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MOBBING IST ÜBERALL, von Gerd Quedenbaum

27.04.2017, 17:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Aachener Zeitung, Super-Sonntag, Ausgabe 23.04.2017, Seite 2 K
Zum Thema MOBBING schrieb Patricia Gryzik: Tiefe Narben in der Seele.

Die Verfasserin betrachtet das Thema allein hinsichtlich der Schule, wie dort etwa ausgegrenzte Kinder leiden, daß man Obacht geben solle, daß die Erziehungsarbeit nicht allein eine Aufgabe der Lehrer, sondern auch der Eltern sei.
Ein wichtiger Beitrag ? Wohl eher ein Spaltenfüller. Solche Texte aus "kluger Sicht" machen sich in einer Zeitung immer gut.
Der Aufsatz hält sich fest an einem wohl schwierigen, aber keineswegs alleinigen Schwerpunkt soziologischer Wissenschaft. Dort erkennt man vorwiegend drei Schwerpunkte des Mobbings, das sind Schule, Arbeitsplatz und diverse Gruppen. Das heißt, man analysiert und sucht nach Ansatzpunkten mitten im Arbeitsfeld, also nicht systematisch vom Rande ausgehend, sondern beginnend im Dickicht.
Es ist einfach unsinnig, Mobbing als möglichen Ausdruck gewisser Gesellschaften erkennen zu wollen. Mobbing ist überall - Mobbing ist Alltag in der menschlichen Gesellschaft. Es gibt keine Gesellschaftsschicht, keine Gruppierung, keine Begegnung, die frei von Mobbing, d.h. die frei von übelwollendem Tun ist, von Störung, Zerstörung, Ausgrenzung und Vernichtung. Das geschieht ebenso in der Familie wie am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und in der Kirche, in der Politik sowieso, weil dort die Journaille kräftig mitmischt.
Es läßt sich nicht leugnen, die Geschichte des Mobbings ist so lang und so schmutzig, wie die Geschichte der Menschheit. Und noch nie war Mobbing allein an das Alter des Täters oder des Opfers gebunden, noch nie an die Frage des Geschlechts. Alle Menschheit übte sich zu allen Zeiten in Mobbing, auch wenn man den aus dem Englischen übernommenen Begriff noch gar nicht kannte. Übelwollen ergab und ergibt sich immer noch und in aller Regel aus subjektiven, unkontrollierten Empfindungen, Hoffnungen und Wünschen. Mobbing kann vom Einzelnen zum Einzelnen gehen, überträgt sich aber auch auf Täter- und Opfergruppen, vermehrt sich ggfs. sogar über des Volkes Breite.
> Die inzwischen schon über zweitausendjährige Judenverfolgung hat sich so entwickelt, verselbständigt - wie man heute sagt. Das war und ist immer noch Isolierung, Ausgrenzung und Beraubung, bis hin zum Generationen übergreifenden Mord und Massenmord. Und nun denke man aber, jetzt sind es die Juden (Israelis), die ebenso böswillig wie uneinsichtig einen Verdrängungskrieg führen, gegen die Palästinenser. Das ist nicht Heimkehr in das Land der Väter, das ist Mobbing, weil man den angeblich Bösen wieder abnimmt, was die sich einst einfach genommen haben - vor zweitausend Jahren, als die Juden das Land verlassen hatten. -
> Der in jüngerer Zeit wohl spektakulärste Fall in Deutschland war das von der Bild-Zeitung inszenierte Mobbing gegen den abgetretenen Bundespräsidenten Wulff. Ein Racheakt. Die schmachvollen Tiraden der "Journalistin" Schauzer im ZDF, im Einklang mit allen Medien, tönen heute noch in den Ohren der Zuschauer und -hörer. Mobbing im Sinne gezielter Volksverhetzung, mit Vorverurteilung und Ausgrenzung bis hin zum erzwungenen Rücktritt des Opfers. Es ist wohl nur der früheren Stellung des Opfers zu danken, und dem Gleichklang der Seelen in seiner gesellschaftlichen Ebene, das Wulff nicht untergegangen ist, wie es anderen Opfern nahezu täglich widerfährt. Dieser Fall macht jedoch deutlich, welch ein unerhörter und dabei unkontrollierter Machtfaktor die Medien in der Öffentlichkeitsarbeit sind. Und das in Händen einer durch die Verfassung geschützten Journaille. -
