spritzen: Wer meint, dass Diabetiker damit schlechter leben als andere Menschen, hat oft Unrecht. Moderne Techniken wie Messgeräte von Accu-Chek erleichtern das Blutzuckermessen, Apps dokumentieren den Verlauf der Werte, Pens und Pumpen versorgen unauffällig mit Insulin. Und trotzdem berichten Diabetiker immer wieder über ganz spezielle Augenblicke wie diese.... Wir haben hier einige Schilderungen von Betroffenen gesammelt.

1. Sich ständig verteidigen müssen

"Diabetes, das bekommen doch nur die, die sich zu wenig bewegen und zu viel Süßes essen." Lerne ich neue Menschen kennen, werde ich immer wieder mit diesem Vorurteil konfrontiert. Ich erkläre, dass Diabetes-Typ-1 eine Autoimmunerkrankung ist und dass bei Typ-2-Diabetes auch die Gene eine Rolle spielen. Wenn ich dann auch noch betone, dass ich jede Woche Schwimmen gehe und gerne Bergsteige, fühl ich mich voll in eine Verteidigungs-Rolle gezwungen, die mir so gar nicht passt. Ich kann nichts dafür, dass ich Diabetes habe!

2. Schlechte Laune durch Hypo

Als meine Partnerin zum ersten Mal dabei war, als ich eine leichte Hypo bekam – für Nicht-Diabetiker Hypoglykämie – war sie fast beleidigt. Denn der Unterzucker schlägt auf die Stimmung, plötzlich werde ich sauer, reagiere über. Ich hab mich entschuldigt und ihr erklärt, woher das kommt und dass ich deshalb immer gegen Hypo ein paar Zuckerwürfel dabei habe. Heute ist das kein Problem mehr, noch dazu, weil sich mein Blutzuckerspiegel sehr konstant hält. Nicht nur Folge meiner guten Einstellung mit Insulin, sondern auch des geregelten, harmonischen Lebens mit der Partnerin.

3. Diabetes-Outing

Stichwort Partnerschaft: Ich hab die Erfahrung gemacht, am besten möglichst früh zu sagen, dass ich Diabetikerin bin, damit es später nicht wie ein Vertrauensbruch rüber kommt … „warum hast du mir das nicht früher gesagt?“ Als ich meinem späteren Partner kurz nach dem Kennenlernen sagte, dass ich Diabetes habe, meinte er nur… „ist doch egal… ich liebe dich, mit und ohne Diabetes!“

4. Und? Potenzprobleme?

"... und unter Potenzproblemen leiden Sie wegen des Diabetes vermutlich auch schon" eröffnete mir mein Hausarzt, als er mich mit der Diagnose Zucker konfrontierte. Wohl auch aus Schreck klappte es dann beim nächsten Mal schon wieder nicht im Bett. Jetzt, zwei Jahre später, acht Kilogramm leichter und mit den richtigen Diabetestabletten, gibt es das Problem nicht mehr. Klar ist die Potenz nicht mehr so wie vor 30 Jahren – aber das ist ja auch nicht so wichtig. Quantität ist nicht Qualität.

5. Drogenspritzer

Auf der Feier in der Sportgaststätte hat mich ein junger Vereinskollege im Umkleideraum gesehen, als ich mir "heimlich" den Insulin-Pen an den Bauch setzte. "Was ist das denn für eine Droge?" fragte er. "Drogen injiziert man sich meines Wissens nicht in den Bauch", sagte ich und erklärte ihm, warum ich Insulin spritze und wie der Insulin-Pen funktioniert.

6. Blutzuckermessen im Dunkeln

Im Kino haben meine Bekannten Popcorn gekauft. Ich wollte mich nicht gleich als Diabetiker outen. Um zu erfahren, ob mein Blutzuckerspiegel es zulässt, dass ich auch in die große Box greife, hab ich gleich, als das Licht ausging, rasch mit dem Accu-Chek Guide meine Werte kontrolliert. Der Teststreifen-Einschub ist nämlich beleuchtet und ich kann den Messwert auch im Dunkeln ablesen – und hab mich gefreut, weil ich unbesorgt zugreifen konnte.

7. Täschchen für Traubenzucker

Ich möchte nicht, dass meine Enkel was für mich kaufen. Selbst Gemachtes finde ich viel besser. Da hat es mich besonders gefreut, dass meine kleine Sonja mir beim letzten Mal einen selbst genähten Schlüsselanhänger mitgebracht hat: ein kleines Stofftäschchen, in das gerade eine Tafel Traubenzucker passt – als Not-Broteinheit.

8. "Für dich gilt doch das Zuckerverbot!"

Das größte Vorurteil bei Diabetes ist meiner Erfahrung nach, auf keinen Fall Zucker essen zu dürfen. Damit werde ich fast jeden Tag konfrontiert. Doch der totale Zuckerverzicht trifft nicht zu. Für Diabetiker gelten die gleichen Mengenempfehlungen was Zucker betrifft, wie für Gesunde - rund 20 bis 40 Gramm pro Tag . Obst und Schokolade sind also auch für Diabetiker erlaubt .

9. OP wegen Insulinpumpe

Als ich meiner Nachbarin erzählte, dass ich jetzt eine Insulinpumpe habe, war sie erstaunt. „Ich hab gar nicht gemerkt, dass du ein paar Tage im Krankenhaus gewesen bist“. Wie so viele meinte sie, die Pumpe wird operativ in den Bauch implantiert. Ich zeigte ihr einfach das kleine Gerät, das ich am Hosengürtel unter dem Hemd trug und das ich jederzeit selbständig anlegen und wieder ablegen kann.

10. Insulin vergessen - Essverbot

Freunde hatten mich zum Essen eingeladen und wir fuhren eine halbe Stunde in das Restaurant. Da habe ich erst bemerkt, dass ich Pen und Accu-Chek zu Hause vergessen hatte. Aufregung unter meinen Begleitern… müssen wir jetzt gleich wieder zurückfahren, so ein Mist, oh sorry, wollt dir wegen deiner Krankheit keinen Vorwurf machen...

11. Was, du isst Eis!?!

Der erste warme Tag in der Fußgängerzone. Alle kaufen sich Eis, ich auch. Ein warnend-besorgter Blick meiner Tochter: „Mama, du hast doch Diabetes“. Ich hab es ihr schon x-mal erklärt, dass ich trotzdem Süßes in vernünftiger Menge genießen kann und darf.

12. Fasten, das ist doch nichts für dich

Als in meiner Heilfasten-Gruppe das Gespräch auf Diabetes kam und ich sagte, dass ich betroffen bin, gab es großes Staunen… „Darfst du denn Fasten, bringt das nicht deinen Blutzucker durcheinander?“ Klar hatte ich vorher meinen Arzt gefragt. Und der hatte das Fasten begrüßt. Nach der Woche Fasten sind meine Blutzuckerwerte insgesamt etwas besser als vorher.

13. Als betrunken abgestempelt

Tanzen und feiern – ich war bester Laune. Dann kam die Hypo und mir ging es richtig schlecht. Alle anderen dachten, ich wäre sturzbetrunken. Ich konnte nicht mehr klar denken, die Leute dachten ich hätte zu viel Alkohol erwischt, zum Glück war ein Freund dabei, der Bescheid wusste, nach ordentlich Orangensaft ging es mir langsam wieder besser.

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