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Ein Urlaubstag.

Ein Urlaubstag.

20.04.2017, 16:47 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Ein Urlaubstag.

In unserem Reisetagebuch suche ich einen Tag, der es wert ist über ihn zu schreiben. Ich finde den

5.August 2007 ,

einen Sommertag in Kiew. Fotos unserer Reise frischen meine Erinnerungen auf. Es ist Sonntag, festlich elegant gegkleidete Menschen flanieren durch die Stadt.
Zur Zeit sehen wir jeden Tag in der Tagesschau Bilder aus der ukrainischen Hauptstadt, die eine andere Aussage vermitteln.
Mit 14 Wohnmobilen und 2 Wohnwagen – Gespannen sind wir unterwegs. Unsere Gruppe besteht aus einem belgischen, 3 englischen, 10 Paaren aus allen Teilen Deutschlands und zwei deutschen Einzel – Reisenden. In den vergangenen 12 Tage erlebten wir jeden Tag Neues und Überraschendes. Gestern, am Samstag erreichten wir einen Campingplatz der sich in einem Waldgebiet am Rande der Großstadt befindet. Begrüßt wurden wir mit Brot, Salz und Wodka. Anschließend gab es ein feines Abendessen mit Folklore.

Um 9 Uhr holt uns ein Bus zur Stadtbesichtigung ab. Kurz vor der Abfahrt stellt sich heraus, dass Gordy, unser kleiner Pudel, besser nicht mit fährt.. Unser russischer Begleiter, der bei den Autos bleibt, übernimmt den Hundesitterposten. Gordy steht auf den Hinterbeinen und kann es nicht begreifen. „ Tschau mein Kleiner, bis heute Abend.“

Kiew hat 3 Millionen Einwohner und 120 Kirchen und heißt auch – die Stadt der goldenen Kuppeln. Wir besuchen die Vladimir Kathedrale, St. Sophien, das Michaels Kloster und die Andreas Kirche. Alle von innen und außen wie aus einem Märchenbuch. Kunstschätze, Gold, Messing und Kerzen. Viele Gläubige, die andächtig beten und singen. Wir können nur staunen.
Am Steilufer des Dnjepr breitet sich das orthodoxe Höhlenkloster auf 28 Hektar aus, eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kiews. Es zählt seit 1990 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Das Kloster wird von 120, z. Teil noch jungen Mönchen, bewohnt. Sie leben in engen Höhlenräumen, fast ohne jeden Komfort.

Überall wird heute geheiratet. Wir sehen bestimmt 10 Brautpaare. Die Frauen elegant in langen, weißen Roben. Stretch-Limousinen mit Fahrer warten bist die Trauungen und die Fototermine geschafft sind.
Deprimierend: unser Stadtführer bemerkte dazu: „Die Scheidungsrate liegt bei 60%.“

Es gibt viele große Prachtbauten und schöne Parks in denen wir uns ausruhen können.
Jede große Stadt hat auch eine dunkle Seite. Vor den Touristen Attraktionen stehen viele alte, arme Bettler.
Vom Bus aus erblicken wir riesige Plattenbauten. Wohnraum ist knapp und so wohnen die Menschen auf engem Raum zusammen.
Hoffnung auf eine bessere Zukunft kann es nur im Frieden geben. Terror und Krieg war 2007 vielleicht eine Bedrohung aber noch nicht real.

Nach dieser anstrengenden Stadtbesichtigung bringen wir doch noch die Energie auf, im Innenkreis unserer Wagenburg einen Geburtstag (70?) zu feiern und gemeinsam zu singen: „Überall auf der Welt scheint die Sooonne“
Und morgen schauen wir uns die Silhouette der Stadt und die 108 Meter hohe Figur der „Mutter Ukraina“ bei einer Bootsfahrt auf dem Dnjepr an. Und dann fahren wir weiter nach Jalta.

In der vorigen Woche wurde im Fernsehen berichtet, dass die Stadt Kiew sich auf den „Eurovision Song Contest“ vorbereitet. Obwohl die Stadt es sich nicht leisten kann, hoffen die Verantwortlichen auf diesem Weg Touristen in ihr Land zu locken. Vor drei Jahren veröffentlichte ich in der Schreibwerkstatt von SB diesen Urlaubsbericht.
Es sollte kein Stadtführer sein, sondern nur ein Blitzlicht auf einen schönen Tag werfen, als in der Ukraine noch Frieden war.

Vielleicht erklingt bei der Eurovision-Sendung Bob Dylans Stimme: "The answer my friend is blowin` in the wind".

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