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Bauernregeln und Feste im Juni 2017

Bauernregeln und Feste im Juni 2017

31.05.2017, 19:21 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Auf den Juni kommt es an wie die Ernte wird

Volksheilige, Brauchtum und Wetterregeln im Juni - Gerard Zacher stellte sie zusammen

Deggendorf - Wie soll der Juni sein? Warm, mit Regen und
Sonnenschein, weiß Kneippvorsitzender Gerard Zacher einen
Bauernspruch. Es heißt auch: Wie der Juni, so der Dezember.
Kneippvorsitzender Gerard Zacher hat für den Brachmonat,
wie man ihn früher nannte, Brauchtum und Wetterregeln zusammen-
gestellt. Denn: Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll bestan,
Juni, feucht und warm, macht keinen Bauern arm. Bringt der
Juni Donnerwetter, dann wird das Getreide fetter.

Am 4.Juni ist heuer Pfingsten. Pfingsten ist am 50. Tag bzw. am 7. Sonntag nach Ostern und beendet den österlichen Festkreis. Pfingsten wird seit dem 3. Jahrhundert gefeiert und gilt als der Geburtstag der Kirche. Man feiert die Herabsendung des Heiligen Geistes. Das Dreifaltigkeitsfest wird mancherorts auch Güldensonntag, Pasch-Sonntag oder Blumenfest genannt. Ursprünglich war Pfingsten ein Erntefest des Alten Bundes mit Dankopfern. Natürlich ranken sich um Pfingsten -so Gerard Zacher- auch Bauernregeln: Nasse Pfingsten - fette Weihnachten. Wenn es anPfingsten regnet, wird keine Frucht gesegnet. Bis Pfingsten lass den Pelz nicht fahren;nach Pfingsten ist´s gut ihn zu bewahren. Der Langschläfer in der Familie wird geweckt und als Pfingstochse genarrt.

Das Fronleichnamsfest fällt heuer auf den15.Juni . Fronleichnam bedeutet „Leib des Herrn“, Corpus Christi ist der lateinische Name: Fronleichnam schön und klar sagt an ein gutes Jahr. Fällt auf die Fronleichnamsprozession Regen, so regnet´s vierzig Tage alletwegen. Am Fronleichnamstag Gott die Flure segnen mag.

Justin (1.Juni) klar, gutes Jahr. Ist´s am Fortunatag (ebenfalls 1.)
klar, so verheißt´s ein gutes Jahr. Der heilige St.Ersmus (2.) ist Schutz-
patron der Haustierte.Viele beschäftigen sich daher um diesen Tag
besonders mit ihren Haustieren und denken voll Dankbarkeit an all die
Freude, die diese Mitgeschöpfe schenken. Der heilige Werner gilt als
Schutzheiliger der Kranken. Man sollte sich daher an diesem Tag vor-
nehmen, öfter Kranke zu besuchen, besonders an diesem Tag. An
Papst Johannes XXIII wird am 3. Juni gedacht, er ist am 3. Juni 1963
in Rom verstorben und gilt als der „Konzilspapst“. Bonifatius, der Apostel
Deutschlands steht am 5. Juni im Kalender, sein Grab befindet sich in der
Krypta des Domes zu Fulda. Am Medardustag (8.) begann oft die Heuernte. Medardus ist ein beliebter Volksheiliger, er war im selchsten
Jahrhundert Bischof von Noyon. Medardus ist ein nasser, hält so schlecht das Wasser. Regen Wie's wittert auf Medardustag, so bleibts sechs Wochen dann danach. Es fängt um diese Zeit die gefürchtete sogenannte Schafskälte an. Der Name "Schafskälte" soll an die frisch geschorenen Schafe erinnern, denen die kühlen Temperaturen um den 10. Juni durchaus gefährlich werden können. Eine typische Schafskälte braucht eine kühle und feuchte Nordwestströmung. St.Margret (10.) soll schön sein, sonst regnets lang.Das Margretfest wurde allerdings 1969 auf den 16. November verlegt. St.Barnabas (11.) macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was verdorben ist. St. Barnabas schneidet das Gras.

Der "Schlamperlpatron"
Der sogenannte Schlamperlpatron,der heilige Antonius von Padua, der gerne angerufen wird, wenn etwas verloren geht, wird am 13.gefeiert- betont Gerard Zacher: Wenn an St.Anton gut Wetter lacht, St.Peter (29.) viel Wasser macht. Nach St.Veit oder St.Vitus (15.) wendet sich die Zeit, Vitus ist einer der Vierzehn Nothelfer, er wird gerne bei vielen Beschwerden und Gefahren angerufen. Nach St Veit ist Fliegenzeit . Der sogenannte Veitstanz hat seinen Namen von Vitus (Veit).Wer auf Benno (16.) baut, kriegt auch viel Kraut .Wenn's regnet an Sankt Gervasius (19.), es vierzehn Tage regnen muss 21. Sommeranfang. 24. Sommerwende -Johannisnacht- darauf verweist Gerard Zacher ganz besonders: Vor Johanni bitt um Regen, hernach kommt er ungelegen. Glüh`n Johanniswürmchen helle, schöner Juni ist zur Stelle. Schon seit Jahrhunderten ist der Johannestag ein wichtiger Festtag,
insbesondere im Hinbick auf den Sonnwendtag, dem längsten Tag im
Jahreslauf. Der bekannteste Brauch zum Johannestag sind die Johannesfeuer, die am Vorabend abgebrannt werden. Eine besondere Wirkkraft soll das Johanneskraut haben, das um diese Jahreszeit leuchtend gelb blüht. Regnet's am Johannistag, regnet es noch vierzehn Tag. Johanni trocken und warm, macht den Bauern nicht arm. Johannis tut dem Winter wieder die Türe auf. Der Kuckuck kündet gar teure Zeit, wenn er nach Johanni schreit.

Am 27. Juni ist der sogenannte Siebenschläfertag:
Werden die Siebenschläfer nass, regnet´s noch lang´Fass um Fass. Meist verbinden die Menschen den Siebenschläfer mit dem gleichnamigen Nagetier, was allerdings ein Irrglaube ist, so Gerard Zacher, Seinen Namen hat dieser besondere Tag nämlich von einer alten Legende. Diese Legende erzählt, dass sieben Brüder bei der Christenverfolgung im römischen Reich durch Kaiser Decius im Jahre 251 sich in einer Höhle bei Ephesus versteckten und in einen tiefen Schlaf verfielen. Erst ca. 200 Jahre später genau im Jahr 446 soll die Höhle dann entdeckt worden und die sieben Brüder aus ihrem Schlaf aufgewacht sein. Die Namen der Brüder sind überliefert: Johannes, Serapion, Martinianus, Dionysius, Constantinus, Maximus und Malchus.
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Peter und Paul (29.) klar, bringt ein gutes Jahr. Schon seit 354 wird der Tag der Apostelfürsten in den katholischen Kirchen festlich begangen, dieser Tag war früher auch ein Feiertag. Um Peter und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul. Petrus schwimmt im Schiff daher oder dahin. Schön zu St. Paul, füllt Tasche und Maul. Wenn es am Peterstag regnet, so regnet es im ganzen Schnitt. Auf Petrus mit dem Himmelschlüssel geht wohl der Brauch der Petrus-Schlüssel zurück, denen seit Jahrhunderten große Bedeutung zugemessen wird. In diesem Zusammenhang gilt Petrus auch als Wetterherr.
gz

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