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Haus- oder Heimpflege?

Haus- oder Heimpflege?

07.07.2016, 09:40 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Eine plötzlich entstehende, negative Lebenssituation

24-Stunden Personenpflege zu Hause oder stationär in einem Pflegeheim – was ist richtig?

Lt. Internet betragen die durchschnittlichen Pflegeheim-Kosten wie folgt und sind von der Ausstattung und Lage des Pflegeheimes abhängig:

1. Kosten für Pflege

1. Kosten für Unterkunft und Verpflegung und

2. Investitionskosten

Im Durchschnitt kostet ein Pflegeheim in Deutschland zwischen 1.800 bis zu 4.000 Euro.

Entscheidend für die Kosten sind der Aufwand für die Pflege, der je nach Pflegestufe zunimmt, und die Ausstattung und Lage des Pflegeheims.

Ein Pflegeheim in einer Großstadt ist in der Regel teurer als ein ländliches Heim.

Eine Seniorenresidenz mit gehobener Ausstattung ist teurer als ein durchschnittliches Altenheim.

Situationsbericht:

Ein Senioren-Ehepaar, sie 71 Jahre, er 74 Jahre, haben sich mit nichtselbständiger Arbeit ein Eigenheim (derzeitige Verkehrswert von mir auf ca. 250.000 € geschätzt) geschaffen und 2 Kinder groß gezogen.

Der Mann bezieht eine gesetzliche Rente – die Frau nicht, denn sie hat ihren Rentenanspruch für den Hausbau sich von der Rentenkasse auszahlen lassen.

Vor ca. 8 Jahren ist die Frau an einer Hirnblutung erkrankt, musste 2x operiert werden ist seither körperlich behindert - und muss im Rollstuhl bewegt werden.

Der Mann kümmerte sich seit dieser Zeit um die Pflege (Pflegestufe 1) seiner Frau zu Hause.

Wegen anhaltender Herzbeschwerden lies sich der Mann vor kurzem untersuchen und musste sich danach einer sofortigen Herzoperation (Bypass-Operation) unterziehen, die jedoch infolge nachfolgendem allgemeinen Organversagen unmittelbar zum Tod des Mannes führte.

Wie soll es mit der Ehefrau, die auf Vollpflege angewiesen ist, weiter gehen?

Dieses Hilfeersuchen wurde an mich gerichtet und ich habe wie folgt vorab recherchiert:

Örtliches Pflegeheim mit rd. 120 Betten.

1. Ein Einzelzimmer wäre sofort beziehbar

2. Wenn eine Pflegstufe besteht, könnte sofort für 28 Tage die Kurzzeitpflege mit einer eigenen Zuzahlung pro Tag 38,56 aufgenommen werden.

3. Die Pflegekosten würden bei einem Einzelzimmer mit Pflegestufe 1 eine Zuzahlung von 1.942,38 monatlich auslösen.

4. Die ges. Rente des Mannes liegt bei rd. 1.800 €, so dass die Hinterbliebenenrente für die Frau bei etwa 1.000 € liegen wird (diese Angaben werden von mir angenommen und müssen erst hinterfragt werden).

5. Es müssen somit rd. 1.000 € aus dem vorhandenem Vermögen (Wohnhaus + Bargeld) „regeneriert“ werden.

Über konstruktive Vorschläge würde ich mich freuen.

Liebe Grüße

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3 Kommentare

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Es bestehen sofort erst einmal ein paar Fragen und Fakten:

1.) Sie sagen, die Ehefrau ist auf Vollpflege angewiesen. Warum hat sie dann nur Pflegestufe 1? Das passt nicht zusammen.

2.) Die Ehefrau hat sich ihren Rentenanspruch für den Hausbau von der Rentenkasse auszahlen lassen, das war ihre Entscheidung, und kann nun heute nicht von der Allgemeinheit getragen werden. Was ich damit sagen will (auch wenn es herzlos klingt), wenn sie es sich nicht leisten kann, muß sie ihre Ansprüche etwas herunterschrauben und nicht unbedingt ein Einzelzimmer haben. Auch wenn wir im Jahre 2016 leben, sind Einzelzimmer immer noch Luxus und entsprechend teurer.

