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Fall von Hasenpest in Deutschland! Landesamt gibt Warnung heraus!

Fall von Hasenpest in Deutschland! Landesamt gibt Warnung heraus!

News Team
01.06.2017, 11:40 Uhr
Beitrag von News Team

Bei einem in der Nähe eines Golfplatzes im oberfränkischen Bayreuth verendet aufgefundenen Feldhasen hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eine Infektion mit der Tularämie, der sogenannten Hasenpest, festgestellt. Bei dieser bakteriellen Erkrankung handelt es sich um eine Zoonose, die auch auf den Menschen übertragbar ist. Fälle gibt es immer wieder.

Da im Gemeindejagdrevier Laineck in den letzten Monaten bereits mehrere verendete Feldhasen aufgefunden wurden, sollten Spaziergänger in keinem Fall apathische, sich unnatürlich verhaltende oder tote Tiere anfassen! Bei direktem Kontakt zu erlegten oder tot aufgefundenen Tieren besteht eine erhöhte Infektionsgefahr.

Diagnose "Sommergrippe"

Die Krankheit ist so selten, dass es sie eigentlich gar nicht gibt. Nur 19 Fälle notiert das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin im vergangenen Jahr in Deutschland. Doch eine Frau aus Karlsruhe hatte es schlimm erwischt. Vermutlich bei einem Fitness-Camp Ende Juni infizierte sich die 41-Jährige mit der Hasenpest. Dort kroch sie durch den Schlamm.

Wie der "SWR" berichteet, bekam sie eine Woche später hohes Fieber. Außerdem waren ihre Lymphknoten unter den Achseln geschwollen. "Sommergrippe" lautete die erste Diagnose. Erst als sich ihr Zustand dramatisch verschlechterte und sie ins Krankenhaus kam, wurde dort die Hasenpest diagnostiziert. "Ich hatte wirklich Glück, das war kurz vor knapp", sagte die 41-Jährige den "Badischen Neuesten Nachrichten".

Für Hasen tödlich

Für die Nager ist Hasenpest (Tularämie) tödlich, beim Menschen lässt sie sich mit Antibiotika behandeln. Wie das RKI schreibt, ist der Erreger der Tularämie ein gram-negativer, intrazellulärer, unbeweglicher, aerob wachsender, pleomorpher Coccobacillus. Er bildet keine Sporen aus, ist aber trotzdem in der Umwelt sehr widerstandsfähig, insbesondere bei niedrigen Temperaturen.

Der Erreger infiziert dem RKI zufolge verschiedene Kleinsäuger wie Hasen, Kaninchen und Mäuse, aber auch andere Wild- sowie Haustiere. Darüber hinaus wurde er bei Bremsen, Mücken und Zecken, aber auch in Vögeln und Amphibien nachgewiesen. Er findet sich auch in Wasser und Erde.

So können Sie sich infizieren:

- Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial (z. B. bei der Verarbeitung infizierter Tiere) oder mit kontaminiertem Wasser; in der Folge auch durch Schmierinfektionen, z. B. Infektion der Augen durch Kontakt mit kontaminierten Händen.

- Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (z. B. Hasen) oder anderen kontaminierten Lebensmitteln (z. B. durch Mäusekot kontaminiertes Getreide)

- Aufnahme von kontaminiertem Wasser

- Inhalation von kontaminiertem Staub oder Aerosolen (z. B. beim industriellen Waschen und Zerkleinern von kontaminiertem Gemüse, Rasenmähen oder Heubearbeiten)

-Stich oder Biss von infizierten blutsaugenden Arthropoden (z. B. von Bremsen, Mücken, Zecken)

Die Inkubationszeit beträt in der Regel 3 bis 5 Tage. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bislang nicht bekannt. Die Krankheit kann aber auch für Menschen tödlich enden, wenn sie nicht entsprechend behandelt wird. So zählt das RKI unter anderem Leber- und Nierenversagen auf, aber auch Meningitis.

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