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Das Rad des Lebens

13.08.2016, 14:05 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

In einem kleinen Vorort, in der Nähe von Hamburg, lebte einst ein kleiner dicker Mann.
Bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr, litt der kleine dicke Mann an einer Kinderlähmung.
Seine Mutter brachte ihn jeden Tag zur Schule, an jedem Tag, ob Sommer oder Winter, schob sie den
kleinen dicken Mann im Rollstuhl zur Schule.

Der kleine dicke Mann schrieb gute Noten, war strebsam und freute sich jeden Tag auf seine Schulkameraden.
An einem eiskalten Wintertag, zerrten ihn seine Schulkameraden aus dem Rollstuhl, bis zum Hals gruben sie ihn ein, im tiefen Schnee. Als seine Mutter ihn fand, war sie entsetzt und traurig.
„Ich werde es dem Rektor melden, was sie dir angetan haben.“
Der kleine dicke Mann erwiderte: „Mutter, es war doch nur ein Spaß von meinen Schulkameraden.“

Nach seiner Schulzeit, fand der kleine dicke Mann eine Lehrstelle, an seinem Wohnort.
Wie durch ein Wunder, konnte der kleine dicke Mann im Alter von sechzehn Jahren wieder laufen, den Gehstock, den würde er wohl für immer benötigen.
In der Firma nannten sie ihn „Den Dicken“.

In seiner Freizeit, las der kleine dicke Mann am liebsten Kinderbücher, er mochte Kinder sehr, und sein Wunsch auf ein eigenes Kind wuchs in jedem Jahr mehr.
Welche Frau, sollte mich schon lieben, fragte sich der kleine dicke Mann, einen wie mich?

Der kleine dicke Mann spendete einen großen Teil seines Lohnes an ein SOS Kinderdorf, wusste er doch, wie es um das Leid der Kinder in der Welt bestellt ist.

An manchen Tagen, betrat der kleine dicke Mann einen Spielplatz, der Spielplatz lag direkt an seinem Weg nach Hause.
Der kleine dicke Mann war sehr glücklich und beschenkte die vielen, spielenden Kinder mit Süßigkeiten.
Schnell begriffen die spielenden Kinder, wenn der „Dicke“ kommt, gibt’s was zu naschen.

Eines Tages, kam die Polizei auf den Spielplatz, nahm den kleinen dicken Mann mit zu einem Verhör.
In dem kleinen Ort, sprach es sich schnell herum, dort ist ein dicker Mann, der will an unsere Kinder.

Der kleine dicke Mann erhielt für immer einen Platzverweis und durfte den Spielplatz fortan nicht mehr betreten.

An einem Herbstabend, lauerten ihm zwei Männer auf, schlugen ihm ins Gesicht, immer wieder, schlugen sie mit aller Gewalt in sein Gesicht, als die Männer von ihm abließen, spürte er, dass sein rechtes Handgelenk gebrochen war. Die Männer, die dem kleinen dicken Mann ins Gesicht schlugen, hatten sein rechtes Handgelenk mit ihren Füßen zertreten.

Nach einem langen Krankenhausaufenthalt, kehrte der kleine dicke Mann zurück nach Hause.
Einige Wochen später, verlor der kleine dicke Mann seinen Arbeitsplatz.
Der kleine dicke Mann, zog sich zurück, ging nicht mehr nach draußen, las weiter in seinen Kinderbüchern. Seine Spenden an die SOS Kinderdörfer, musste er einstellen, das Geld reichte nicht mehr.

Eines Tages, erkrankte der kleine dicke Mann schwer, kam in ein Krankenhaus, nach vier Tagen starb der kleine dicke Mann.
Die verzweifelte Mutter des kleinen dicken Mannes, fragte die Ärzte, woran ihr Sohn denn gestorben sei.
Sie erhielt eine Antwort: „Das Rad des Lebens, hat sich gegen ihn gewandt.“

© Peter Böttcher

11 Kommentare

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Lieber Peter,
eine sehr traurige Geschichte, gut geschrieben!
  • 23.08.2016, 22:47 Uhr
  • 1
Herzlichen Dank, liebe Inga!
  • 23.08.2016, 22:50 Uhr
  • 1
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eine Geschichte, die nachdenklich macht...gut beschreiben Peter.Piet
  • 17.08.2016, 10:00 Uhr
  • 1
Danke Karin
  • 17.08.2016, 14:09 Uhr
  • 0
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Peter-Piet, diese Geschichte hat mich sehr bewegt!
Was sind das Schreibfehler, die Macht doch jeder von uns.
Alles Gute und ein schönes Wochenende
  • 13.08.2016, 15:18 Uhr
  • 1
Cornelia, danke für's lesen, Dir auch ein schönes Wochenende
  • 13.08.2016, 17:56 Uhr
  • 0
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Peter-Piet,, ohne große emotionale Worte schaffst Du es, in wenigen knappen Bildern tief zu berühren. Danke für Deine Geschichte voller Tiefgang.
  • 13.08.2016, 14:28 Uhr
  • 1
ich danke Dir Gisela, und wünsche ein erholsames Wochenende.
  • 13.08.2016, 14:37 Uhr
  • 0
Lieber Peter-Piet, nachdem ich Deine obige Geschichte zum Monatswort "Rad" gelesen hatte, drängte es mich, mehr von Dir lesen. So habe ich bis eben alle Dene eimngestellten GesHichten hinter einander gelesen. Sie alle berührten mich hautnah.

Du greifst tief gehende Erlebnisse und Gefühle auf, die verarbeitet sein wollen, so schwer sie auch sind. Was Du schreibst, ist dabei noch so lebenswahr, lebensnah. Du erreichst mich ohne große Worte zu machen oder zu dramatisieren. Das bewundere ich an Deinem Schreibstil besonders.
  • 13.08.2016, 18:33 Uhr
  • 1
Liebe Gisela,
es freut mich sehr, dass Du all meine Geschichten gelesen hast. Meine Geschichten, das sind Begegnungen und Erlebnisse mit Menschen, mit lebenden und leider verstorbenen Menschen.
Einige dieser Erlebnisse, kann auch ich nur schwer verarbeiten. Ein Schreibbuch und ein Stift, sind meine täglichen Begleiter. Schreiben ist für mich eine Art Therapie.
Nochmals herzlichen Dank, für deine lobenden Worte, die mich anspornen, weitere Geschichten zu schreiben.
  • 13.08.2016, 19:01 Uhr
  • 0
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Bitte verzeiht mir kleinere Schreibfehler, die vielen Medikamnte beeinflussen meine Augen.
  • 13.08.2016, 14:11 Uhr
  • 0
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