3.) Wenn Vermögen, in welcher Form auch immer, vorhanden ist, muß dieses nunmal aufgebraucht werden. Wenn das nicht gewollt wird, müssen eben die Kinder herangezogen werden.

Ehrlich gesagt, ich verstehe die Problematik nicht so ganz. Welche konstruktiven Vorschläge sollen gemacht werden??

Als meine Mutter mit 83 nach ihrem 2. Schlaganfall zum Pflegefall wurde, mußte sie ins Pflegeheim, da eine häusliche Pflege nicht möglich war. Ihrem Wunsch entsprechend haben wir ein Pflegeheim im Ort gewählt, was sie schon vor ihrer Erkrankung geäußert hat, denn danach war sie nicht mehr ansprechbar. Das Pflegeheim kostete 3.600,- Euro pro Monat und wurde durch ihre Rente, ihre Witwenrente, ihre Pflegestufe 3 und der Rest von ihrem Ersparten ausgeglichen. Nebenbei bemerkt, sie hatte kein Einzelzimmer.
  • 09.07.2016, 03:56 Uhr
  • 0
Danke für Ihre Stellungnahme.

Bei meiner Frage geht es weniger um den finanziellen Aspekt, sonder darum:

• Zu Hause pflegen mit einem 24-Stunden externen Pflegedienst oder auch

• eine Pflegekraft, die persönlich mit im Haus wohnt oder

• Umzug in ein Pflegeheim

Diese 3 Möglichkeiten werden auch von der Frau grundsätzlich ins Auge gefasst, wobei die Frau am liebsten zu Hause bleiben würde.

Könnten Sie zu diesen Punkten noch einige ergänzende Angaben machen?

Danke und liebe Grüße
  • 09.07.2016, 06:59 Uhr
  • 0
Kann ich leider nicht, meine Erfahrung mit meiner Mutter im Pflegeheim habe ich ja geschildert.

Meine Frage unter Punkt 1 ist leider nicht beantwortet worden, also kann ich zur tatsächlichen Pflegebedürftigkeit der Frau gar nichts aussagen. Dadurch kann ich auch nicht für einen externen Pflegedienst plädieren, ich weiß nur, dass dieser bei einem 24 Stunden Service verdammt teuer ist, aber es ist wiederum zusätzlich abhängig vom Aufwand und den einzelnen Aufgaben der Pflegekraft. Da wird jeder Handgriff extra berechnet.

Die günstigste Variante wäre eine private Pflegekraft, die persönlich mit im Haus wohnt, aber auch die schwierigste zu finden sein. Auf dem Gebiet tummeln sich soviele schwarze Schafe herum; ich weiß nicht inwiefern "häusliche Pflegekraft" ein geschützter Beruf ist, aber nachdem was ich so alles kennengelernt habe, als ich für meinen verstorbenen Mann vor über 16 Jahren eine gesucht habe, kann es damit nicht soweit her sein; und ich brauchte noch nicht einmal eine 24h Kraft. Es stellten sich fast ausschließlich Thailänderinnen oder Osteuropäerinnen vor; letztendlich habe ich die Pflege dann alleine weitergemacht.

Ein Pflegeheim ist halt "kein Zuhause" mehr. Bei Patienten die nur noch künstlich am Leben erhalten werden (wie bei meiner Mutter; mein Bruder war der gesetzliche Betreuer, weil ich in SH wohne und er in BW, hat das so entschieden) mag das ja eine Option sein, aber wenn man geistig noch fit ist, finde ich persönlich ein Pflegeheim schrecklich.

Ich wüßte jetzt im Moment nicht, wie ich Ihnen noch weiterhelfen könnte. Wenn sie noch Fragen haben, bin ich gerne bereit, sie zu beantworten, wenn ich kann.
  • 09.07.2016, 17:38 Uhr
  • 0
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