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Wissenswertes über den September

Wissenswertes über den September

21.08.2016, 13:33 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

September ist der Mai des Herbstes

Gerard Zacher hat Bauernregeln, Heiligenfeste und Wissenswertes zum Schutzengelmonat zusammen gestellt

Deggendorf-- Der alte römische Kalender kannte nur zehn Monate, der siebte war eben der September (vom lateinischen Septem). Unter Karl dem Großen erhielt der Monat den Namen Herbstmond, der sich aber nicht
durchsetzen konnte, weiß Kneippvorsitzender Gerard Zacher. Früher nannte man diese Monat auch Scheidung
oder Obstmonat oder Holzmonat.. Gern wird der September auch als Schutzengelmonat bezeichnet, betont
Kneippvorsitzender Gerard Zacher. Nicht nur im Volksglauben, auch in allen großen Religionen vom Judentum über Hinduismus bis hin zum Buddhismus und Islam haben die Schutzengel ihren festen Platz. Die Bibel ist voll von Engelerscheinungen zu allen Jahreszeiten. Das Alte und Neue Testament erwähnt die himmlischen Begleiter an insgesamt 350 Stellen. Vor Weihnachten etwa kündigen Engel die Ankunft des Messias an, an Ostern wälzen sie den Stein vom Grab, an Himmelfahrt weisen sie die Jünger auf ihren Auftrag hin und an Pfingsten werden selbst Winde zu Boten Gottes. Traditionell gilt der September bei den Katholiken als Schutzengelmonat. Der 29. September, der „Michaelistag“ ist dem Erzengel Michael geweiht. Wie auch das Schutzengelfest Anfang Oktober findet dieses Datum in vielen Kirchengemeinden heute wieder mehr Beachtung.

Ist der Herbst warm, hell und klar, ist auf ein fruchtbares Jahr zu hoffen, zitiert Gerard Zacher einen alten
Bauernspruch. Weitere: Septemberregen - für Saaten und Vieh gelegen. Septemberwärme dann und wann, zeigt einen harten Winter an. Ist der September lind, der ganze Winter ein Kind. Kühler September - kalter Oktober.
September ist der Mai des Herbstes

Der Erntemonat September ist reich an Lostagen, so Gerard Zacher. Lostage sind am 1., 9., 11., 14., 16., 17., und 29. September. Wenn's am 1. September schön ist, soll's den ganzen Monat gut Wetter bleiben. Am 1.ist St. Ägidius : Ägidius Regen - kommt ungelegen. Ist's an Sankt Ägidi rein, wird's bis Michaeli (29. September) sein. Ist Ägidi ein schöner Tag, ich dir einen schönen Herbst ansag'. Wie das Wetter an St.Ägidius , so es vier Wochen bleiben muss. Am 3. September steht Gregor der Große im Kalender, er gehört zu den vier lateinischen Kirchen-
lehrern. Er war einer der bedeutendsten Seelsorger der Kirche und gilt als Idealgestalt eines Papstes. Noch heute werden einige von Gregors Predigen im Brevier der katholischen Kirche gelesen. Auf ihn geht auch die Bezeichnung der gregorianischen Messen zurück, wo nahe Angehörige 30 Messen an 30 aufeinander folgenden Tagen für Verstorbene lesen lassen. Am 3.September wird weiter das Fest von Hermann von Niederalteich gefeiert, der Einsiedler ist 1327 in Frauenau gestorben. Er lebte zunächst als Laienbruder im Benediktinerkloster in Niederalteich und dann als Einsiedler im Bayerischen Wald. Die Reliquien des Einsiedlers werden bis heute in der Rinchnacher Kirche aufbewahrt. Zu Sankt Veit geht's auf die Weid, Sankt Rosal (4.Septemer) treibt's Vieh ins Tal. An Mariä Geburt -auch der kleine Frauentag genannt,(8.September) fliegen die Schwalben furt und nimmt auch der Storch den Reisegurt. Bleiben sie aber da, ist der Winter noch nicht nah. Regnet's am Sankt Gorgons Tag (9.September), den ganzen Herbst es regnen mag. St. Gorgon treibt die Lerchen davon. Der 12.ist das Fest Mariä Namen: An Mariä Namen sagt der Sommer Amen. Ist's hell am Kreuzerhöhungstag (14.September), so folgt ein strenger Winter nach. In der katholischen Kirche wird die Auffindung des Kreuzes Christi durch die Kaisermutter Helena gedacht. Am 15. September, dem Tag Mariä Schmerzen, endet auf dem Deggendorfer Geiersberg der Frauendreißiger, der am 15.August begann. St. Ludmilla (16.) das fromme Kind, bringt Regen gern und Wind, ergänzt Gerard Zacher..

