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Freundin des toten Internet-Millionärs macht Aussage: Thomas Wagner Opfer vo ...

Freundin des toten Internet-Millionärs macht Aussage: Thomas Wagner Opfer von Verbrechern

News Team
22.07.2016, 08:12 Uhr
Beitrag von News Team

Nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des Leipziger Internet-Millionärs Thomas Wagner hat dessen Lebensgefährtin gegenüber sächsischen Ermittlern ausgesagt und dabei neue Details zum Finanzdeal des einstigen Unister-Chefs in Italien genannt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf Justizkreise.

Die 34-jährige Janka L. und ihr vier Jahre älterer Freund standen demnach während der gesamten Transaktion telefonisch in Kontakt und tauschten mehrere SMS aus. Die Gesprächsinhalte könnten den Ermittlern wichtige Hinweise zur Aufklärung des Millionen-Betrugs liefern, dem Thomas Wagner und sein Mitgesellschafter Oliver Schilling am 13. Juli in Venedig zum Opfer gefallen waren. Einen Tag später, auf dem Rückflug nach Leipzig, stürzte ihr Kleinflugzeug in Slowenien ab. Neben den beiden Unister-Gründern starben auch der Pilot sowie ein Mann, der das betrügerische Finanzgeschäft in Italien vermittelt hatte. Es handelte sich laut FOCUS um ein sogenanntes Rip-Deal-Geschäft, eine Masche, vor der die Polizei seit langem warnt. Dabei stellen vermeintlich seriöse Geschäftsleute den Opfern hohe Geldbeträge in Aussicht, verlangen jedoch eine Art „Vorauszahlung“ als Sicherheit und tauchen dann unter.

Dem FOCUS zufolge erklärte Janka L. den Fahndern, dass Wagner ständig auf der Suche nach Kapitalgebern für sein angeschlagenes Firmenimperium gewesen sei. Anfang Juni habe ihm ein Leipziger Immobilienkaufmann ein ungewöhnliches Finanzgeschäft vorgeschlagen. Es sah vor, dass ein israelischer Geschäftsmann Wagner 12 Millionen Euro leiht, aber nur unter der Bedingung, dass der Unister-Chef ihm zuvor 1,5 Millionen Euro für eine Kreditausfallversicherung zahle. Zunächst sei ihr Lebensgefährte skeptisch gewesen. Am Ende habe er den Darlehensvertrag für „rechtlich sauber“ gehalten und gemeinsam mit ihr 1,5 Millionen Euro bei der Commerzbank in Leipzig abgehoben.

Mit dem Geld flogen Wagner, Schilling und der Vermittler Heinz B. am 12. Juli nach Venedig. Am nächsten Tag wurde das Geschäft im Luxushotel „Antony Palace“ nahe des Flughafens abgewickelt. Der angeblich aus Israel stammende Geldgeber, der sich als Levi Vass vorstellte, sei „ein sympathischer, vertrauensvoll wirkender Mann“ gewesen, erklärte Unister-Chef Wagner seiner Lebensgefährtin später am Telefon. Wagner habe ihm die 1,5 Millionen Euro übergeben und im Gegenzug einen Koffer voller Schweizer Franken erhalten, umgerechnet 12 Millionen Euro. Um sicher zu gehen, dass es echtes Geld war, habe er einen Schein bei einem Automaten eingezahlt, was problemlos funktionierte. Erst auf der Rückfahrt zum Flughafen sei ihm aufgefallen, dass nur die obersten Scheine im Koffer echt waren, so der FOCUS.

Laut Janka L. sei ihr Lebensgefährte sofort zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet. Dabei sei ihm das seltsame Verhalten des Vermittlers Heinz B. aufgefallen. Er sei „in keinster Weise konstruktiv“ gewesen. Sowohl Wagner als auch Mitgesellschafter Schilling hätten daraufhin vermutet, dass Heinz B. „in die Sache involviert sei“ und wollten ihn „zur Rede stellen“. Die Deutschen blieben für eine weitere Nacht in Italien und flogen am Morgen des 14. Juli zurück nach Leipzig. Auf dem Weg dorthin stürzten sie ab.

Unister nimmt Stellung zu Anklagen


Unterdessen hat Unister bestätigt, dass die Anklagen gegen Thomas Wagner, einen weiteren Gesellschafter sowie zwei Manager der Unister Group miteinander verbunden worden sind. Dies passierte spätestens am 24. März 2016 mit Beschluss des Landgerichts Leipzig.

Unister ergänzt damit eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom gestrigen Tag, die den Eindruck erweckt habe, die Verbindung dieser Anklagen sei jetzt erst erfolgt. Das Unternehmen ist verwundert, dass eine derartige Meldung exakt eine Woche nach dem tragischen Tod von Thomas Wagner veröffentlicht wird.

„Es gibt keinen neuen Verfahrensstand. Diese Meldung führt lediglich zu Irritationen“, betont Dirk Rogl, Chief Communications Officer des Unternehmens. Völlig falsch und aus der Luft gegriffen seien darauf aufbauende Medienberichte, es gebe neue Anklagen gegen Unister-Manager.

Geprüft würde nunmehr die Eröffnung des Hauptverfahrens in Bezug auf das sogenannte Runterbuchen, das in weiten Teilen des globalen Reisevertriebs als Ticketoptimierung bekannt ist. In all diesen Fällen nimmt Unister die Unschuldsvermutung der hier angeklagten Personen in Anspruch. Zudem geht Unister davon aus, dass eine Eröffnung des Hauptverfahrens in absehbarer Zeit nicht möglich sein wird, da den Rechtsanwälten wichtige Verfahrensakten bislang nicht vollständig zur Verfügung gestellt werden konnten.

„Wir sind entsetzt, dass eine derartige Meldung zum jetzigen Zeitpunkt veröffentlicht wird“, sagt Dirk Rogl, der mit Rücksicht auf die Hinterbliebenen des vor einer Woche verstorbenen Thomas Wagner um Sensibilität in diesem komplexen Themengebiet bittet.

Diese Bitte gelte auch für die Umstände des tragischen Unfalls und der Reise von Thomas Wagner nach Venedig. Unister werde die Vorkommnisse aufarbeiten und ebenso eng mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Zu unbestätigten Gerüchten nimmt das Unternehmen keine Stellung.

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1 Kommentar

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Die "Internet-Größen" der Laden eiert schon 2 Jahre an Abgrund rum und dann fällt er noch auf die bekannten Internetbetrügereien rein.

Ein Manager und Gründer wie aus dem Bilderbuch.
  • 22.07.2016, 11:16 Uhr
  • 0
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