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Nicht so laut! Sie ertragen den Lärm um sich herum nicht mehr? Das könnte da ...

Nicht so laut! Sie ertragen den Lärm um sich herum nicht mehr? Das könnte dahinterstecken

Service Tipp
31.03.2017, 13:57 Uhr
Beitrag von Service Tipp

Schwerhörigkeit ist ein bekanntes Problem. Dass jedoch auch das Gegenteil, eine Geräuschüberempfindlichkeit, die Lebensqualität stark einschränken kann, ist vielen Menschen kaum bewusst.

Jedes lautere Geräusch wird zur Qual

Kinderschreien, das Klingeln vom Telefon und Hundebellen scheinen dann unerträglich zu sein. Betroffene vermeiden es oft sogar, ins Kino oder ins Konzert zu gehen, weil der Geräuschpegel für sie dort viel zu hoch ist. Lautstärken, die für andere Menschen völlig normal sind, empfinden sie fast als körperlichen Schmerz.

Schnell werden sie deshalb von ihrer Umgebung als Sensibelchen und eingebildete
Kranke abgestempelt. Doch tatsächlich steckt dahinter eine Krankheit.

Tinnitus, Stress und Hyperakusis

Hyperakusis, so die medizinische Bezeichnung für diese extreme Lärmempfindlichkeit. kann vor allem zwei Ursachen haben:

1. Die Veränderung der Lärmempfindlichkeit tritt oft vorübergehend unter Stress auf.

2. Vor allem bei Tinnitus tritt zusätzlich Hyperakusis auf.

Befragungen der Deutschen Tinnitus-Liga zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Tinnitus-Betroffenen außerdem unter zu starker Lärmempfindlichkeit leiden. Das ist besonders fatal, weil sie dadurch ihre ständigen Ohrgeräusche noch lauter und dadurch quälender wahrnehmen.

Lärmempfindlichkeit ist keine Einbildung

Bei Tinnitus und auch bei Stress ist die Verarbeitung der Hörsignale im Gehirn vermutlich gestört – eine mögliche Erklärung dafür, warum normale Geräusche als zu laut im Bewusstsein ankommen.

Weil Stress und Tinnitus oft einen richtigen Teufelskreis bilden – Stress kann Tinnitus auslösen,Tinnitus erzeugt wiederum Stress und beides verstärkt sich dadurch – , kann sich dabei auch die Hyperakusis verstärken. Im extremen Fall geht das soweit, dass sich Menschen von ihrer Umgebung abkapseln.

Hyperakusis richtig behandeln

So weit sollten Sie es jedoch nicht kommen lassen. Wie bei Tinnitus auch, gibt es auch gegen die Geräuschüberempfindlichkeit Behandlungsmöglichkeiten, etwa ein kognitiv verhaltenstherapeutisch ausgerichtetes Hyperakusis-Training. Unterstützend können auch durchblutungsfördernde Mittel - etwa Ginko - wirksam sein. Sprechen Sie mit Ihrem HNO-Arzt darüber!