> Wem das Beispiel Wulff nicht genügt, der mag die belegte Mobbing-Geschichte lesen, die einem Bücherschreiber seit 1977 angetan wurde und seither immer noch wird (siehe PDF unter www.eider-verlag.de/Heimatbuch). Es geht um die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. Mit aller Macht und Gewalt ihres landesweiten Zeitungsmonopols wollten Chefredakteur Freiwald und Verleger Möller das Erscheinen eines absolut harmlosen Heimatbuches verhindern - grundloser Futterneid. Dem von Anfang an kriminell-hinterhältigen Treiben der Zeitungschmierer stand der Verfasser zunächst nichtsahnend gegenüber. Dann aber weitete sich die Geschichte aus. Die entsetzlichen Einzelheiten kann man nachlesen oder sich auch als Beispiel ausdrucken. Hier mag der Hinweis genügen, das Vereine und Vorstände, die IHK, Polizei und Staatsanwälte, mittlere und höchste Richter, Parteien, Politiker, Parlament und Landesregierung, sich allesamt als unerträgliches Gesindel erwiesen. Sie alle hatten Angst vor dem Liebesentzug durch die Presse. Das i-Tüpfelchen aber lieferte der eher zwielichtige "Presserat" des deutschen Zeitungsverleger-Verbandes. Der ursprüngliche Zeitungsverlag existiert nicht mehr, sein weitgestrickter Mantel wurde von einem anderen Zeitungsverlag übernommen, auch das Personal. Und so ist es denn wohl erklärlich, wieso dieses Pressemonopol immer noch (jetzt passiven) Mobbing-Krieg führt, gegen seinen (blödsinnigerweise) vermeintlichen Konkurrenten. -
Um wieder auf den eingangs genannten Artikel im Super-Sonntag zurückzukommen:
> Da gab es vor ein paar Jahren im Kreis Heinsberg (NRW), den Fall eines Straftäters übelster Art. Der Mann war anscheinend mangels eigener Wohnung aus dem Strafvollzug zu seinem Bruder nach Heinsberg entlassen worden. Wohin hätte er sonst gehen sollen ? Hier aber stieß der Mann bei den Nachbarn, ihrer Zeitung, und im weiteren Verlauf bei allen Bewohnern der Stadt und des Kreises auf Ablehnung. Hysterie und Engstirnigkeit führften zu den unmöglichsten Veranstaltungen. Sprechchöre, Demonstrationen gegen seine Anwesenheit, aber auch gegen den unverschuldeten Bruder, wurden veranstaltet, Wachen und Nachtwachen eingeteilt. Alle wußten, daß der freigelassene Straftäter hier unerwünscht sei, aber niemand wußte eine Lösung. Auch nicht der immer noch amtierende Landrat Pusch, der die Aktionen gegen den Mann sogar noch unterstützte und lautstark mit Vorwürfen hantierte. Mobbing. Es ist unbkannt, wie die Geschichte ausgegangen ist. Es bleibt aber die Erkenntnis, daß ein amtierender Politiker in der Lage sein muß, Probleme gleich welcher Art mit gebotener Distanz anzugehen und zu lösen.
Es ist geradezu grotesk, wenn man einerseits die Todesstrafe lautstark ablehnt, die Sicherungsverwahrung an Bedingungen knüpft, Gesellschaftdie nicht überall greifen, den Freigelassenen dann aber wegjagt und ausgrenzt wie ehemals die Indianer ihre alt gewordenen Stammesbrüder ohne Pfeil und Bogen in die Wüste schickten.
Es ist aber auch müßig, die mit modernem Gerät hantierenden KInder erziehen und mahnen zu wollen, während die Erwachsenen selbst unbelehrbar sind.

