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Nach Masern-Tod einer 37-Jährigen! Anzeige gegen Ärzte erstattet!

Nach Masern-Tod einer 37-Jährigen! Anzeige gegen Ärzte erstattet!

News Team
25.05.2017, 09:44 Uhr
Beitrag von News Team

Immer mehr Masern-Fälle in Deutschland: In Essen ist am vergangenen Wochenende eine Frau dem Virus erlegen - trotz intensivmedizinischer Behandlung. Laut Robert-Koch-Instituts (RKI) handelt es sich um den ersten Masern-Todesfall in Deutschland in diesem Jahr. Was die Sache noch tragischer macht: Eine bei der Frau vorhandene Impfung war offenbar nicht ausreichend.

Wie die „WAZ“ berichtet, ist gegen die behandelnden Ärzte nun Anzeige erstattet worden. Den genauen Adressaten der Anzeige konnte die Polizei bislang nicht nennen. Wie bei jeder Anzeige nehme sie zunächst Ermittlungen auf.

Hohe Dunkelziffer

Wie in ganz Nordrhein-Westfalen werden gerade auch in Essen derzeit vermehrt Masernerkrankungen gemeldet. Dem Gesundheitsamt der Stadt sind derzeit 31 Krankheitsfälle bekannt, die Dunkelziffer ist allerdings unbekannt. Nach dem Tod der 37-jährigen Essenerin rät das Gesundheitsamt der Stadt dringend, den eigenen Impfstatus zu überprüfen.

"Masern sind keine harmlose Kindererkrankung, sondern können bei Kindern zu Hirnhautentzündungen und bei Erwachsenen zu beispielsweise Lungenentzündung führen", so Gesundheitsdezernent Peter Renzel. "Vor allem im Erwachsenenalter kann es zu Komplikationen kommen. Deshalb ist ein Impfschutz besonders wichtig."

Der Virus ist leicht übertragbar und kann nicht mit beispielsweise Antibiotika bekämpft werden. Kinder, so das Gesundheitsamt, sollten immer zwei Impfungen erhalten, Erwachsene eine. Vor allem nach 1970 Geborene sollten ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen. Einen guten Überblick über den aktuellen Impfstatus gibt der eigene Impfpass. Sollte dieser nicht zur Hand sein, ist der Besuch eines Hausarztes sinnvoll.

Kinder, die nicht geimpft sind, sollten schon bei den ersten Anzeichen nicht mehr in Kita, Kindergarten oder Schule geschickt werden. Bei durchschnittlich 5.000 Kindern pro Jahrgang sind etwa fünf Prozent nicht geimpft.

Für besondere Fälle bietet das Gesundheitsamt der Stadt Essen noch bis 1. Juni immer dienstags, mittwochs und donnerstags in der Zeit von 12:30 bis 14:30 Uhr eine Impfaktion an.

Zum Hintergrund

Masern werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen.

Sie beginnen mit Fieber, Entzündung der Bindehaut, Schnupfen, Husten und einem Ausschlag an der Mundschleimhaut. Diese sogenannten Koplik-Flecken (kalkspritzerartige weiße bis blau-weiße Flecken) sind häufig eindeutige Anzeichen für die Masern.

Erkrankte Personen sollten in der akuten Krankheitsphase Bettruhe einhalten. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht. Neben fiebersenkenden Medikamenten und Hustenmitteln ist bei zusätzlichen bakteriellen Infekten eine antibiotische Therapie indiziert.

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollte die Erstimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen.

Die empfohlene Zweitimpfung (die keine Auffrischimpfung ist!) soll den Kindern, die – aus unterschiedlichen Gründen – nach der Erstimpfung keine Immunität entwickelt haben, eine zweite Gelegenheit zur Entwicklung eines ausreichenden Schutzes geben.

Eine einmalige MMR-Standardimpfung für Erwachsene sollte weiterhin bei allen nach 1970 geborenen ungeimpften bzw. in der Kindheit nur einmal geimpften Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstaus nachgeholt werden.

Sie sind wieder am Vormarsch - Die Masern.

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