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Der Früling naht.....und damit die Radfahrer !

19.03.2017, 15:44 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Er regt sich wieder, der Frühling. Hier bei uns abseits der Großstadt gibt es viele Zeichen dafür, das der Winter verloren und das Frühjahr das Oberwasser bekommen hat , eines der deutlichen Zeichen: die Radfahrer sind wieder unterwegs, überall sind sie am Nachmittag, an den Wochenenden und eigentlich auch wieder zu jeder Tages-und Nachtzeit anzutreffen. Ich selber gehöre auch zu denen, die nur im tiefen Winter das Fahrrad einmotten und so um die Karnevalszeit den Frühjahrsputz am Rad halte, um rechtzeitig mit sicherem Vehikel wieder auf die Piste zu kommen. Trainingszeit außerhalb des Studios und als Vorbereitung meiner jährlichen Radwandertouren sind mir selbst im Frühjahr sehr wichtig.
Damit kommt aber alljährlich und in den letzten Jahren immer stärker werdend das Problem des Gedränge auf die Straße und Wege . Egal ob Mountain-City-Holland-oder Elektrobike, alles was zwei Räder hat, ist plötzlich wieder unterwegs. Verkehrsregeln? Quatsch...gelten nur für die anderen.
Die Gruppe derer die sich bewusst jedes (Un)- Recht rausnehmen ,als da wären Vorfahrtmißachtung, Ignorieren von roten Ampeln, Gehwegsfahrten, Nachts ohne jede Beleuchtung( am besten noch dunkel gekleidet ) unterwegs sein, scheint spürbar größer zu werden.
Es gibt auch die die unbewusst und auch nicht sonderlich radikal falsch fahren, es aber trotzdem tun. Manche haben einfach Angst auf der Straße zu fahren und weichen wegen fehlender Radwege auf den Bürgersteig aus. Andere haben ein Rad erworben das gar nicht mit der nötigen Beleuchtung ausgerüstet wurde, weil sie als Sportgeräte deklariert sind und eh nur am Tage genutzt werden sollen. Vielen sind auch die grundsätzlichen Regeln gar nicht bewusst, so z.b. das verbotene Rechtsabbiegen an der roten Ampel.

Im Herbst hat eine Fachkonferenz einige Regeln überarbeitet, zum Jahreswechsel der Gesetzgeber einige Dinge begradigt, und die Polizei ist aufgefordert, der immer größer und schwerer werdenden Anzahl von Verkehrsunfällen mit Radfahrern durch gezielte Maßnahmen zu begegnen, und....liebe Radlerkollegen/innen.....es ist keine Schikane , sondern geltendes Recht, Verstöße auch bei Radfahrern zu ahnden.

Fußweg :
Hier ist nur schieben erlaubt. Der Fußweg ist den Fußgängern vorbehalten und darf nur in Ausnahmefällen genutzt werden, ein Verstoß kostet 15€ , bei Unfall sogar das doppelte. Einzige Ausnahme: Kinder unter acht Jahren ist die Teilnahme am Straßenverkehr untersagt und müssen deshalb auf dem Gehweg fahren. Damit Eltern nicht vom Kind getrennt werden darf seit diesem Jahr eine ( in Zahlen 1) Begleitperson über 16 Jahren die Kinder auf dem Gehweg begleiten

Rote Ampel:
Rot gilt für alle, und es wird nun richtig teuer. Mindestens 60 € und ein Punkt in Flensburg sind fällig. Noch teurer wird es wenn die Straße trotz roter Ampel gequert wird: 100 € . Die Frage nach der für Radfahrer geltenden Ampel ist klar definiert worden: Fußgängerampel gilt einzig für Fußgänger. Ist keine separate Ampelschaltung für Radfahrer installiert ist die Straßenverkehrsampel zuständig....Punkt!

