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"Keine Angst vor Verwesung" - So klar sprach Götz George über Alter und Tod

News Team
27.06.2016, 10:14 Uhr
Beitrag von News Team

Götz George war Schimanski und damit eine Figur im kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Den Mensch dahinter konnten nur wenige erschließen. Dem FOCUS-Redakteur Tim Pröse gelang das vor drei Jahren in einem Interview. Damals sprach George auch über das Älter werden und den Tod. Er ging nun leise aus dieser Welt: Die Öffentlichkeit erfuhr erst am Sonntag vom bald zwei Wochen zurückliegenden Tod des Mannes, der im TV so gerne Krawall machte und stets mit der Tür ins Haus fiel.

Er glaube nicht ans Jenseits und ein Weiterleben nach dem Tod, sagte Götz George dem FOCUS. „Wenn ich weg bin, bin ich weg. Ich will eins mit der Natur werden.“

Er habe auch keine Angst vor der Verwesung. „Nee, ich bin ja tausend Tode gestorben in meinen Filmen.“

Im Bewusstsein des langsam nahenden Endes suchte George zunehmend die Einsamkeit, verschwand zwischen den Produktionen oft monatelang nach Sardinien, um dort Arbeiten an seinem Haus zu verrichten, zu schreiben und die Natur zu erleben.

„Die Wolkendemonstration ist ja ungeheuerlich. Oder ich rieche an einer Pflanze. Der Körper merkt, dass er langsam abbaut und in die Verwesung übergeht. Da will das Hirn noch viel speichern.“

Im Alter werde ich immer glücklicher in der Einsamkeit auf Sardinien

In der selbstgewählten Einsamkeit hat sich Götz George zuletzt eingerichtet – im Bewusstein, dass neue Freundschaften nur noch von begrenzter Dauer seien. Ab dem Alter von 70 habe er sich das Schließen neuer intensiver Kontakte abgewöhnt. „Es ist unendlich schwierig, wenn die Freunde langsam sterben. Das wollte ich mir nicht antun. Und so reduziere ich die Zahl meiner Freunde, lasse Kontakte langsam ausklingen."

Im Notfall selbst nachzuhelfen beim Sterben, lehnte George damals eher ab. Mit dieser Begründung: „Wenn du älter wirst, klammerst du dich immer mehr ans Leben. Das ist das Komische.“

Götz George starb in Hamburg. Seine Ehefrau Marika (56) und seine Tochter Tanja (49) waren an seiner Seite, als er ging. Die Beerdigung fand im engsten Kreis statt.

150 Kommentare

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Er konnte alles spielen. In seiner Rolle als Schimanski war er immer ein Vorbild für mich.
R.I.P. Götz!
  • 01.07.2016, 13:14 Uhr
  • 0
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Er war einer der Besten Schauspieler, die dieses Land je hervorgebracht hat!
  • 29.06.2016, 18:17 Uhr
  • 2
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Götz George lies sich nicht verbiegen und fand immer klare und deutliche Worte.

Menschen wie er sind rar. Deshalb trifft mch der Verlust um so mehr.
  • 29.06.2016, 10:35 Uhr
  • 1
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Dieses Jahr 2016 hat nun schon einige ganz wunderbare und besondere Menschen verloren; ich denke dabei an Guido Westerwelle, den außerordentlichen Roger Willemsen und nun auch völlig unverhofft Götz George und auch Bud Spencer. Ich werde gerne an diese Menschen und natürlich auch alle anderen denken, die ich gekannt und gemocht habe und die nun leider nicht mehr unter uns sein können.
  • 28.06.2016, 18:44 Uhr
  • 5
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Schade Schade, ich finde keine worte.er war als Schimansky teil meiner Jugend!
  • 28.06.2016, 18:01 Uhr
  • 2
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Ich glaube, dass wir einen unserer fähigsten Schauspieler verloren hat. Meine eigene Vergänglichkeit wird mir immer bewußter. Ich glaube an eine höhere Macht, wie auch immer sie heißen mag. Wer sonst hätte auf unserer Erde alles so wunderbar gestaltet, ob im großen All oder im Kleinsten, nämlich den 'Funktionen im menschlichen Körper.
  • 28.06.2016, 13:34 Uhr
  • 1
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ich bin sehr traurig über sein Ableben. Er war doch
ein wunderbarer Mensch und Spitzenschauspieler.
Wenn es nur mehr von diesen ehrlichen Menschen
gäbe. Er ist für mich nur voraus gegangen.
  • 28.06.2016, 12:31 Uhr
  • 1
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Götz George war ein wunderbarer Schaupieler, vor allem ein ausgezeichneter Charakterdarsteller. In seiner Rolle als Schimanski, dem prolligen und polterden Ruhrpottkommissar war er unerreicht! Ich habe damals keinen dieser Tatortfilme verpaßt!
Ich bedaure es sehr, daß er schon gehen mußte.
R.I.P. Götz George
  • 28.06.2016, 05:38 Uhr
  • 4
danke...
  • 28.06.2016, 16:14 Uhr
  • 0
Götz George scheint ein Realist gewesen zu sein. Ja, er war ein hervorragender Schauspieler. Leider sind in diesem Jahr noch viel mehr Prominente, teilweise viel zu früh von uns gegangen. Das finde ich schon richtig traurig und unheimlich.
  • 28.06.2016, 22:11 Uhr
  • 2
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Da merke ich mal wieder wie ich langsam alt werde! Nicht nur die Promis wie aktuell Götz George und Bud Spencer, mit denen ich ältergeworden bin, sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreis geht so einer nach dem anderen
Man darf einfach nicht ans eigene Ende denken, sondern muß nur dankbar sein für jeden Tag den man noch auf dieser Welt verbleiben darf!
  • 28.06.2016, 02:47 Uhr
  • 9
k.h., as sind wahre Worte, ja mit seiner eigenen Endlichkeit wird man, je älter man wird , ständig konfrontiert. Leider begreift man dies erst viel zu spät
  • 28.06.2016, 16:12 Uhr
  • 2
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Als Christ bin ich von der Zuverlässigkeit der Bibelüberlieferung überzeugt. Ich empfehle Euch zum Beispiel die Aussage in Matthäus 25, 31-46 zu lesen. Kostenlose Vorträge im Internet:
- Informatiker Prof. Dr. Werner Gitt: Was wird sein nach dem Tode? Nur die Klugen kommen in das Himmelreich. Freu dich auf den Himmel.
www.dwg-load.net
- Ulrich Parzany: Zweifeln und Staunen - Was kommt nach dem Tod? vom 20.11.2011 unter Medien Downloads
www.gottesdienste-als-entdekungsreise.de
Ich wundere mich immer wieder, wie sorgfältig Menschen eine Urlaubs- oder Geschäftsreise planen. Preise werden verglichen Hotelbewertungen studiert, aber die längste Reise, nämlich in die Ewigkeit, wird einfach ignoriert.
  • 28.06.2016, 00:02 Uhr
  • 1
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