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Realitätsverlust

Realitätsverlust

Peter Leopold
14.12.2016, 04:53 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Es ist kaum zu glauben und doch ist es wahr: Man muss nicht unbedingt Politiker - oder noch schlimmer - ein Diktator sein, um sich die Realität so zu gestalten, wie man sie gerne hätte. Es ist nur in der Öffentlichkeit bekannter, als in den kleinen Bereichen des Lebens. Wenn man aber im Netz aufmerksam unterwegs ist, stößt man früher oder später nicht nur auf einzelne Internetnutzer, die scheinbar permanent über den Wolken leben, sondern auch auf eine Art kollektiven Realitätsverlust. Und diese Form ist tatsächlich gefährlich.

Es ist schon verständlich, dass es Dinge im Leben gibt, die man nicht so einfach hinnehmen kann oder will. Aber kann man sie deshalb einfach ignorieren ? Die Augen schließen und so tun, als würde alles was man ablehnt, nicht existieren? Ich spreche hier ausdrücklich nicht von Politik, die für die meisten ohnehin ein undurchdringbarer Dschungel ist, sondern vom Alltag, dem man sich einfach stellen muss, wenn man nicht auf einer ewigen Verliererstraße gehen will.

Ich gehöre nur ganz selten zu Denjenigen, die etwas als unabänderlich betrachten und es ist auch wie das Salz in der Suppe des Lebens, die Dinge so zu verändern, dass sie genau so passen, wie man sie gerne hätte. Aber man sollte dabei den Überblick nie ganz verlieren, denn die Gefahr, in eine Traumwelt abzurutschen ist sehr groß. Und wenn man erst einmal den Ruf hat, ein "unverbesserlicher Träumer" zu sein, wird man ihn auch nicht mehr so schnell los.

In sozialen Netzwerken zeigt sich sehr deutlich, wie weit das "Denkvermögen" der Betreffenden geht. Von Überblick kann man da kaum noch sprechen, denn es wird ja suggeriert, dass die eigene Sichtweise genau die Richtige ist. Dafür sorgen die Fans der Betreffenden. Aber gerade im Netz sind die Dinge selten so wie sie auf den ersten Blick aussehen. Ist das schon Realitätsverlust ?

Wahrscheinlich nicht - es sei denn, man weigert sich permanent, andere als die "offensichtlichen" Dinge zu sehen. Wenn sich Nutzer darüber beschweren, dass Beiträge oder Kommentare gelöscht wurden, sucht man nach den bösen Schuldigen, die es gewagt haben, einen Beitrag zu melden, bevor man auch nur ansatzweise daran denkt, dass vielleicht der Inhalt nicht angemessen war. Reife Leistung von Realitätsverweigerern.

Ein weiteres Beispiel sind nicht sofort umgesetzte Änderungsvorschläge, die zwar auf den ersten Blick für Einige positiv sein mögen, aber einfach nicht ins Gesamtkonzept passen. Da bringt es auch nichts, wenn man sich ständig darüber beschwert, dass "Nutzerwünsche" ignoriert werden. Auch eine Option von Realitätsverweigerern. Einfach akzeptieren, dass Manches einfach nicht geht, fällt eben schwer.

Und dann gibt es noch die Kontaktfreaks, die echte Probleme haben, wenn man sie als Kontakt mit der Anfrage "Hi, ich bin geil" nicht akzeptieren will.Da wird schnell aus einer Kontaktanfrage eine Hetznotiz gegen den Betreffenden auf dem schwarzen Brett. Ich sehe darin noch eine Steigerung der Realitätsverweigerung. Und ich denke dabei an der IQ eines Frühstücksbrettchens - wobei das Frühstücksbrettchen wenigstens noch einen praktischen Zweck erfüllt.

Ist die heutige Zeit wirklich so viel schlechter, als die Vergangenheit? Oder sieht man die Vergangenheit grundsätzlich durch eine rosarote Brille, sodass man die Gegenwart gar nicht mehr so wahrnehmen kann wie sie ist ? Es scheint so, aber jede Zeit hat auch ihre positiven Dinge. man muss sie nur auch sehen wollen...

