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Dirty Old Man

20.05.2016, 17:53 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Dirty Old Man
Bei unserem Klassentreffen in Mußbach 50 Jahre nach dem Abitur nach zwei Vierteln Spätburgunder kamen wir zu dem Wesentlichen. Die Mädchen saßen an einem Tisch zusammen, tranken Riesling und ihre Themen waren andere als unsere. Manfred, mein früherer Banknachbar, Dreispringer und Mathe-Verweigerer, schwärmte von den ehelichen Freuden im Alter. Er pries die Vorzüge der Sensualität gegenüber der Sexualität. Seine Frau Steffi am anderen Tisch hatte sich gut gehalten, stellte ich fest. Aber als dann Benni, Kugelstoßer und Englisch-Genie, von seiner Prostata-Operation erzählte, die ihm zwar das Leben rettete, ihn allerdings seiner Mannbarkeit beraubte – seine Frau war glücklicherweise schon vorher gestorben, fügte er hinzu -, da erkannte ich den Grund für Manfreds Schwärmerei in Sachen Sensualität.
Ich erinnerte mich an die Erzählungen von Gerd, dem Speerwerfer und Schulverweigerer. Gerd ist vor seiner Ehe nach Brasilien geflohen. Jedes Jahr kommt er mit seiner Carmen für ein paar Wochen nach Deutschland zum Besuch seiner Eltern und alter Freunde. Bei seinem letzten Besuch, wir saßen im Vogelbräu bei Schwarzbier, da meinte er, in Brasilien da unten wäre doch vieles freier und unbürokratischer. So gibt es dort Viagra ohne Rezept. Aber als dies auch nicht mehr helfen konnte, habe ihm Carmen diese SKAT-Spritze nicht nur empfohlen, sondern auch verabreicht. Dank ihrer geschickten Hände als Physiotherapeutin habe er die Einstiche in seine Schwellkörper kaum gespürt. Nach einer Inkubationszeit von 20 bis 30 min. sei er dann bereit gewesen. Es gäbe auch nicht die Nebenwirkungen, die man von Viagra kennt wie die Verschiebung des künstlichen Lichts ins Bläuliche und die geschwollenen Nasenschleimhäute danach. Die exakte Dosierung der Spritze sei wichtig. Wäre sie zu gering, bliebe der gewünschte Erfolg aus, wäre sie zu hoch, dann kommt es zu einer lang andauernden schmerzhaften Erektion und da könne in der Nacht nur die Notfallaufnahme in einem Krankenhaus helfen. Gerd wußte Bescheid, ich beneidete ihn und ließ mir seine Adresse in Rio geben. Vielleicht, dachte ich, ist es bei mir in ein paar Jahren auch so weit und ich möchte nicht auf die großen grünen Augen von Annabelle umrahmt von ihren kupferroten Haaren verzichten. Auch ihrem nach bittersüßen Mandeln riechenden Atem bin ich verfallen. Damals sagte sie, ich suche keinen Versorger und keinen Ehemann, ich wünsche mir einen Liebhaber. Da habe ich mich um die Stelle beworben. Und dann sagte sie noch, ich mag dich gerade gut genug, um dir ins Bett zu gehen, aber wir werden uns niemals ineinander verlieben. In Paris im Hotel Eugenie in der Rue St. Andrè-des-Art ist es dann doch anders gekommen. Ich schmeckte ihren bittersüßen Mandelatem, angereichert mit dem Geruch von Pastis, den wir vorher getrunken hatten und ich sagte zu ihr etwas einfaltslos, aber auf Französisch: Je t’aime. Und als wir dann im holländischen Camperduin in dem zum Hostel konvertierten Pferdestall unseren Joint rauchten, meinte sie, jetzt wird die Liebe noch schöner. Sie zog ihre schwarzen Nylons und ihre high heels an und da wo früher die Pferde standen, liebten wir uns. Sie hatte recht, die Liebe wurde nicht nur noch schöner, sondern anders. Da werdet ihr verstehen, dass wir nicht vorhaben, uns den Freuden der Sensualität hinzugeben, wir fliegen nach Brasilien, wenn es so weit ist und lassen uns von Gerd und Carmen beraten, wie das mit der SKAT-Spritze geht.
Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT)
C: 05/16 Schätzler (thoronglaa@yahoo.de)

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