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Lieber schwerhörig als ein Hörgerät?

Lieber schwerhörig als ein Hörgerät?

Option-im-Alter
27.03.2017, 13:15 Uhr
Beitrag von Option-im-Alter

Etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland haben Schwierigkeiten mit dem Hören. Doch nur 2,5 Millionen Menschen hierzulande tragen auch ein Hörgerät – selbst wenn sie im Besitzt einer solchen Hörhilfe sind.
Im Folgenden lesen Sie, warum es immer noch so viele Menschen gibt, die lieber schwerhörig sind, als ein Hörgerät zu tragen und wie man dem mit einer schrittweisen Angewöhnung entgegenwirken kann.

Viele Senioren mit Hörschwierigkeiten besitzen zwar ein Hörgerät, dieses liegt jedoch bei manchen ungenutzt und in neuwertigem Zustand in einer Ecke oder Schublade. Denn die neue Technik oder die Handhabung der Hörhilfe kann zunächst ungewohnt sein und zur Ablehnung führen.
Nach längerer Zeit der Schwerhörigkeit ist es eine große Umstellung, plötzlich wieder alles – inklusive Störgeräuschen und Lärm – zu hören. Viele Senioren haben in der ersten Zeit der Umstellung Schwierigkeiten mit dem ungewohnten Geräuschpegel und empfinden das Tragen des Geräts deshalb als unangenehm. Aber wie auch bei einer neuen Brille, braucht es manchmal einfach ein wenig Zeit und Geduld, bis man sich an das Hilfsmittel gewöhnt hat.

Moderne Hörgeräte sind individuelle Maßanfertigungen mit ausgefeilter Technologie. Es gibt sogar spezielle Einstellungen für ein erleichtertes Telefonieren oder den idealen Genuss von Konzerten. Auch wenn Hörgeräte eine enorme Verbesserung des Hörens bewirken, können sie das natürliche Hören nicht ganz ersetzen. Das liegt vor allem an der Handhabung, denn die meisten Geräte bieten verschiedenste Einstellungen an, um sich an unterschiedliche Hörsituationen anzupassen, abgestimmt auf verschiedene Umgebungssituationen und Gesprächssituationen. Diese Wahl- und Filtermöglichkeiten bieten Optionen, können zunächst aber etwas verwirrend und befremdlich sein und bedürfen ebenfalls einer Eingewöhnung.


Ungewohnte Geräusche – Hören kann verlernt werden

Wer schon eine Weile an Schwerhörigkeit leidet, dessen Gehirn kann mit der Zeit verlernen, wie mit einer normalen Geräuschkulisse umzugehen ist. Wenn das Hirn bereits für einen längeren Zeitraum weniger akustische Reize bekommt, kann es nach und nach vergessen, wie sich beispielsweise leise Geräusche anhören. Das natürliche Hören kann schlichtweg verlernt werden. Stellt ein Hörgerät dann einen nahezu normalen Geräuschpegel wieder her, empfinden viele dies als zu laut und störend. Ganz alltägliche Geräusche wie der eigene Atem, Schritte oder Blätterrascheln und Vogelgezwitscher können als Störfaktor empfunden werden.


Eine zeitige Anschaffung empfiehlt sich

Wer nicht zu lange mit der Anschaffung eines Hörgeräts wartet, kann Hörschwächen frühzeitig ausgleichen und sich an den Umgang mit dem neuen Gerät gewöhnen, ohne bereits viel eigene Hörleistung verloren zu haben. Denn je schlechter das Gehör bereits ist, desto schwieriger wird der Anpassungsprozess an eine neue Hörsituation. Da der Verlust des Hörsinns meist als schleichender Prozess von statten geht und von den Betroffenen selbst oft erst spät bemerkt wird, empfehlen sich im Alter regelmäßige Kontroll-Besuche beim HNO-Arzt, mindestens einmal jährlich.
Fällt dann die Entscheidung für ein Hörgerät, empfiehlt sich zur Eingewöhnung eine stundenweise Annäherung und schrittweise Erhöhung der Tragezeit, mit dem Ziel hin zum dauerhaften Tragen des Gerätes. Denn wenn ein Hörgerät auch auf lange Sicht nur zeitweise getragen wird, kann das Gehör sich nur schwer an die neue Geräuschsituation gewöhnen. Die Folge kann sein, dass das Gerät weiterhin als störend empfunden wird und im schlimmsten Fall bereits nach kurzer Zeit nicht mehr genutzt wird.
Vor der Anschaffung sollte ein Hörgerät für etwa vier Wochen in verschiedenen Alltagssituationen getestet werden. Ausgebildete Akustiker können das Gerät dann individuell anpassen. Moderne Hörgeräte gleichen nicht nur einen Hörverlust an Lautstärke aus, sondern können auch gezielt Geräusche filtern und dem Gehirn so dabei helfen Klänge und Informationen besser zu verarbeiten.

Tragen Sie ein Hörgerät? Und hatten Sie auch Schwierigkeiten bei der Umgewöhnung?

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