43 Kommentare

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Wieso fühlen sich denn schon wieder so viele auf den Schlips getreten?
  • 15.12.2016, 10:07 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Weil sie offenbar betroffen sind ? Ignorieren und gut ist....
  • 15.12.2016, 10:54 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Nur unbewusst
  • 15.12.2016, 10:59 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Ganz offenbar
  • 15.12.2016, 11:05 Uhr
  • 0
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Peter, sorry - dein Artikel ist ein Schlag ins Gesicht für Alle die hier gemobbt und tagtäglich von immer dem selben Klientel ans Brett gezerrt werden und diese Notizen dann auch noch mit sämtlichen Beleidigungen ; Denunziation und Schlimmeres - trotz Meldung stehen bleiben
  • 14.12.2016, 18:22 Uhr
  • 2
Peter Leopold
Ist es nicht! verstehe nicht, wie Du darauf kommst...
  • 14.12.2016, 18:38 Uhr
  • 0
Natürlich ist dein Artikel ein Schlag ins Gesicht - wenn Du das nicht verstehst dann ist Dir wirklich nicht mehr zu helfen.
  • 14.12.2016, 18:40 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Ich erwarte mir von Dir auch keine Hilfe. Schönen Abend noch!
  • 14.12.2016, 18:41 Uhr
  • 0
wieso sollte ich Dir helfen - Du als Pate solltest lieber den Usern helfen die Deine Hilfe brauchen - stattdessen lässt Du es zu wenn jemand abgewatscht wird und machst da auch noch mit - keine feine Art - bin enttäuscht von Dir -
  • 14.12.2016, 18:44 Uhr
  • 2
Peter Leopold
Was lasse ich zu ????
  • 14.12.2016, 19:01 Uhr
  • 0
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Peter Leopold
Passt
  • 14.12.2016, 15:30 Uhr
  • 0
Zum Thema selber würd ich noch behaupten, dass die heutige Zeit - im Vergleich zu kompletten Vergangenheit - eher nicht die Schlechteste ist.

Allerdings arbeitet der Mensch gemeinhin auf eine Verbesserung seiner Lebensumstände hin.

Tritt er dabei - ohne eigenes Verschulden - aber auf der Stelle, steigt eben der Frust und - generell - die Verdrießlichkeit an der Welt insgesamt.

Natürlich gibt es daneben auch jene Typen, für deren Ego selbst eine Zeppelinhalle noch zu klein wäre, und natürlich die Deppen, die irgendwann am Tag aufstehen und losmaschieren, nur um meinem Weg zu kreuzen (frei nach Michael Mittermeier).

Die Krux daran ist nun, dass man - mal seltener, mal öfters - selber diese Rollen einnimmt.

Darum - man möge mir meine Impertinenz nachsehen - ein gutgemeinter, vorweihnachtlicher Ratschlag an meine Zeitgenossen (und natürlich an mich selber):

