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Die unglaubliche Geschichte, eines Kommas

28.05.2016, 10:11 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wenn Ihr wollt, erzähle ich Euch heute eine Geschichte, die angeblich irgendwann in der Vergangenheit passiert sein soll. In dieser Geschichte geht es um Interpunktionen, die über Leben und Tod entscheiden können.

Neugierig geworden? Also..,-

Die unglaubliche Geschichte, eines Kommas


Ich entsinne mich an eine Begebenheit, die sich während meiner Kindheit ereignete. Im Alter von zehn Jahren ging ich in die sechste Klasse und musste eines Tages einen Aufsatz schreiben.

Damals lehrte mich meine verehrte ‚Amma‘ (Mutter) Englisch und mein verehrter ‚Appa‘ (Vater) brachte mir das Business English bei. Bei Hausaufgaben fragte ich meistens meinen Vater um Rat. Er las den Aufsatz und sagte kurz: „Da fehlt ein Komma.“ Ja, ich hatte ein Komma irgendwo im Text vergessen. Das sei ja nicht so wichtig, erwiderte ich. Er schaute mich streng an. Den Blick kannte ich und ich sah ihn fragend und zugleich entschuldigend an.

Wie so oft erzählte er mir eine Geschichte mit einem Beispiel:

Vor langer, langer Zeit in England, als die Todesstrafe per Gesetz möglich war, wartete ein Verurteilter in der Todeszelle und hoffte auf Begnadigung durch den Gouverneur. In allerletzter Minute kam ein Telegramm und der Gefängniswärter las es vor allen Anwesenden laut vor:

<< KILL HIM NOT RELEASE HIM >>

Nun forderte mein Vater mich auf, diesen Telegrammtext zu interpretieren. Es gelang mir damals nicht, eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Dann schrieb mir mein verehrter Appa zwei Möglichkeiten auf:

1. << KILL HIM NOT, RELEASE HIM >>

2. << KILL HIM, NOT RELEASE HIM >>

Noch heute beherrsche ich das Komma nicht so genau, aber diese Bedeutung hatte ich damals begriffen!

Diese Komma-Geschichte beschäftigte mich lange. Wochen später sprach ich meinen Vater auf diese Geschichte an und wollte wissen, an welcher Stelle das Komma in dem Telegramm stand. Da reagierte er verärgert und warf mir vor, dass ich viel zu lange mit der Frage gewartet hätte.

Seine Antwort überraschte mich und machte mich sehr nachdenklich:
Um Missverständnisse oder Fehlinterpretationen, z.B. bei falschen Übertragungen zu vermeiden, hatte man die Interpunktionen in Textform geschrieben. In diesem Fall sollte damals entweder:

<< KILL HIM COMMA NOT RELEASE HIM >>

oder

<< KILL HIM NOT COMMA RELEASE HIM >>

stehen.

Vermutlich stand das Telegrafenbüro unter Zeitdruck und vergaß, das zusätzliche Wort ‚COMMA‘ zu tippen.

Da die Telegramme meistens keine grammatikalischen Regeln befolgten, um Kosten für den Sender zu sparen, hatte man möglichst wenige Wörter verwendet.

Wie ist man damals vorgegangen, wollte ich wissen. Der Todeskandidat musste weiterhin bangen bis zur Klärung, bekam ich als Antwort.

von sure.sh aus www.tezere.de

. . , _

Ich bin mir nicht ganz sicher ob dieser Beitrag unter der Kategorie 'Kultur & Unterhaltung' gehört, wenn nicht bitte informiert mich, damit ich ihn entsprechend umposten kann.
Auch Hinweise auf Sprachfehler bin ich dankbar, denn es ist ersichtlich und erleserlich, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist.
Danke im Voraus.
Herzliche Grüße
Suresh

2 Kommentare

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Eine gute Geschichte! Als Jugendliche wurde mir die Wichtigkeit der Satzzeichen anhand des folgenden Beispiel erst richtig klar, aber manchmal bin ich auch heute noch unsicher. Ich glaube das Beispiel passt auch gut zu deiner Geschichte.
"Mein Gewissen sagt mir, das Gesetz sei in diesem Falle Nebensache."
oder
"Mein Gewissen, sagt mir das Gesetz, sei in diesem Falle Nebensache."
  • 29.05.2016, 07:55 Uhr
  • 1
Danke Ursula für deinen Kommentar und für das Beispiel. Das nehme ich gerne in meine Sammlung.
  • 29.05.2016, 22:31 Uhr
  • 0
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