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6 Kommentare

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Danke, Michaela.
Mobbing ist ein Geburtsfehler der Menschheit, der sich von Generation zu Generation mehr und mehr ausbreitet. Und es wird leider so sehr wenig dagegen unternommen, weil gemobbte Mitbürger in aller Regel allein stehen, d.h. sie finden keine oder nur wenig Unterstützung bei ihrer Gegenwehr. Wer sich aber wehrt, wird oft genug und fälschlich als Störenfried erkannt, wird als solcher abgelehnt. Wie heißt es doch so schön, "es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn's dem bösen Nachbarn nicht gefällt". Und ein alter Kalenderspruch besagt,
"Es ist kein Kunststück, alle Welt gern zu haben.
Das Problem ist nur der blöde Mensch von nebenan."
Frdl. Grüße, Gerd.
  • 25.06.2017, 19:43 Uhr
  • 0
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Hi , mit ca 20 wurde ich zum erstenmal auf meinem Arbeitsplatz gemobbt und damals suchte ich den Fehler noch bei mir selbst.

Nun 30 Jahre später bin ich etwas weiser und selbstbewusster

Ich kann aus meiner Erfahrungen nur behaupten, wer mobbt kommt auf seinem Arbeitsplatz nicht damit klar, dass es Kollegen gibt die besser sind als er. Der Mobber baut auf der Arbeit Mist und versucht es Jemanden in die Schuhe zu schieben.
Auch sucht er bei Diesem Fehler um von seinen Fehlern abzulenken. Der Gemobbte
der dieses zum ersten mal in seinem Job durchmacht, macht dann aus lauter Vorsicht
erstrecht Fehler und somit gewinnt der Mobber an macht. Also immer sofort einen Mobber zur Rede stellen oder cool bleiben
und den Mobber genau beobachten, dann im richtigen Moment zuschlagen und Ihn ins Messer laufen lassen .Dazu muss man allerdings als anständiger Mensch über seinen Schatten springen.
Denn Mobber sind kleine dumme Idioten die die eigenen Fehler damit vertuschen, in dem Sie bei einem Anderen in den Krummeln suchen .Damit rennen Sie dann zum Chef. So wie aus mangelndem Selbstbewusstsein immer alles besser wissen wollen und große nichtssagende Reden schwingen nur um von sich abzulenken. Aber durch Fachkompetenz lassen Sie sich ins Abseits schieben.

Also lassen Sie sich bloß nicht unterbuttern .
Und Sie werden sehen wie schnell so ein armseliges Würstchen aufgibt.
L.G.🙄
  • 25.06.2017, 17:22 Uhr
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Naja, Karl, das wird wohl weniger an mangelndem Interesse liegen, als daran - daß das Thema Mobbing als solches schwer in den Griff zu kriegen ist. Mobbing ist nun mal eine Eigenschaft die dem Menschen mitsamt der Intellegenz in die Wiege gelegt ist. Unsere christlichen Tugenden sind ein Idealbild, dem nachzueifern, wir uns mühen sollten. mam nur schwerlich restlos nacheifern kann. Es gelingt leider nur den Wenigsten und den Meisten sehr selten. Da ist die weite Spanne zwischen Selbstlosigkeit und Selbstsucht in all ihren Spielarten.
Das geht aus von der Frieda, die aus welchem Grunde auch immer, schon drei Tage nicht mehr mit ihrem Mann spricht, bis hin zu dem verbohrten Christen, der nicht mehr in die Kirche geht, weil der Herrgot seine Wünsche nicht erfüllt. Und wenn unsere Politiker die Afd als Gesprächspartner ausschließen, dann ist das nicht minder blöd und mobbiat, wie wenn die Großkonzerne ganze Scharen von kleinen Einzelhändlern in den Ruin treiben. Vermutlich denkt man kaum über solches Geschehn nach. Weil wir aber alle, auch in unserem kleinen Alltag, von ähnlich subjektiven Regungen nicht ganz frei sind, hält man sich aus solcher Diskussion heraus. Das ist bedauerlich, hilft aber meistens, sich um das eigene Tun weniger Gedanken zu machen.
Um so mehr mobben wir dann mit allzu schnellen Bemerkungen über den nächsten Menschen, den behinderten, den allzu gesunden, den reichen, den armen, den Verein, die Partei, den Nachbarn, die Ausländer, den Erfolgreichen, den Erfolglosen usw. usw. usw.
Nein - nicht auf "Durchzug" stellen, das wäre ja Mobbing - lach !
  • 03.05.2017, 15:50 Uhr
  • 1
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