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Pfingsten

Pfingsten

31.05.2017, 21:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

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Um das Heilig-Geist-Fest Pfingsten ranken sich viele alte Bräuche


In Lalling schwebte der Heilige Geist in Form einer Taube in St.Stephan ein

von Gerard Zacher

Deggendorf - Pfingsten ist ein fröhliches Fest, denn Christen feiern an diesem Termin die Entsendung des Heiligen Geistes. Auch weltliche Pfingstbräuche gibt es, mit denen die Menschen seit Jahrhunderten den Frühling begrüßen. Dabei spielt in ländlichen Gegenden traditionell die erwachende Natur und die Bitte um eine gute Ernte eine große Rolle. Kneippvorsitzender Gerard Zacher erinnerte an alte Pfingstbräuche.

Vor allem in katholischen Kirchen gibt/gab es oft den "Großen Pfingst-Wettersegen", mit dem die Pfarrer um günstiges Wetter und eine reiche Ernte für die Bauern baten/bitten. Aus biblischer Sicht, spielte die Taube eine tragende Rolle an Pfingsten. Symbolisch steht sie für den Heiligen Geist. In der Lallinger Pfarrkirche "St. Stephan" wurde vor langer Zeit einen wunderschönen Brauch ausgeübt: Vom "Heilig Geist-Loch" in mitten der Kirche schwebte unter feierlichem Gesang "Komm Heiliger Geist........" eine hölzerne Taube herab, begleitet von vielen dunkelroten Blättern der Pfingstrosen. Und der Pfarrer predigte vom Predigtstuhl aus über Pfingsten - dem Fest des Heiligen Geistes, das alle "überschatte" und erleuchte.

Es gibt freilich an Pfingsten viele weltliche Bräuche. Gerard Zacher erzählte einige davon: Eine besondere Rolle spielt das Wasser aus Bächen und Brunnen: Es soll zu dieser Zeit nach traditioneller Annahme besondere Segenskraft besitzen und auch die Fruchtbarkeit steigern. In diesem Zusammenhang gehörte es beispielsweise im Lallinger Winkel ganz früher zu den Pfingstbräuchen, dass junge Mädchen morgens frisches Wasser aus Brunnen oder Bächen holten. Dabei durften sie jedoch nicht sprechen. Die Burschen machten sich einen Spaß daraus, sie doch zum Sprechen zu bewegen.
Der ''"Pfingstbaum" war eine frisch geschlagene junge Birke, den junge Männer am Abend vor dem Pfingstsonntag vor die Häuser stellten, in denen unverheiratete Mädchen wohnten. Dieser traditionelle Brauch, "Pfingstbaumpflanzen" oder "Birkenstecken" genannt, geht vermutlich auf die Germanen zurück .

Mancherorts lebt an Pfingsten-so Kneippvorsitzender Gerard Zacher weiter - ein uralter Brauch
wieder auf. Wer als Letzter am Pfingstsonntag aufsteht wird als „Pfingstl“ verspottet, manchmal auch als Pfingstochse . In Lalling wurde früher- so schreibt Oberlehrerin Maria Preiß in deutschen Lettern in ihren Aufzeichnungen von 1936 - ein Pfingstl auf einem kleinen Leiterwagen am Pfingstmorgen durch die Hofmark gezogen unter lauten „Ohhhhh da Pfingstl“- Rufen. Zudem wurde er meist mit einem Birkenkranz versehen. Dieser Name ist ihm dann bis zum nächsten Pfingstfest geblieben. Es wurde meist ein Bursche gewählt, von dem man wußte, dass er schwer aus den Federn kommt. Heutzutage wird mancherorts innerhalb der jeweiligen Familie oder einer Hofgemeinschaft ein „Pfingstl“ als Langschläfer auserkoren. Manchmal wird er freilich "Pfingstochse" genannt.

In Lalling gab es einmal eine besondere "Pfingst-Begebenheit in der Kirche": Komm "heiliger Ding"................ In den Kirchen werden zu Pfingsten '"passende Lieder" gesungen. Doch ein Lallinger Chorregent, der die Orgel spielte, hatte am Vortag etwas zu tief in den Masskrug geschaut. Und er wollte das Pfingsthauptlied mit starker Orgelbegleitung anspielen -aber der Text.......... und er fing an zu singen: "Komm heiliger...........komm heiliger .........Ding.........." Er wußte nicht mehr weiter und sah aus dem Fenster wo eine Taube über die Gräber der Verstorbenen hüpfte. Und er begann erneut: "Komm heiliger Ding........ komm heiliger Ding..........wie´s über die Gräber springt, ist völlig weiss.........., ja jetzt fällt es mir wieder ein: Komm heiliger Geist". Dass da alle in der Kirche hellauf froh lachten ist verständlich.

gz

Foto
In der Lallinger Kirche "St.Stephanus" schwebte der Heilige Geist
in Form einer Taube vom Heilig Geist-Loch herab.
F: Zacher

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