Sei kein Egomane, sei kein Depp ... versuche es zumindest.
  • 14.12.2016, 16:04 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Nur dumm, dass die Mehrheit die Schuld IMMER bei Anderen sucht. Und solange man Feindbilder hat, ist das auch einfach.
  • 14.12.2016, 16:17 Uhr
  • 2
Peter Du hast es gerade nötig über Feindbilder zu schreiben - bist Du selbst davon betroffen und pflegst am Brett deine Feindbilder und das immer öfter
  • 14.12.2016, 18:37 Uhr
  • 4
Peter Leopold
Feindbilder pflegen ?
  • 14.12.2016, 18:39 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Stimmt. Aber wenn schon Lügen verbreitet werden...!?
  • 15.12.2016, 11:04 Uhr
  • 0
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Welche Realität ? Mein reales Leben hier zuhause bei mir und um mich herum, ja die habe ich im Blick, kann es beurteilen und damit umgehen! Mein reales Leben stimmt rundherum !
Ansonsten, weiß man doch wie es läuft, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Verläßlichkeit in Wort und Tat, haben Seltenheitswert.....und das in allen Bereichen des uns umgebenden Lebens ,... WL hat da einen ganz besonderen Platz oben auf der Liste. Ist man ehrlich und zeigt sich wie man ist, stellt man ganz schnell fest, daß man naiv, unwissend und eigentlich ganz bedeutungslos ist.
Nun das alles ändert nichts an meinen Realitäten, wie ich sie betrachte und empfinde.
Ich gebe aber zu bedenken würde man nicht manchmal sich Träumen hingeben und die Realität wegschieben, gingen viele schöne Momente verloren. 😉😍
  • 14.12.2016, 14:09 Uhr
  • 1
Bedeutungslos sind wir doch alle, es fällt nur schwer, das einzusehen.
  • 15.12.2016, 22:30 Uhr
  • 0
In der Masse der Menschheit bestimmt ..... aber dort wo ich lebe nicht !
  • 16.12.2016, 09:03 Uhr
  • 0
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doch, ich kann die jeweilige situation gut einschätzen. einige menschen können es krankheitsbedingt nicht.
  • 14.12.2016, 12:46 Uhr
  • 0
Peter Leopold
DAS ist aber wieder etwas ganz Anderes
  • 14.12.2016, 13:32 Uhr
  • 0
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Ich lebe zum erheblichen Teil im Hier und Jetzt. Manche Probleme betreffend sehr gut, manche weniger gut.
Meine Vergangenheit ist weitgehend "aufgearbeitet" und nicht belastend.
All' das ist mir allerdings nicht zugeflogen , sondern das Ergebnis harter Arbeit. Immer wieder hinterfrage ich mein Verständnis , dass ich vom Geschehen in der Welt und meinem Handeln habe. Ziehe oft Konsequenzen und/oder arbeite an Veränderung.
Außerdem bin ich "geil" auf Wissen, auf Kunst und Kultur...einfach auf LEBEN mit allen Höhen und Tiefen....
Gute Voraussetzungen also, die nächsten 30 Jahre noch gut zu verbringen.
  • 14.12.2016, 11:27 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Nur 30 ? Na dann man rechtzeitig Vertragsverlängerung beantragen
  • 14.12.2016, 11:29 Uhr
  • 1
Das entscheide ich nach aktueller "Lage", ob ich noch senkrecht gehe oder schon horizontal liege...
  • 14.12.2016, 11:34 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Oooch...auch horizontal kann das Leben noch schön sein
  • 14.12.2016, 11:46 Uhr
  • 1
wir wollen da jetzt aber nix "vermischen"
  • 14.12.2016, 11:55 Uhr
  • 1
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Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir schwer fällt, zu verstehen, worum es hier eigentlich geht. Liegt das vielleicht auch an meinen 'Scheuklappen'?
Was ich dem Beitrag und einigen Kommentaren entnehmen kann, ist, dass hier offenbar einige User ihre 'Lieblingsgegner' haben und dass es ihnen eine Art Vergnügen bereitet, sich mit ihnen zu 'zoffen', An geeigneten Streitthemen herrscht ja wahrlich kein Mangel, und wenn gerade nichts Diskussionswürdiges passiert ist, dann wirft man eben selbst einen Knochen in den Ring, um zu sehen, ob jemand anbeißt.

In einer ernsthaft geführten Debatte sollte das Ziel aller Teilnehmer sein, am Ende zu einem Ergebnis zu kommen, mit dem alle leben können. Wenn dieses Ziel nicht erreicht werden kann, kann man sich auch darauf einigen, dass man weiterhin uneins ist, ohne dass eine Seite die andere als 'dumm, uninformiert, realitätsblind, usw.' diffamiert. So einfach könnte das Leben sein, wenn...... - ja, weshalb wohl ist es doch nicht so einfach?
  • 14.12.2016, 08:55 Uhr
  • 10
Peter Leopold
Es wird wohl immer Dinge geben, bei denen es NIE für Alle zu einer annehmbaren Lösung kommt. DAS ist eine Illusion (wenn auch eine Schöne)
  • 14.12.2016, 08:58 Uhr
  • 1
Ich habe für diesen Fall als letzten Ausweg das vorgeschlagen, ws die Engländer uns vormachen mit dem Spruch: 'Let us agree to disagree - but in an agreable manner."
  • 14.12.2016, 09:02 Uhr
  • 9
  • 14.12.2016, 09:56 Uhr
  • 0
👍☕
  • 14.12.2016, 10:46 Uhr
  • 0
Peter Leopold
Passt
  • 14.12.2016, 11:05 Uhr
  • 1
  • 14.12.2016, 11:11 Uhr
  • 0
Friedhelm, bin ganz deiner Meinung. Nur funktioniert hier eine Diskussion auf Augenhöhe schon lang nicht mehr.
  • 15.12.2016, 22:33 Uhr
  • 0
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Viele Menschen fühlen sich in ihrer "Traumwelt" wohl, weil sie in der
Realität nicht zurecht kommen. Wehe, wenn man sie ihnen wegnimmt!
  • 14.12.2016, 08:26 Uhr
  • 1
Peter Leopold
Tja....und dann ?
  • 14.12.2016, 08:27 Uhr
  • 1
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und, falls das Frühstücksbrettchen auch noch hölzern ist... "Holz 'arbeitet'...
  • 14.12.2016, 08:12 Uhr
  • 0
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Dagegen steht allerdings, das Pippi sich in ihrer selbst gestalteten Welt sich durchaus wohlgefühlt hat und viele andere auch.
  • 14.12.2016, 08:05 Uhr
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