Gegenverkehr:
Sind auf jeder Straßenseite Radwege vorhanden, muss der in Straßenfahrtrichtung genutzt werden, ansonsten auf einseitigem Radweg rechts/links-Verkehr. Falschfahren kostet nun 20-35 €, je nach Behinderungsgrad. Bei Unfällen kann die Strafe verdoppelt werden, außerdem ist dem Falschfahrer ein Großteil der Schuld aufzuerlegen.

Telefon:
Das Telefonverbot bei Nutzen des Staßenverkehrs gilt selbstverständlich auch für Radfahrer, Kostenpunkt 25 €, Musikhören über Kopfhörer ist entgegen landläufiger Meinung auch verboten, Kosten des Verstoßes: 10 €. Logisch eigentlich, hört man doch um sich rum weder Verkehr, Fußgänger, Martinshorn u.s.w.

Beleuchtung :
Scheinwerfer, rotes Rücklicht, Reflektoren der Speichen oder alternativ der Reflektorstreifen auf dem Radmantel, zwei voneinander unabhängige , funktionstüchtige Bremsen, rutschfeste Pedale mit Reflektoren bzw.alternativen Rückreflektoren bei Klickpedalen, eine funktionierende Klingel....die Straßenverkehrsordnung wurde eindeutig gefasst. Batteriebetriebene Beleuchtung ist zulässig wenn sie mit dem amtlichen Prüfsiegel versehen und funktionstüchtig ist. Wer bei schlechten Sichtverhältnissen ( nicht nur Dunkelheit ! ) unterwegs angetroffen wird zahlt zwischen 20-35 € , die fehlende oder funktionsuntüchtige Klingel wird 15 € kosten, genau wie nicht vorhandene oder untüchtige Bremsen !

Helmpflicht:
Hier konnte sich der Gesetzgeber nicht auf eine Pflicht durchringen, hat aber in den Katalog einpflegen lassen, das ein Radfahrer ohne Helm bei einem Unfall mit Verletzung sich ein Mitverschulden am Unfallschaden anrechnen lassen muß.

Alkohol:
Als absolut Fahruntüchtig gelten weiterhin 1,6 Promille. Das kostet dann drei Punkte in Flensburg plus ein Bußgeld in Höhe eines Nettogehaltes. Ab 0,3 Promille gilt bei einem Unfall auch schon der Bußgeldkatalog. E-Bikes mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit von 25km/h werden gleichgesetzt, die schnelleren Gefährte analog zum Kfz ( 0,5 Promille sind eine Ordnungswiedrigkeit, 1,1 Promille eine Straftat ) Im übrigen gibt es höchstrichterliche Entscheidungen, das bei einem Unfall mit mehr als 0,3 Promille analog zum Kfz-Straßenverkehr die Versicherungen ganz oder teilweise von der Unfallentschädigung befreit wurden.

P.S. Wen es interessiert: Das am teuersten zu begehende Vergehen als Radfahrer ist das überqueren von Bahngleisen bei geschlossener Bahnschranke oder blinkendem Andreaskreuz, da sieht der Bußgeldkatalog Schlappe 350 €uronen vor.
Billiger ist da Freihandfahren, denn das ist irrtümlicher Weise auch nicht erlaubt und kostet 5 €


Wem jetzt ein Licht aufgeht, viel Spaß weiterhin an gesundem,unfallfreiem Radfahren. Allen anderen ist eh nicht zu helfen

1 Kommentar

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ich denke schon mit Schrecken daran, wenn jetzt wieder diese Fahrradfahrer auf den Wirtschaftswegen in den Obstplantagen herangebrettert kommen. Denken nicht daran, daß man im Rücken keine Augen hat. Auch die Bitte, man möge doch vorher klingeln, finden keine Beachtung. Auch wenn ich meine Hunde schnell zu mir rufe, habe ich doch immer Angst, daß etwas passieren könnte. Das Wort "Rücksicht" haben manche Radfahrer wohl nicht im Sprachgebrauch.
  • 19.03.2017, 17:49 Uhr
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