Kornelius der Patron der Bauern soll auf Anrufung gegen Fallsucht, Krämpfe und Ohrenleiden helfen, bzw
seine Fürbitte leisten. Den sogenannte Cypriansegen hatte man früher bei behexten Menschen und Vieh erteilt.
Lambert (17.) war Bischof von Maastricht und wurde als Märtyrer ermordet. Der Heilige gilt als Patron der Ärzte und wird angerufen bei Augenoperationen, Augenleiden und wenn man vor lauter Sorgen nicht mehr die Welt vor Augen sieht . Trocken wird das Frühjahr sein, ist St. Lambert(17.) klar und rein. Lamberti nimm Kartoffeln raus, doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus, der Boden will für seine Gaben, doch ihr Gerippe wiederhaben.. Ist Matthäus(21.) hell und klar, gute Zeiten bringt's fürwahr. Wie's Matthäus treibt, es vier Wochen bleibt. Trifft Matthäus stürmisch ein, wird`s bis Ostern Winter sein. Wenn Matthäus weint statt lacht, er aus dem Wein oft Essig macht. Matthies macht Tag und Nacht gleich, und der Honig fließt nicht mehr. Gerard Zacher verweist darauf, dass an Mathäus vor Einführung des Gregorianischen Kalenders Tag- und Nachtgleiche bestand, weswegen der Tag auch schon als Winterbeginn betrachtet wurde. Die Matthäusnacht galt früher als erste der unheimlichen Losnächte, in denen man in die Zukunft schauen konnte.


In der letzten Septemberwoche -so Gerard Zacher - beginnt der Altweibersommer, auch Flug- oder Frauensommer genannt.
Gerard Zacher weiß hierzu einen Bauernspruch: Der Altweibersommer tut nicht lang gut und steht er auch in der Heiligen Hut. Der Altweibersommer ist als die eigentliche Übergangszeit von der sommerlichen zur winterlichen Witterung anzusehen und bedeutet somit den Abschied des Sommers im September und Oktober. Seinen Namen hat er von den in dieser Jahreszeit die Luft durchziehenden glitzernden, flatternden, hauchdünnen Spinnfäden. Der Volksglaube erblickte in den weißen, flatternden Fäden die Arbeit der kunstvoll spinnenden, das Schicksal abmessenden Nornen oder Wolkenjungfrauen, der Parzen. Die einst blühenden jungen Mädchen mit goldenen Haaren wurden zu mißgestalteten Ungeheuern. Daher der Name Altweibersommer. In Wahrheit sind die Fäden das Gespinnst ganz junger kleiner Spinnen, die, vom Wind fortgetragen, Fäden nach sich ziehen, bis sie ein schützendes Quartier gefunden haben.

Gewitter um Mauritius (22.) bedeutet Schaden und Verdruß. Ist Sankt Moritz hell und klar, stürmt der Winter, das ist wahr. Klares Wetter an Mauritius - nächstes Jahr viel Wind kommen muß. Zeigt sich klar Mauritius, viele Stürm' er bringen muß.Mauritius, um 300 n. Chr. ein römischer Offizier, fand den Märtyrertod, weil er sich nach der Legende weigerte, an den Christenverfolgungen teilzunehmen. Er wurde und wird vor allem entlang der alten römischen Heerstraße bis zum Niederrhein nach wie vor als Patron der Soldaten, Waffen- und Messerschmiede, Kaufleute, Färber, Hutmacher, Tuchweber und Glasmaler verehrt.

Wie Bartholomäus (24) sich verhält, ist der ganze Herbst bestellt. Nebelt's an St. Cleophas (25.), wird der ganze Winter nass. Sankt Cosmas und Sankt Damian(26.) fängt das Laub zu färben an. Den Zwillingsbrüder Kosmas und Damian wurden wundersame Begabungen als Ärzte nachgesagt. Sie sind Patrone der Ärzte gegen Giftmischerei. Vor einer Fastenzeit mußte, volkstümlichem Glauben nach, erst der Beistand von Kosmas und Damian erbeten werden. Vinzenz von Paul (27.)wurde 1581 in Frankreich geboren. Sein Anliegen als Ordensgründer (Vinzentiner) war die Mission und Hilfe für die Armen. Er wird als Begründer der Caritas angesehen und ist 1660 in Paris gestorben. Der Tag des heiligen Michael (29.) des Engels und Schutzpatron der Deutschen, gilt als Ende des Sommerjahres, auch Sommersylvester genannt. An diesem Schlenkeltag oder Truhentag wechselten früher die bäuerlichen Dienstboten ihre Arbeitsplätze und schafften ihre Truhen oder Kisten zum neuen Brotherrn. Auf nassen Michaelitag(29). ein nasser Herbst folgen mag. An Michaeli ging früher -wie man sagte- in Deggendorf die Gnad ein. Gibt Michaeli Sonnenschein, wird es in zwei Wochen Winter sein. Wenn Michael durch Pfützen geht, ein milder Winter vor uns steht. Sind um Michel die Vögel noch hier, haben bis Weihnacht lind Wetter wir. Wenn die Zugvögel nicht ziehen vor St. Michael, wird es nicht Winter vor Weihnachten Regen an Michaelstag,einen milden Winter bringen mag. Wenn Michael viel Eicheln bringt, Weihnachten die Felder mit Schnee dann düngt. Am ersten Sonntag nach dem Namensfest des heiligen Michael wird das Erntedankfest gefeiert, - Eine Auswahl dessen was das geerntet wurde schmückt die Altäre in den Gotteshäusern. Die Christen erinnern sich dabei in besonderer Weise, dass all diese Gaben ein Geschenk Gottes sind. gz


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1 Kommentar

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Danke für diesen interessanten Beitrag.
  • 21.08.2016, 22:59 Uhr
  • 0
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